http://www.faz.net/-gqz-6zxw3

Neue Literaturposter bei Dumont : Klassiker für die Wand

  • -Aktualisiert am

Ungekürzt: „Romeo und Julia“ in Plakatform Bild: Dumont

Literarisches Leben: Quasi als Gegenoffensive zur App-Lektüre druckt Dumont jetzt eine Reihe Klassiker im Posterformat. Mit dabei sind Goethe, Shakespeare und - Haruki Murakami.

          Mit der Einführung des E-Books hat sich für den geneigten Leser das Umblättern merklich vereinfacht. Der neueste, ganz und gar analoge Coup des Kölner Dumont Verlags erspart dem Literaturliebhaber das mühsame Anheben der Seiten jetzt sogar ganz - vorausgesetzt, er liest im Stehen und nimmt eine Lupe zur Hand.

          Eine Handvoll Klassiker der Literaturgeschichte ist nämlich bei Dumont ab sofort in Plakatform erhältlich. Deren Schrift lässt sich allerdings bei einer geschätzten Buchstabengröße von einem knappen Millimeter bestenfalls mit einem Vergrößerungsglas entziffern. Geboten werden - ungekürzt auf hundert mal siebzig Zentimetern und natürlich schwarz auf weiß - Goethes „Faust“, Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, Shakespeares „Romeo und Julia“, Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ und Haruki Murakamis „Gefährliche Geliebte“.

          „Faust“ an der Bürotür

          Letzteres ist freilich noch einmal eine Pointe für sich, flogen doch vor Jahren im „Literarischen Quartett“ beim heute legendären Zwist um diesen Roman so richtig die Fetzen. Danach war „Gefährliche Geliebte“ im Jahr 2005 noch das „Buch für die Stadt“ in Köln - was sicherlich ausreicht, um neben Shakespeare und Goethe als Weltliteratur zu gelten.

          Tatsächlich gelingt beim äußerst genauen Hinsehen sogar das Dechiffrieren dieser Mikrogramme. Der Druck ist jedenfalls hochauflösend und sauber genug. Einen Rechtschreibfehler haben wir bisher auch noch nicht entdecken können. Umso größer der Stolz, den „Faust“ als Ganzes nun endlich an der eigenen Bürotür hängen zu haben - statt eines x-beliebigen Autoren-Starschnitts! Verzichten würde man indessen gern auf die wirklich albernen Hintergrundmotive im Schablonenstil, die sich penetrant aus dem Textumbruch herausschälen: ein sprintender Pudel für Goethe, drei Palmen für Defoe.

          Bleibt zu hoffen, dass die anderen Verlage bald nachziehen und demnächst auch aktuelle Belletristik auf Plakaten und Postern verfügbar wird - quasi als Gegenoffensive zu all den Apps, die Lektüre im Häppchenformat bieten. Notfalls ließe sich dank Google Books und Photoshop das eine oder andere Lieblingswerk ja auch am heimischen Computer entsprechend umgestalten. Für Übersetzungen wären vielleicht zweisprachige Kippbildversionen mit 3-D-Effekt vorstellbar. Von Dumont (oder wahlweise Rowohlt, dtv, Fischer und Suhrkamp) wünschen wir uns als Nächstes übrigens Leo Tolstois „Krieg und Frieden“, Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ und James Joyces „Ulysses“ als Tapeten-Set im Wohnzimmerformat!

          Weitere Themen

          So viele mittelmäßige Filme Video-Seite öffnen

          Halbzeit bei der Berlinale : So viele mittelmäßige Filme

          Der Wettbewerb der Berlinale kommt wie schon in den Jahren zuvor nicht so wirklich in Schwung. Zu viel Mittelmaß, zu wenig Neues, findet F.A.Z.-Redakteurin Verena Lueken. Im Video verrät sie, warum sich ein Besuch doch noch lohnt.

          Ein Film über das Massaker von Utøya Video-Seite öffnen

          Berlinale : Ein Film über das Massaker von Utøya

          Der norwegische Regisseur Erik Poppe hat auf der Berlinale seinen Spielfilm „Utøya 22. juli“ vorgestellt. Er erzählt die Geschehnisse auf der norwegischen Insel, auf der der Rechtsextreme Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 69 Menschen erschießt.

          Topmeldungen

          Kanzlerin Angela Merkel und Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki

          Europa : Polen warnt Merkel vor „echter politischer Krise“

          Kurz vor dem EU-Gipfel eskaliert der Streit zwischen Polen und Deutschland. Der polnische Europaminister Szymanski sperrt sich gegen Merkels Forderung, EU-Gelder an die Aufnahme von Flüchtlingen zu knüpfen.
          Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair

          Streit um Waffenexporte : Saudis wenden sich von Deutschland ab

          Das Königreich reagiert enttäuscht auf die Entscheidung Deutschlands, keine Waffen mehr an Parteien des Jemen-Kriegs zu exportieren. „Wir brauchen eure Rüstungsgüter nicht. Wir werden sie woanders finden“, teilt der Außenminister mit.
          Entschärfte Bombe am Gallus

          Fliegerbombe entschärft : Kartoffelsuppe in der Geisterstadt

          Die Fliegerbombe am Gallus ist erfolgreich entschärft worden. Viele Bewohner werden die Nacht dennoch nicht so schnell vergessen. Streifzug durch ein Viertel im Ausnahmezustand

          Das war die Olympia-Nacht : Teenager-Gold im Eiskunstlauf

          Die 15 Jahre junge Alina Sagitowa landet vor ihrer 18 Jahre alten Teamkollegin Jewgenija Medwedjewa auf dem ersten Platz. Skicrosserin Julia Eichinger scheitert im Achtelfinale. Der Trainer der Kombinierer warnt vor zu viel Selbstzufriedenheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.