03.12.2009 · Dies sind die "Gelben Seiten" von New York - reduziert auf die drei Kategorien Hotels, Restaurants und Läden, dafür üppig illustriert und wunderbar gestaltet, insgesamt freilich so groß, dass man das Buch schwerlich mit auf Reisen nehmen wird. Aber das Hotel bucht man ohnedies von Deutschland aus, ...
Dies sind die "Gelben Seiten" von New York - reduziert auf die drei Kategorien Hotels, Restaurants und Läden, dafür üppig illustriert und wunderbar gestaltet, insgesamt freilich so groß, dass man das Buch schwerlich mit auf Reisen nehmen wird. Aber das Hotel bucht man ohnedies von Deutschland aus, und die Telefonnummern der Restaurants, die man im Laufe eines Aufenthalts besucht, kann man sich im Handy speichern. Bleiben die Läden: eine Auswahl exklusiver Geschäfte von Tiffany's über den Design Store des Museum of Modern Art bis zur einzigen Vertriebsstelle des Möbelschreiners BDDW - allesamt fast kleine Museen, die den Besuch auch lohnen, wenn man weder ein Bett noch ein Collier kaufen möchte. Ähnliches gilt für das Buch: Es lohnt die Lektüre selbst dann, wenn man gar nicht nach New York reisen möchte. Statt Reiseführer zu sein, erweist es sich mit jeder Seite ein wenig mehr als eine Art Reiseersatz und wird zum Spiel "Was wäre wenn?". Dann ließen wir uns beispielsweise unter den sarkastisch-bösen Gemälden im Waverly Inn vom Kellner die Abendkarte vortragen; spielten neben dem offenen Feuer in der Bibliothek des Hudson Hotels Billard, ehe wir uns im eisbergkalten Bett niederlegten; dort wiederum überlegten wir ein Momentchen lang, ob wir am nächsten Morgen unsere Mitbringsel bei Kiki oder bei Murray's Cheese einkaufen sollen. Nie war träumen schöner.
F.L.
"Taschens New York" von Daisann McLane (Text) und Poul Ober (Fotos). Taschen Verlag, Köln 2009. 400 Seiten, viele Fotos. Gebunden, 29,99 Euro.