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Krimibestenliste im Mai : Salz in unserem Blut

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Hideo Yokoyama behauptet sich an der Spitze, und sechs neue Titel sorgen für frischen Wind.

          1.

          Hideo Yokoyama - 64
          Platzierung im Vormonat: 1

          „Präfektur D“, 1989, 2002. Vor dreizehn Jahren wurde die siebenjährige Shoko ermordet. Kurz vor der Verjährung soll der Fall noch aufgeklärt werden. Polizeipressechef Mikami kämpft eingeklemmt zwischen Mordermittlern und Bürokraten um Wahrheit und Mitleid. Große Klasse. Nobelpreis für Kriminalliteratur!
          Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl. Atrium, 768 Seiten, 28 Euro

          2.

          Denise Mina - Blut Salz Wasser
          Platzierung im Vormonat: /

          Glasgow, Helensburgh. Wer nimmt den Drogenhändlern ihre Millionen ab - Police Scotland Police oder Metropolitan Police? Das ist der Grund, warum DI Alex Morrow die verschwundene Roxanne sucht. Und auf Frauenleichen stößt. Alex lässt sich nicht beirren, nicht von Bossen, nicht von Gangstern.
          Aus dem Englischen von Zoë Beck. Ariadne im Argument Verlag, 368 Seiten, 19 Euro

          3.

          Garry Disher - Leiser Tod
          Platzierung im Vormonat: 2

          „Waterloo“, Mornington Peninsula. Ein Bankräuber, ein Serienvergewaltiger in Polizeiuniform, zu wenig Leute, keine Mittel: Inspector Challis und Crew im Stress. Polizeiermittlungen plus Story um die famose Einbrecherin Grace verbinden sich zu einem australischen Gesellschaftspanorama vom Feinsten.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 348 Seiten, 22 Euro.

          4.

          Aidan Truhen: Fuck You Very Much
          Platzierung im Vormonat: /

          London. Mit Poltergeist navigiert sich‘s prima: Jack Price liefert gänzlich gefahrlos besten Stoff. Bis er auf der Abschussliste der übelsten Killer der Welt landet. Price muss die „Seven Demons“ totquatschen oder umbringen. Irgendwie gelingt ihm beides brillant. Krimi im Wortrausch.
          Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 350 Seiten, 14,95 Euro.

          5.

          Adrian McKinty - Dirty Cops
          Platzierung im Vormonat: /

          Carrickfergus, 1988. Der Tod lässt ihn leben, weil er ihm so viel Arbeit verschafft. In seinem sechsten Fall wird DI Sean Duffy, Katholik in britischen Diensten, beinahe von der IRA hingerichtet. Weil er den Mord an einem Drogendealer nicht auf sich beruhen lassen will. Und die Drahtzieher reizt.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Suhrkamp, 392 Seite, 14,95 Euro.

          6.

          Carlo Bonini - ACAB. All Cops Are Bastards
          Platzierung im Vormonat: 5

          Rom, Genua, Neapel. Dokumentarischer Roman. Vom Bedürfnis nach Hass, kurz befriedigt in den Ritualen der Polizei, in den Ritualen der Hooligans. Massaker: Genua 2001, Rom 2007. Anlässe: G8-Gipfel, Fußball, Müllboykotts. Verschwimmende Feindbilder: Bastards sind die anderen. Realität blinder Gewalt.
          Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Folio, 192 Seiten, 18 Euro

          7.

          Matthias Wittekindt: Die Tankstelle von Courcelles
          Platzierung im Vormonat: /

          „Courcelles“. Wie setzt sich Schuldgefühl zusammen? Bilder überlappen einander, Fantasien auch. Eine Gruppe von Jugendlichen wächst heran. Lou wird Zeugin eines Schusswechsels, Philippe stürzt in den Steinbruch. Der junge Gendarm Ohayon bei seinen ersten Ermittlerschritten. Wittekindt wird immer besser.
          Edition Nautilus, 252 Seiten 16,90 Euro.

          8.

          Sarah Schmidt - Seht, was ich getan habe
          Platzierung im Vormonat: 9

          River Falls, Massachusetts, 1892. Vier Ich-Stimmen umkreisen erneut den Kriminalmythos der Lizzie Borden. 32 Jahre alt, wirre Gedanken im Kopf: Kann sie Vater und Stiefmutter mit der Axt erschlagen haben? Schmidt lässt die Mordwut aus üblen Miasmen erwachsen. Zivilisation? Tünche, kalte Repression.
          Aus dem Englischen von Pociao. Pendo, 384 Seiten, 20 Euro

          9.

          Philip Kerr - Kalter Frieden
          Platzierung im Vormonat: /

          Cap Ferrat, Riviera, 1956. Bernie Gunther, Concierge, und Somerset Maugham, weltberühmt, im Malstrom der Geheimdienste. Sexfotos, Erpressungen. KGB, Stasi, MI5 und MI6, Schachzüge und Bridgepartien: Gibt es noch einen Maulwurf bei den Briten? Kerrs Hommage an die britische Spionageliteratur.
          Aus dem Englischen von Axel Merz. Wunderlich, 398 Seiten, 22,95 Euro

          10.

          Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35
          Platzierung im Vormonat: /

          Saint-Louis, Dreyecksland, 1982. Ein gewöhnlicher Autounfall. Nur: Dort wo Anwalt Barthelme fuhr, sollte er nicht sein. Sohn Raymond und Kommissar Gorski stöbern im Zwielicht unklarer Abstammungen, im Ungefähren der Geschlechterrollen. Tod als Adoleszenzerfahrung in einer kleinen Stadt.
          Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. Europa, 304 Seiten, 17,90 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite)  abonnieren.

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