Kyoto ist anders als die Großstädte Japans: traditionsbewußter als Tokio und übersichtlicher als das nahe Ballungsgebiet Osaka. Schachbrettartig wurde die ehemalige Residenzstadt im frühen Mittelalter nach chinesischem Vorbild angelegt. Schon beim ersten Blick auf die pastellfarbene Hauptkarte ist diese Struktur zu erkennen. Die "Kyoto Travel Map", die nun überarbeitet aufgelegt wurde, hat ein klar gegliedertes Konzept. Beim Öffnen verdeutlicht eine Skizze zunächst die geographische Lage auf der Hauptinsel Honshu. Außerdem liefert das Faltblatt fünf weitere Orientierungshilfen. Zoomartig werden dabei die Darstellungen immer genauer, also die Maßstäbe immer größer: Eher grob gezeichnete Ausschnitte zeigen die südwestjapanische Region Kansai, den Großraum Kyoto und sein gut ausgebautes Eisenbahnsystem; weitaus detaillierter fallen die Stadtpläne für das benachbart liegende Nara und für "Central Kyoto" (1:15 000) aus. Von West nach Ost verlaufen hier die wichtigen und durchnumerierten Verbindungsachsen. Die Shijo Dori etwa, die Vierte Straße, durchquert das Vergnügungsviertel Gion und führt direkt auf den Maruyama-Park zu, der vor allem während der Kirschblüte ein vielbesuchtes Ziel ist. Sehenswürdigkeiten wie Shinto-Schreine, buddhistische Tempel, Museen oder den kaiserlichen Palastbezirk haben die Kartographen mit japanischen Zeichen, lateinischer Beschriftung und Signaturen versehen. Die entsprechenden Erklärungen dazu in der Legende wurden mehrsprachig, auch auf deutsch, verfaßt. Zwei weitere Pluspunkte sind das umfangreiche Register und touristische Hinweise, zu denen etwa diese Verhaltensregel gehört: Japaner putzen sich nicht in der Öffentlichkeit die Nase, und sie essen nicht, während sie laufen.
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"Kyoto Travel Map", 2005/06. Periplus, North Clarendon (Vermont) 2005. 8,95 Dollar. ISBN 0-7946-0149-9.