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Rezension: Sachbuch Mehr Umweltschutz

 ·  Ingrid Gottschalk: Ökologische Verbraucherinformation. Grundlagen, Methoden und Wirkungschancen. Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2001, 359 Seiten, 64 Euro.Das einundzwanzigste Jahrhundert steht im Zeichen des Verbrauchers: Transparenzgewinne durch schnellen Zugriff auf Informationen über das Internet oder ...

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Ingrid Gottschalk: Ökologische Verbraucherinformation. Grundlagen, Methoden und Wirkungschancen. Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2001, 359 Seiten, 64 Euro.

Das einundzwanzigste Jahrhundert steht im Zeichen des Verbrauchers: Transparenzgewinne durch schnellen Zugriff auf Informationen über das Internet oder zunehmende Vergleichsmöglichkeiten in einheitlichen Währungsräumen sind nur einige Belege, die für diese These herhalten müssen. Nicht zuletzt gibt es in Deutschland inzwischen eine Verbraucherschutzministerin. Doch der Verbraucher soll nicht nur - vor was auch immer - geschützt werden, sondern die ihm zur Verfügung stehenden Informationen auch sinnvoll zum Wohle der Gesellschaft einsetzen, verlangt Ingrid Gottschalk. Beseelt von dem Gedanken, daß Umweltschutz gut sei, aber der Verbraucher sich zuwenig in diesem Sinne verhalte, fragt die Autorin, wie das Umweltverhalten verändert - verbessert - werden kann.

Aus der Betrachtung der ökonomischen Theorie öffentlicher Güter schließt sie, daß die Kollektivgutproblematik weit weniger gravierend sei als gemeinhin angenommen. Der Verhaltenspessimismus lasse sich nicht mehr aufrechterhalten, wenn die Beteiligten nur miteinander kommunizierten, erläutert sie mit Hilfe spieltheoretischer Modelle. Das soziale Dilemma kollektiver Güter läßt sich demnach also leicht aufheben. Die Überzeugungen der Menschen, welche die Autorin als Grundlage des Verhaltens in den Mittelpunkt ihrer sozialpsychologischen Betrachtungen stellt, ließen sich ebenfalls durch Informationen in die gewünschte, umweltbewußte Richtung beeinflussen.

Gleichwohl verhinderten Kosten und psychologische Hemmnisse, daß sich eine positive Einstellung zum Umweltschutz in entsprechendem Verhalten niederschlage, schließt die Autorin aus eigenen Befragungen - deren Ergebnisse wegen der geringen Fallzahl aber allenfalls als Indizien gedeutet werden können, wie sie selbst einräumt. Diese Hemmnisse glaubt Gottschalk durch bessere Informationen beheben zu können. Ihr Fazit: Die Verbraucher sind hoch motiviert, zum Umweltschutz beizutragen. Sie erwarten aber verständlichere und detailliertere Informationen und fühlen sich vor allem von den Unternehmen nur unzureichend über die Umweltaspekte ihrer Produkte unterrichtet.

Neben unkomplizierten Verteilerwegen wie Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen macht die Autorin besonders Informationsbroschüren, die dem Verbraucher dauerhaft und jederzeit griffbereit zur Verfügung stehen, als hilfreich aus. Zudem sei umweltbezogene Information dann am wirkungsvollsten, wenn sie an den Altruismus der Menschen appelliere. Ob eine bessere Information das Umweltverhalten dann auch tatsächlich verändert, bleibt allerdings auch nach der Lektüre des Buches offen.

BETTINA BONDE

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002, Nr. 120 / Seite 14
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