13.07.2007 · Mit Carl Schmitt lässt sich gut gegen Carl Schmitt argumentieren - widersprüchlich genug sind sein Werk und Leben. Den selbsternannten "intellektuellen Abenteurer" scheint das nicht im geringsten gestört zu haben, im Gegenteil. "Man muss seinen Feinden unbegreiflich bleiben", hatte er gefordert.
Mit Carl Schmitt lässt sich gut gegen Carl Schmitt argumentieren - widersprüchlich genug sind sein Werk und Leben. Den selbsternannten "intellektuellen Abenteurer" scheint das nicht im geringsten gestört zu haben, im Gegenteil. "Man muss seinen Feinden unbegreiflich bleiben", hatte er gefordert. Das ist ihm, der im Kritiker stets nur den Feind zu sehen vermochte, gut gelungen. Timo Frasch, Volontär dieser Zeitung, hat dennoch den Versuch unternommen, Schmitt dingfest zu machen und ihm in der Geisteslandschaft der Bundesrepublik Deutschland den Ort zuzuweisen, der ihm gebührt. Zwischen Selbstinszenierung und Rezeption - dort findet sich die Substanz des Schmittschen Denkens, seine Politische Theologie, deren Schwächen unübersehbar sind, die aber doch eine Strahlkraft entwickelt, die Carl Schmitt wohl dahin bringen wird, wo er sich selbst immer wähnte: in den Status eines Klassikers des politischen Denkens.
F.A.Z.
Timo Frasch: Zwischen Selbstinszenierung und Rezeption. Carl Schmitts Ort in der Bundesrepublik Deutschland. Bouvier-Verlag, Bonn 2006. 155 S., 16,90 [Euro].