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Martin Heideggers Schwarze Hefte : Die Endschlacht der planetarischen Verbrecherbanden

Nach dem Judenmord kein einziges offenes Wort darüber: Martin Heidegger (1889-1976), hier im Jahr 1970 Bild: ASSOCIATED PRESS

Der Philosoph Peter Trawny hat die die Schwarzen Hefte von Martin Heidegger herausgegeben, in denen sich seine antisemitischen Notizen finden. Es sind Dokumente der Niedertracht.

          War Martin Heidegger ein Nationalsozialist? Die Antwortet lautet schon lange: ja. Wer wie er am 1. Mai 1933 in die NSDAP eintrat und öffentlich Sätze sagte wie „Das Deutsche Volk ist jetzt dabei, sein eigenes Wesen wieder zu finden und sich würdig zu machen eines großen Schicksals“, wer sich außerdem privat notierte „Wir wollen der Bewegung und ihrer Richtkraft Möglichkeiten der Weltgestaltung und der Entfaltung vorbauen“, und wer sich einem „geistigen Nationalsozialismus“ zuordnet, dessen Aufgabe es sei, den Geist des Bürgertums zu zerstören - der war offenkundig Nationalsozialist.

          War Martin Heidegger Antisemit? Die Antwort lautet spätestens von heute an: ja. In seinen „Überlegungen“, die Heidegger von 1938 bis 1941 in die sogenannten Schwarzen Hefte eintrug, findet sich eine ganze Reihe von Bemerkungen zum Judentum, die keinen anderen Schluss erlauben (siehe unseren Zitatkasten unten).

          Wer einer ganzen „Rasse“ nicht nur Eigenschaften wie „Bodenlosigkeit“, „Weltlosigkeit“ und „rechenhafte Begabung“ zuschreibt, sondern das „Weltjudentum“ auch als handlungsfähiges Kollektiv wahrnimmt, das „nach dem Rasseprinzip“ lebe, eine „zähe Geschicklichkeit des Rechnens und Schiebens und Durcheinandermischens“ zeige und im Kampf mit den Deutschen dem Handlungszweck „Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein“ folge - der erfüllt hinreichend viele Kriterien für Antisemitismus.

          War der Antisemitismus ein zentrales Motiv im Denken Martin Heideggers oder eher ein seiner Philosophie äußerlicher Tribut an den Zeitgeist, ein typisches kulturkritisches Stereotyp? Diese Frage muss gestellt werden, denn beides ist behauptet worden. Die Antwort lautet: weder das eine noch das andere.

          Auszug aus einem Schwarzen Heft. Bilderstrecke

          Um das zu erläutern, muss man etwas ausholen. 1240 Seiten liegen vor uns. So umfangreich sind Martin Heideggers „Überlegungen II-XI“, die er von 1932 an in den Schwarzen Heften - die so heißen, weil sie eben schwarz eingebunden waren - festgehalten hat.

          Die Bände 95 und 96 der Gesamtausgabe, in denen Aufzeichnungen von 1938 bis 1941 mitsamt jenen antisemitischen Äußerungen stehen, sind heute herausgekommen. In der Zeit von 1932 bis 1941 hält der Philosoph in Freiburg Vorlesungen, deren Niederschriften sich in der Gesamtausgabe auf 4000 Seiten belaufen.

          Außerdem schreibt er Abhandlungen, die unveröffentlicht bleiben: noch einmal etwa 2000 Seiten. Schließlich das Veröffentlichte jener Jahre: beispielsweise die Aufsätze „Der Ursprung des Kunstwerkes“, „Die Zeit des Weltbildes“ und „Platons Lehre von der Wahrheit“. Es ist wohl nicht zu knapp geschätzt, wenn man überschlägt, dass Heidegger in jenen elf Jahren etwa 7500 druckfähige Manuskriptseiten zustande gebracht hat; etwa zwei an jedem Tag.

          Druckfähig, denn auch was in die Schwarzen Hefte einging, waren keine tagebuchartigen Notizen, keine Gedankenstenogramme. Ihr Herausgeber, der Wuppertaler Philosoph Peter Trawny, weist in seinem sehr lesenswerten Band über den Mythos der jüdischen Weltverschwörung bei Heidegger darauf hin, dass dessen Manuskript wie eine Reinschrift wirkt. Heidegger streicht fasst nie etwas durch, korrigiert sich nur selten - die „Überlegungen“ müssen als ausgearbeiteter Text gelesen werden.

          Antisemitische Äußerungen zwischen 1933 und 1945

          Nur in diesem Text finden sich bislang explizit antisemitische Äußerungen Heideggers. In seinen Vorlesungen und Schriften hingegen nicht, sieht man von einem nicht von ihm selbst angefertigten Seminarprotokoll aus dem Winter 1933/34 ab. Dort wird von ihm der Satz berichtet, „den semitischen Nomaden“ werde „die Natur unseren deutschen Raumes ... vielleicht überhaupt nie offenbar“.

          Das Heidegger-Jahrbuch hat diesen Text abgedruckt, die Siegener Philosophin Marion Heinz hat Heideggers Seminar über „Wesen und Begriff von Natur, Geschichte und Staat“ dort als Versuch kommentiert, dem Nationalsozialismus philosophische Legitimität zu verschaffen (Band 4 und 5, beides erschienen im Karl Alber Verlag, Freiburg 2009).

          Merkwürdig genug aber hält sich Heidegger, was Rassismus und Antisemitismus angeht, in seinen öffentlichen Äußerungen zwischen 1933 und 1945 extrem zurück. Und das, obwohl ihm Funktionäre der NSDAP und Organe des NS-Staates mehrfach deutlich gemacht hatten, dass sie positive Stellungnahmen zur „Rassenfrage“ von ihm vermissten. Von offizieller Seite bestand der Argwohn, dass Heidegger einen „Privatnationalsozialismus“ pflege. Er hat ihn nicht zerstreut.

          In den Schwarzen Heften wiederum, soweit sie bislang ediert sind, finden sich Sätze über das Judentum an nicht viel mehr als einem Dutzend Stellen und gar nicht vor 1938. Es kann insofern nicht die Rede davon sein, dass der Antisemitismus ein zentrales und durchgehendes Motiv von Heideggers Denken jener Jahre war.

          Hoffen auf den Nationalsozialismus

          Was den Nationalsozialismus angeht, liegt die Sache anders. Anders als es beispielsweise das soeben erschienene, ansonsten sehr verdienstvolle Heidegger-Handbuch von Helmuth Vetter noch sieht, war das Engagement des Philosophen nicht nur eines, das einer Erneuerung der Universität aus dem Geist des vermeintlichen nationalen Aufbruchs galt.

          Die Schwarzen Hefte lassen wenig Zweifel daran, dass er sich vom NS-Staat viel mehr erhoffte: eine Beseitigung aller zivilisatorischen Hohlheiten, eine „Vernichtung der Neuzeit“, eine Verwirklichung seiner philosophischen Phantasie vom neuen Anfang in der „Seynsgeschichte“ (er schreibt das Wort für das Ganze seit 1931/32 zunehmend oft mit „y“).

          Dazu entwickelt er jeweils eigene Begriffe von Rasse, Volk, Geschichte, Macht, Deutschland, Universität, die dann zusammen fast eine Privatsprache ergeben. Kein Philosoph hat in seinem Werk darum auch so viele Anführungszeichen wie Heidegger.

          Heidegger glaubte allen Ernstes, die destruktiven Mächte des NS würden die echten Worte praktisch zur Geltung bringen und gälten der Beseitigung jenes unangemessenen Verhaltens zur Welt als Ganzes, die er in Verstädterung und Unterhaltungsindustrie repräsentiert sah, in Technik, Massenmedien und bürgerlichem Kulturbegriff, im Christentum wie in der empirischen Forschung. Ein ziemlich umfassendes Paket, das er später mit der Aufschrift „Machenschaften“ versieht.

          Erst ab 1938 nehmen in den Heften die Einträge deutlich zu, die zeigen, dass er sich dieses Irrtums bewusst wird. Oder genauer: dass ihm klar wird, dass die Nationalsozialisten auch zur Geschichte der Neuzeit und zu der eines Ausstieges aus ihr gehören. Er habe, notiert er 1941, „den Nationalsozialismus für die Möglichkeit eines Übergangs in einen anderen Anfang gehalten“.

          Das führt ihn aber nicht zur Einsicht in den Mythos der absoluten Anfänge - im Gegenteil: Es ergebe sich aus dieser Täuschung über den Nationalsozialismus „die Notwendigkeit seiner Bejahung und zwar aus denkerischen Gründen“. Man kann hier an Intellektuelle denken, die umso lieber an der Utopie des Sozialismus oder der Marktwirtschaft festhalten, je weniger irgendeine Wirklichkeit ihr zu entsprechen vermag.

          Nun hält Heidegger fest, dass die Hetze gegen den „Intellektualismus“ nicht viel wert ist, wenn sie von Leuten erfolge, die derselben „Machenschaft“ anhängen, und dass „Blut und Boden“ nur eine „aufgedonnerte Redensart“ ist, wenn zugleich der Rundfunk in den Dörfern vordringt. (Dass im Zuge von Bleibeverhandlungen, deren Motiv er in „Warum bleiben wir in der Provinz?“ per Rundfunk als solche der Bodenhaftung im Ursprünglichen verkaufte, seine Todtnauberger Hütte elektrifiziert wurde, ist nur eine, aber immerhin hübsche Anekdote zu einer privaten Version dieser Doppelmoral.)

          Kulturpolitik und Historie als Feindinnen der Philosophie

          Die eigenen aufgedonnerten Redensarten von 1933/34 hatte Heidegger bei all dem nicht mehr im Ohr. Denn Einwände, gar Vorwürfe macht sich er nie; der Irrtum seiner Freiburger Rektoratsrede von 1933, notiert er, sei gewesen, einer Anstalt Besinnung zuzumuten.

          In vergleichbarem Sinn formuliert er später: „Regieren (rex) heißt Königsein: aus solchem Sein königlich handeln.“ Heute gebe es hingegen nur noch behördliches Verwalten. Er philosophiert sich also völlig anschauungsfrei einen Begriff zusammen, erlebt eine abweichende Wirklichkeit und zieht sich daraufhin als Regent in sein erfundenes Reich zurück, in dem er mangels Mitbewohnern das zweifelhafte Privileg der Alleinherrschaft genießt.

          Doch zurück zur Frage des Antisemitismus. Es sind zunächst nicht in erster Linie Personengruppen oder Ethnien, denen die Angriffe Heideggers in den Schwarzen Heften gelten. Sofern er nicht - in unglaublicher Redundanz und fast ohne jede Entwicklung - der Aufgabe der Philosophie nachdenkt, dem Sein zu entsprechen, die Stille zu bedenken, an Hölderlin sowie die griechischen Anfänge des Denkens zu erinnern und dadurch (!) die Ankunft von Göttern vorzubereiten, attackiert er vor allem die Kulturpolitik - also den staatlich begünstigten Einsatz von Geist wie Kunst zu Konsumzwecken -, die Wissenschaften und die Massenmedien.

          Dabei reserviert er sich auch die Kritik daran. Die Zeitungsschlagzeile „Die Welt erlebt Schmeling“ kommentiert er so: Schlimmer als Kultur als Erlebnisveranstaltung sei der christliche Widerstand dagegen. Denn der christliche Kulturbetrieb, wird erwogen, sei vielleicht „nur die als Lichtseite ausgegebene Kehrseite dessen ... was der Bolschewismus als Kulturzerstörung betreibt“.

          Besonders der Historismus wird über Hunderte von Seiten hinweg immer wieder als Grundübel bezeichnet. Eine Bemerkung, die er mehrfach macht, lautet: „Die Technik ist die Historie der Natur“, was heißt, dass sich die Technik in der Natur genauso zerstörerisch auswirkt wie die Historie in der Geschichte und ihr genauso inadäquat ist.

          Das Motiv für dieses Urteil liegt auf der Hand: Heidegger kann verständlicherweise Kenntnisse über die von ihm negativ wie positiv stereotypisierten Epochen nicht gebrauchen. So wenig wie „Kunsthistorie“, die er einmal als das Allerschlimmste bezeichnet. Warum? Weil sie einem Philosophen, der behauptet, van Gogh habe Bauernschuhe gemalt, eventuell demonstrieren könnte, dass es van Goghs eigene Schuhe waren?

          Endreinigung des Seyns inbegriffen

          Es geht eine erhebliche Aggressivität durch den Text, der in vielen Passagen zu verstehen gibt, was alles zugrunde gehen müsste, damit ein dem „Seyn“ entsprechendes Verhalten aufkommen könnte. Was in den Anfängen Heideggers als destruktive Interpretation von Texten, die von ihren verharmlosenden Überformungen befreit werden sollten, erschien und eine halbe Generation deutscher Philosophiestudenten an ihn band, wird hier giftig.

          Dass durch höchste Vollendung der Technik „sich die Erde selbst in die Luft sprengt und das jetzige Menschentum verschwindet“, ist für Heidegger, der es abzusehen meint, „kein Unglück“, sondern „die erste Reinigung des Seins von seiner tiefsten Verunstaltung durch die Vormacht des Seienden.“ Es geht ein erheblicher Hass durch den Text. Peter Trawny spricht von einem „seinsgeschichtlichen Manichäismus“.

          Die Juden sind ihm eine Verbrecherbande von vielen

          Für jene Reinigung des Seins sah Heidegger als Reinigungskräfte die Deutschen vor, deren Bestimmung mit dem „Geschick des Abendlandes“ zusammenhänge. Ohne dass er noch große Hoffnungen darauf setzte, frischt sich dieses Phantasma in den „Überlegungen“ mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs auf.

          Nun gibt es vor allem einen Feind: die Engländer. Die sind sogar ein ganzes Feindkonglomerat: „Die bürgerlich-christliche Form des englischen ,Bolschewismus‘ ist die gefährlichste.“ Denn sie haben die Maschine, die Demokratie und den Utilitarismus erfunden, der in den Pragmatismus mündet.

          Heidegger lässt wirklich keine Denkmöglichkeit unversucht: „Kann es Zufall sein, dass mein Denken und Fragen im letzten Jahrzehnt einzig in England stets abgelehnt und auch keine Übersetzung versucht wurde?“

          Und hier erst verdichten sich die Passagen über das Judentum. Im Kampf zwischen Deutschen, „Russentum“, Bolschewismus und Amerikanismus sind die Juden für Heidegger ein Teilnehmer. In diesem Zusammenhang macht er die niederträchtige Bemerkung, der Nationalsozialismus wende „uneingeschränkt“ dasjenige „Rasseprinzip“ an, das die Juden schon lange praktizierten - wollte sagen: die Nürnberger Gesetze „zum Schutze des deutschen Blutes“, wie es im Gesetzestitel hieß, sind eine radikale Variante der (unterstellten) Endogamie im Judentum. Deswegen (!) wehrten sich die Juden dagegen. Heidegger nimmt also, in den Worten Trawnys, eine „seinsgeschichtliche Konkurrenz“ zwischen beiden an. Dass es deutsche Juden gibt und dass „Nationalsozialisten“ kaum die Bezeichnung einer Ethnie sein kann, gerät in diesem ebenso widerwärtigen wie absichtsvollen Begriffsdurcheinander ohnehin aus dem Blick.

          Für wen waren diese Schriften bestimmt?

          Der Antisemitismus Heideggers erscheint hier also unabweisbar. Zugleich zeigt er sich als Element einer privaten Mythologie planetarischer Verbrechergruppen - Engländer, bürgerliche Christen, aber auch ungeistige Nationalsozialisten, die sich zu den Deutschen verhalten wie die Bolschewisten zu den Russen -, die eine Schlacht ums Überleben und gegen das „Seyn“ austragen.

          Diese Mythologie wird erst akut und verdichtet sich bei Heidegger im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Im engeren Sinne handelt es sich nicht um Philosophie, denn es gibt weder Argumente noch Reflexion. Heidegger genügen ein paar hingeworfene Sprüche. Mehr gab es dazu wohl auch nicht. Und obwohl der Herausgeber der Schwarzen Hefte recht haben dürfte damit, dass sie auf eine Veröffentlichung hin geschrieben wurden, bleibt es rätselhaft, welche Leser sich Heidegger für diese schlechte und in vielen Passagen auch böse Literatur der Gattung „Non-Science-Fiction“ vorgestellt haben mag.

          Heute sind die „Überlegungen“ jedenfalls nur noch ein historisches Dokument. Insofern geschieht es diesen Werken Heideggers recht, wenn fast nur noch über ihren Autor und nicht mehr mit ihnen diskutiert wird.

          Lohengrin, Panzerwagen und Flugzeuggeschwader sind dasselbe

           „Was jetzt geschieht, ist das Ende der Geschichte des großen Anfanges des abendländischen Menschen, in welchem Anfang der Mensch zur Wächterschaft des Seyns berufen wurde, um alsbald diese Berufung umzuwandeln in den Anspruch der Vor-stellung des Seienden in seinem machenschaftlichen Unwesen. (. . .) Sobald das Geschichtslose sich ,durchgesetzt‘ hat, beginnt die Zügellosigkeit des ,Historismus‘ -, das Bodenlose in den verschiedensten und gegensätzlichsten Gestalten gerät - ohne sich als gleichen Unwesens zu erkennen - in die äußerste Feindschaft und Zerstörungssucht. Und vielleicht ,siegt‘ in diesem ,Kampf‘, in dem um die Ziellosigkeit schlechthin gekämpft wird und der daher nur das Zerrbild des ,Kampfes‘ sein kann, die größere Bodenlosigkeit, die an nichts gebunden, alles sich dienstbar macht (das Judentum).“ (Überlegungen VIII, 1938/39)

          ***

          „Die höchste Form der Erklärung und deshalb immer noch Erklärung ist die Verklärung. Denn dieser geschichtslose, aber durch und durch historische Mensch ist keineswegs ein nüchterner Rechner, in ihm feierte die Romantik ihren höchsten Triumph; die Musik, das Wort- und Wahrheitslose, aber durch und durch Gerechnete und doch an das ,Leben‘, den Leib gehende, wird ,die‘ Kunst, die alle Künste in sich und um sich versammelt; d.h. die Kunst wird zur téchne im Sinne der Technik, politisch bestellt und berechenbar, ein Mittel unter anderen zur Handlichmachung des Vorhandenen und zwar in der Weise der Verklärung. ,Lohengrin‘ und immer wieder ,Lohengrin‘ und Panzerwagen und Flugzeuggeschwader gehören zusammen, sind dasselbe.“ (VIII)

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          „Die ,Kultur‘ als Machtmittel sich anzueignen und damit sich behaupten und eine Überlegenheit vorgeben, ist im Grunde ein jüdisches Gebaren. Was folgt daraus für die Kulturpolitik als solche?“ (X)

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          „Man predigt ,Blut und Boden‘ und betreibt eine Verstädterung und Zerstörung des Dorfes und des Hofes in Ausmaßen, wie sie vor kurzem noch niemand zu ahnen vermochte.“(XI)

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          „Warum ist der ,Pragmatismus‘ eine ,Lehre‘ und ,Weltanschauung‘, die besonders in ,Amerika‘ ihre Ausbildung und Anhängerschaft fand? Nicht weil die Amerikaner besonders auf das ,Nützliche‘ erpicht sind, sondern weil sie das Menschentum auf der rationalen Sicherung und Berechnung und weitgespannten Einrichtung und Planung aufbauen.“ (XII)

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          „Die zeitweilige Machtsteigerung des Judentums aber hat darin ihren Grund, daß die Metaphysik des Abendlandes, zumal in ihrer neuzeitlichen Entfaltung, die Ansatzstelle bot für das Sichbreitmachen einer sonst leeren Rationalität und Rechenfähigkeit, die sich auf solchem Wege eine Unterkunft im ,Geist‘ verschaffte, ohne die verborgenen Entscheidungsbezirke von sich aus je fassen zu können. Je ursprünglicher und anfänglicher die künftigen Entscheidungen und Fragen werden, um so unzugänglicher bleiben sie dieser ,Rasse‘.“ (XII, 1939)

          ***

          „Die Juden ,leben‘ bei ihrer betont rechnerischen Begabung am längsten schon nach dem Rasseprinzip, weshalb sie sich auch am heftigsten gegen die uneingeschränkte Anwendung zur Wehr setzen.“ (XII) *** „Gleich wahnwitzig - d.h. Verkehrung innerster Wesensverhältnisse - ist es, den Bolschewismus durch das Rasseprinzip bekämpfen zu wollen (als ob nicht beide in grundverschiedener Gestalt doch dieselbe metaphysische Wurzel hätten) und das Russentum durch den Faschismus zu retten trachten, (als ob nicht beides durch einen Abgrund verschieden, jede Wesenseinheit ausschlösse.) (XII)

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          „Die Spitze der Technik ist nicht erreicht in der vollendeten Einrichtung von Maschine und Motor, sondern dann, wenn der ,Mythos‘ und was man so nennt, zum Gegenstand der Berechnung gemacht wird und das Tragische der dramaturgischen Errechnung ausgeliefert wird.“ (XIV, 1940/41)

          ***

          „Die Frage nach der Rolle des Weltjudentums ist keine rassische, sondern die metaphysische Frage nach der Art von Menschentümlichkeit, die schlechthin ungebunden die Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein als ,weltgeschichtliche‘ Aufgabe übernehmen kann.“ (XIV, 1940)

          ***

          „Das Weltjudentum, aufgestachelt durch die aus Deutschland herausgelassenen Emigranten, ist überall unfaßbar und braucht sich bei aller Machtentfaltung nirgends an kriegerischen Handlungen zu beteiligen, wogegen uns nur bleibt, das beste Blut der Besten des eigenen Volkes zu opfern.“ (XV, 1941)

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