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Literatur Eine Welle aus dem Nichts

03.01.2005 ·  Michael Crichton läßt Umweltschützer eine Sturmflut entfachen, Christoph Hein betrachtet die RAF aus ostdeutscher Sicht, Eva Menasse erzählt phantastische Geschichten: die vielversprechendsten Bücher.

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Im Zentrum des Geschehens des vermutlich ersten großen Bestsellers, der im neuen Jahr auf deutsch erscheint, steht eine riesige Flutwelle, die - scheinbar aus dem Nichts entstanden - Inseln und Strände zu verwüsten droht. Diese Flutwelle ist allerdings nicht naturgemacht. Sondern nur ein aufwendig inszenierter Trick von Umweltschutzorganisationen, die an Aufmerksamkeits- und Geldmangel leiden.

Die Botschaft von Michael Crichtons neuem Roman „Welt in Angst“, der Ende Januar auf deutsch erscheinen wird, ist klar: Umweltschutzorganisationen schüren grundlos Panik. Mit ungenauen Daten, Horrorszenarien und üblen Tricks.

RAF-Roman aus ostdeutscher Sicht

In der deutschen Literatur geht es etwas undramatischer zu. Das größte Interesse dürfte zunächst Christoph Heins neuer Roman „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ erregen. Ein RAF-Roman aus ostdeutscher Sicht. Die Geschichte von Bad Kleinen wird aus der Sicht des Vaters des erschossenen Terroristen nacherzählt. Moralisch, traurig, wahrheitssuchend.

Schauerlich liest sich dagegen alles, was wir bislang vom Roman des letztjährigen Bachmannpreisträgers Uwe Tellkamp kennen. Mit „Der Eisvogel“, der im März erscheint, erreicht die deutsche Streberliteratur der letzten Jahre ihren bisherigen Höhepunkt. Wunderschön ist dafür „Vienna“. Der Familienroman der früheren Wiener Kultur-Korrespondentin der F.A.Z., Eva Menasse, ist so voller lustvoll erzählter, phantastischer, trauriger, erstaunlicher Erlebnisse und Geschichten, wie es lange kein deutschsprachiger Roman mehr war. Und schließlich: Ende Februar erscheint Kempowskis „Echolot“, letzter Band. So wird der Frühling.

Quelle: vw / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 02.01.2005, Nr. 53 / Seite 21
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