Home
http://www.faz.net/-gr9-14n87
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Aus Kohle wird ein Juwel

17.12.2009 ·  Die Züge" heißt ein Gedicht von Albert Ehrismann, in dem die Rede ist von Mohn am Schotterwege, von blinkenden Sternen und Luft, die nach Schnee riecht. Der Fotograf René Groebli hatte es 1949, damals Anfang zwanzig, seinem dünnen Künstlerbuch "Magie der Schiene" vorangestellt. Doch recht eigentlich war Groebli der größere Poet der beiden.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Züge" heißt ein Gedicht von Albert Ehrismann, in dem die Rede ist von Mohn am Schotterwege, von blinkenden Sternen und Luft, die nach Schnee riecht. Der Fotograf René Groebli hatte es 1949, damals Anfang zwanzig, seinem dünnen Künstlerbuch "Magie der Schiene" vorangestellt. Doch recht eigentlich war Groebli der größere Poet der beiden. Mit harten Kontrasten, verwischten Linien, bizarren Details und einem rührenden Blick auf Fahrgäste und Lokführer komponierte er ein Bildgedicht, für das er technische Präzsion und romantische Verfremdung miteinander verband und in dem er die Reise zur Metapher machte für die Sehnsucht nach einem ruhigen, friedlichen Leben. Ein kleiner Verlag hat das Heft nun als Faksimile wiederaufgelegt. Es ist ein Juwel. (F.L.)

"Magie der Schiene" von René Groebli. Kubus-Verlag/edition peter petrej, Zürich 1949/2009. Acht lose Doppelblätter in Broschur, Beiheft und eine DVD. Schuber, 183 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2009, Nr. 293 / Seite R4
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen