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Fleißarbeit für bessere Zeiten

21.12.2009 ·  Handbuch liefert Immobilieninvestoren juristischen Überblick

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Viele gute Ideen entstehen in guten Zeiten - und müssen sich in schlechten Zeiten verkaufen. Als in den Jahren 2006 und 2007 der Markt für Immobilientransaktionen heiß lief und die Volumina dank zahlungskräftiger ausländischer Investoren hierzulande ungeahnte Höhen erreichten, fiel einigen Begleitern dieser Geschäfte auf, dass es in Deutschland noch kein Standardwerk für den Alltag gibt, in dem sich die rechtlichen Grundlagen von Immobilientransaktionen rasch nachschlagen lassen. Inzwischen liegt der Transaktionsmarkt als eine direkte Folge der Finanzkrise weitgehend brach - und das "Rechtshandbuch Immobilien-Investitionen" vor.

Das Handbuch stellt sich dem Anspruch, sämtliche rechtlichen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte der unterschiedlichen Investitionsarten in Immobilien zusammenzutragen - und wird ihm gerecht. Zum ersten Mal findet sich die Rechtsgrundlage für Immobilientransaktionen so komprimiert und fundiert in einem Band. Selbst wenn sich seine Praxistauglichkeit nur eingeschränkt messen lässt, weil derzeit kaum Transaktionen stattfinden, so kann ein gelegentlicher Blick in die einzelnen Kapitel in Phasen eines ruhigeren Geschäfts durchaus anregend sein.

Aufgeführt sind zunächst die einzelnen Investitionsmöglichkeiten - Direktengagements, offene und geschlossene Immobilienfonds, Reits und sonstige Marktzugänge. Umfassend werden ihre Strukturen und ihre Besonderheiten vorgestellt. Eingebettet in die Darstellung der Rechtslage finden sich aber auch immer wieder Überlegungen der Autoren zu den einzelnen Themengebieten. Interessant ist das Kapitel, das sich Immobilieninvestitionen im Ausland widmet und die Rechtslage in insgesamt 29 Ländern erläutert. Hilfreich dürften für den Alltag von privaten und institutionellen Investoren, an die sich das Buch unter anderem als Zielpublikum wendet, die aufgeführten Musterverträge sein.

Der Aufwand, der bei der Erarbeitung dieses Handbuchs offensichtlich betrieben wurde, schlägt sich auch im Preis nieder. Da juristische Aspekte aber eine wichtige Rolle bei der Absicherung der zu erzielenden Rendite von Investitionen in Immobilien spielen, wie es im Geleitwort so schön heißt, dürfte das Geld nach der ersten Transaktion mit diesem Hilfsmittel schon wieder eingespielt sein. Als Nachteil kann die Regelungswut des Gesetzgebers gelten, die ziemlich rasch eine Aktualisierung des vorliegenden Werkes erforderlich machen dürfte. Das haben die Herausgeber schon in der Entstehungsphase zu spüren bekommen, wie sie selbst einräumen. Angesichts der Verwerfungen auf den Transaktionsmärkten im Zuge der Finanzkrise seien schon sehr umfangreiche Überarbeitungen und Ergänzungen in einzelnen Kapiteln notwendig gewesen.

STEFFEN UTTICH

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2009, Nr. 296 / Seite 12
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