FRIEDENSPREIS. Martin Walsers "Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede", gehalten anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Anfang Oktober in der Frankfurter Paulskirche, liegen nun in Buchform vor. Der Band enthält außerdem die Laudatio "Sein Anteil", die Frank Schirrmacher, der fürs Feuilleton zuständige Herausgeber dieser Zeitung, Walser widmete. Die Rede Walsers, die sich gegen eine allgegenwärtige "Banalität des Guten" in der Bundesrepublik richtete, hat in den vergangenen Wochen erbitterte Diskussionen um die Frage von historischer Verantwortung und Schuld ausgelöst. Frank Schirrmacher bezeichnet in seiner Lobrede Walser als idealen Lehrmeister, weil er zeige, was es heiße, "in einer Geschichte zu leben, deren Ende man nicht kennt. Also zeigt er, was es heißt, in der Gegenwart zu leben." (Martin Walser: "Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede"; Frank Schirrmacher, "Sein Anteil". Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1998. 55 S., br., 10,- DM.)
F.A.Z.