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Freitag, 17. Februar 2012
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Prozesse Biller-Roman darf „verstümmelt“ erscheinen

23.07.2003 ·  Nach langem Rechtsstreit mit seiner Ex-Geliebten und deren Mutter kann der Schriftsteller Maxim Biller seinen Roman „Esra“ einstweilen veröffentlichen. Umstrittene Passagen aber müssen entfernt werden.

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Der Liebesroman „Esra“ von Maxim Biller kann jetzt mit umfangreichen Schwärzungen veröffentlicht werden. Das Oberlandesgericht München hob eine von Billers ehemaliger Freundin und deren Tochter erwirkte Einstweilige Verfügung am Mittwoch wieder auf. Die beiden Frauen sehen durch den Roman ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Der Vorsitzende Richter erklärte, wenn der Verlag Kiepenheuer & Witsch umfangreiche Streichungen vornehme, könne das Buch vorerst in den Handel gebracht werden. Ob der Roman die Persönlichkeitsrechte der Frauen verletzt und dies Vorrang vor der Freiheit der Kunst hat, ist nach Angaben des Richters abschließend erst in einem Hauptsacheverfahren zu klären. Das Urteil sei in einem halben Jahr zu erwarten.

„Intime Einzelheiten sind so weit ausgebreitet, daß möglicherweise die Freiheit der Kunst das Nachsehen haben könnte“, sagte Richter Walter Seitz. Das Gericht hoffe aber, daß sich der Verlag und die Klägerinnen noch einigen werden. Der Verlag habe zugesagt, daß der Roman bis zu einem Urteil „nur verstümmelt veröffentlicht wird“.

So seien alle Straßen, Orte und Länder zu streichen, erklärte der Richter. Andernfalls drohe eine Geldstrafe, deren Höhe noch nicht bestimmt sei. Kiepenheuer & Witsch erwägt nach Angaben einer Sprecherin, den Roman jetzt entsprechend gekürzt in den Handel zu bringen.

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