10.12.2009 · Es ist noch gar nicht lange her, da hätte man sich nicht gewundert, wenn Eiszapfen von den Regalen der Buchhandlungen heruntergewachsen wären, so viele Titel zur Arktis und Antarktis waren binnen kürzester Zeit erschienen. Nun haben die Verlage das Feuer entdeckt, und die Bretter werden wohl demnächst zu glühen beginnen.
Es ist noch gar nicht lange her, da hätte man sich nicht gewundert, wenn Eiszapfen von den Regalen der Buchhandlungen heruntergewachsen wären, so viele Titel zur Arktis und Antarktis waren binnen kürzester Zeit erschienen. Nun haben die Verlage das Feuer entdeckt, und die Bretter werden wohl demnächst zu glühen beginnen. Mit Bernhard Edmaiers "Earth on Fire" erscheint bereits der dritte opulente, kiloschwere Vulkanbildband in dieser Saison - es ist der mit der wenigsten glühenden Lava. Edmaier ist Geologe und Fotograf. Was ihn interessiert, sind Strukturen. Ihnen geht er ebenso als Wissenschaftler wie als Künstler nach. Es sind grandiose Bilder, die er im Laufe von fünfzehn Jahren überall auf der Welt aufgenommen hat, meist von einem Hubschrauber aus, oft senkrecht hinunter, so dass Berge, Täler und Krater zu gespenstisch schönen Mustern werden - zusammengesetzt aus lauter unwirklich erscheinenden Farben. Wie diese Farben und Formen entstehen, erklärt die Geologin Angelika Jung-Hüttl in ihren auch für Laien verständlichen Beiträgen.
F.L.
"Earth on Fire" von Bernhard Edmaier (Fotos) und Angelika Jung-Hüttl (Text). Phaidon Verlag, London und Berlin 2009. 220 Seiten, 200 Abbildungen, Text in englischer Sprache. Gebunden, 59,95 Euro.