24.01.2005 · Das hielte ich nicht aus: Die Nobelpreisträgerin für Literatur, Elfriede Jelinek, erklärt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, warum sie das Ansinnen ablehnt, auf einer Briefmarke zu erscheinen.
Das hielte ich nicht aus: Die Nobelpreisträgerin für Literatur, Elfriede Jelinek, erklärt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, warum sie das Ansinnen ablehnt, auf einer Briefmarke zu erscheinen.
Frau Jelinek, die Österreichische Post will eine Briefmarke mit Ihrem Porträt herausbringen, weil Sie den Literaturnobelpreis bekommen haben. Sie lehnen dieses Ansinnen ab. Warum wollen Sie nicht auf eine Briefmarke?
Deshalb nicht, weil ich keinerlei persönliche Ehrungen annehmen würde. Literaturpreise sind eine Gratifikation für Arbeit, die man geleistet hat. Aber als Person will ich das nicht. So einfach ist das.
Aber finden Sie nicht, daß viel zu wenige Frauen im öffentlichen Raum präsent sind - und schon überhaupt auf Briefmarken? Da wäre es doch schön, wenn eine „Ikone“ wie Sie an dieser Abwesenheit etwas ändern würde.
Nein! Niemals. Damit muß die Gesellschaft leben, daß sie den Frauen im Außen keine Macht zugestehen will. Ich werde das keinesfalls camouflieren. Und zur Ikone eigne ich mich zuallerletzt. Ich kann ja kaum mein Originalgesicht in der Öffentlichkeit zeigen, wie soll ich es da aushalten, gleich zu so vielen aufzutreten, die alle ich sind? Das hielte ich nicht aus.