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Krimibestenliste im September : Freie Fahrt ins Dunkle

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Im September gibt es schon wieder eine neue Spitzenreiterin, dazu vier neue Titel und viele Frauen, die sich sehr gut zu helfen wissen.

          1.

          Simone Buchholz - Beton Rouge
          Platzierung im Vormonat: 5

          Hamburg, Biesendorf. Gefolterte Verlagsmanager ächzen in Käfigen vor ihrem Stammhaus. Ein Mädchen totgefahren. Chastitys Kumpel im Streit. Im siebten Riley-Fall steuert Buchholz ganz ins Dunkle. Ihr Beitrag zur Internats- und Racheliteratur. Astra, saubere Sprüche, Melancholia, und ein neuer Mann.Blindtext.
          Suhrkamp, 230 Seiten, 14,95 Euro.

          2.

          Ottessa Moshfegh: Eileen
          Platzierung im Vormonat: /

          X-Ville, Neuengland 1964. Eileen: voll Selbsthass, Prüderie, Stolz, Wut und Langeweile, vierundzwanzig, Jungfrau. Vater Ex-Cop, Säufer. Auftritt: die glamouröse Rebecca, ihr Licht fällt in Eileens desaströse Schattenwelt. Rebeccas Erziehungsaktionen machen Eileen stark, autonom und bös. Radikal.
          Aus dem Englischen von Anke Carolin Burger. Liebeskind, 334 Seiten, 22 Euro.
           

          3.

          Zoë Beck - Die Lieferantin
          Platzierung im Vormonat: 1

          London, Edinburgh, nahe Zukunft. Die Regierung will den Drexit, Null Toleranz für Drogen. Die Lieferantin ist dagegen. Sie versendet Stoff wie aus der Apotheke, geschickt per Drohne. Doch der saubere Trip für autonome Menschen stört das althergebrachte Machtgefüge. Und schon wird die Lieferantin gejagt..
          Suhrkamp, 326 Seiten, 14,95 Euro.

          4.

          Antonin Varenne - Die Treibjagd
          Platzierung im Vormonat: 2

          Limousin. Zwei Außenseiter gegen die beiden herrschenden Familien einer sterbenden Region: der verküppelte Revierjäger Rémi, und die gefallen Dorfschöne Michèle. Schlägereien, tote Förster, aufbrodelnde Gewalt. Als Western inszeniert, wilde Natur, archaische Triebe im Kern- und Hinterland Frankreichs.
          Aus dem Französischen von Susanne Röckel. Penguin, 304 Seiten, 10 Euro.

          5.

          Sven Heuchert - Dunkels Gesetz
          Platzierung im Vormonat: /

          „Altglück“. Dunkel, vormals Söldner, bewacht eine Bergbaubrache. Lemurenhafte Randwelt, bewohnt von Versagern, Zuhältern, Drogenschmugglern. Und Frauen, die sich für Kost und Logis durchschlagen, begrapscht, benutzt zur Triebabfuhr. Heucherts milieugenauer Sprachnaturalismus trifft ins Schwarze.
          Ullstein, 188 Seiten, 14,99 Euro.

          6.

          Graeme Macrae Burnet - Das Verschwinden der Adèle Bedeau
          Platzierung im Vormonat: 8

          Saint-Louis, Haut-Rhin. Adèle, Kellnerin im Restaurant La Cloche, ist weg. Aufruhr am Bridge-Tisch der Honoratioren, in der kleinen Stadt: Hatte der seltsame Herr Baumann mit ihrem Verschwinden zu tun? Baumann glaubt es manchmal selbst. Simenonähnliche subtile Erforschung eines Einzelgängers in der Krise.
          Aus dem Englischen von Claudia Feldmann.Europaverlag, 288 Seiten, 17,90 Euro.

          7.

          Lisa Sandlin: Ein Fall für Delpha
          Platzierung im Vormonat: /

          Beaumont, Texas, 1973. Zwei Neuanfänger auf gutem Weg: Delpha Wade hat 14 Jahre Knast wegen Mordes (recte: Notwehr bei Vergewaltigung), Tom Phelan harte Zeiten als Ölbohrer hinter sich. Auf Bewährung organisiert sie sein Detektivbüro, zu zweit mischen sie Patenträuber und Mordverschwörer auf. Herzhafter Start.
          Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Suhrkamp, 352 Seiten, 9,95 Euro.

          8.

          Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand
          Platzierung im Vormonat: 10

          „St. Pierre d’Elze“, Sète. Hültners neuer Ermittler Commandant Lazare aus Montpellier hat mehr als genug zu tun. Ein toter Sinto, ein renitenter Bauer im Weidezaun, ein deutscher Polizistenmörder. Und eine korrupte Polizeistation. Hültner im neuen Milieu: souverän, mit skeptischem Humor.
          btb, 384 Seiten, 20 Euro.

          9.

          Monika Geier - Alles so hell da vorn
          Platzierung im Vormonat: 6

          Rheinland-Pfalz. Manga, verlorene 18, Prostituierte seit sie denken kann, erschießt einen Freier in Polizeiuniform. Halbtags-Kriminalkommissarin Boll nimmt SoKos oder Vorgesetzte nur am Rande wahr, aber das, was wichtig ist. Rätselhaft, sehr straight, irre gut. Geier ist Spitze.
          Ariadne im Argument Verlag, 416 Seiten, 13 Euro.

          10.

          Christian v. Ditfurth: Giftflut
          Platzierung im Vormonat: /

          Frankfurt/Main, Berlin, Welt. Brücken, Tunnel, Gebäude fliegen in die Luft. Tausende Tote in den Metropolen, der Westen kollabiert. Selberdenker Eugen de Bodt erkennt: Es geht um Imperialismus und Wasser. Der Kommissar und seine Crew gegen Disruption im Weltmaßstab. Der Serie dritter Querschläger: Volltreffer.
          Carl’s Books, 480 Seiten, 15 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Sonntagszeitung“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Nordwestradio“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“, „Krimi-Welt“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite)  abonnieren.

          Quelle: F.A.S.

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