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Krimibestenliste im Februar : Kein stiller Winkel ohne Tote

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Oliver Bottini steht auch im Februar an der Spitze, dazu haben es sieben neue Titel in die Top Ten geschafft.

          1.

          Oliver Bottini - Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
          Platzierung im Vormonat: 1

          Rumänien, Mecklenburg. Globale Agrarkonzerne greifen nach Land. In „Prenzlin“ und in Westrumänien. Beschiss, Bestechung, Mord allerorten. Im Strudel: zersprengte Familien, schuldig gewordene Polizisten, Männer mit Traumata. Europa heute: kein stiller Winkel ohne Tote. Episch und stark.
          Dumont, 414 Seiten, 22 Euro.

          2.

          Mike Nicol - Korrupt
          Platzierung im Vormonat: /

          Kapstadt, „Bambatha“. Südafrika unterm Regime von Plünderern. Killt den Oberst im Exil, handelt mit Mädchen aus Bangui - Hauptsache, der Präsident macht Reibach. Agentin Vicki Kahn und ihr Lover Fish Pescado unter Geheimdienst-Haien und Attentätern: Überleben Glückssache. Nicol ist eine Klasse für sich.
          Aus dem Englischen von Mechthild Barth.btb, 510 Seiten, 10 Euro.

          3.

          Jan Costin Wagner - Sakari lernt, durch Wände zu gehen
          Platzierung im Vormonat: 2

          Turku. Kimmo Joentaa ist ein „Polizist, der keine Polizistenfragen stellt“. In ihm kondensierte Trauer, um ihn Verirrte, untröstliche Opfer. Sakari ist nackt mit einem Messer. Er glaubt, er sei ein Engel, und wird von Polizist Petri erschossen. Ein Haus brennt, Kinder sterben. Nichts wird besser, aber anders.
          Galiani. 236 Seiten, 20 Euro.

          4.

          Volker Heise: Außer Kontrolle
          Platzierung im Vormonat: 7

          Berlin. Die Stadt als Wille, Vorstellung und Kollaps. Alles muss gut werden mit dem Jungen und dem Mädchen. Alle kollabieren: der Sternekoch, seine Fische, der alte und der junge Polizist, der Ehebrecher, der Notarzt. Rauh instrumentiert, in Moll komponiert: Heises Spätsommernachts-Metropolen-Sound.
          Rowohlt Berlin, 240 Seiten, 20 Euro.

          5.

          Dror Mishani - Die schwere Hand
          Platzierung im Vormonat: /

          Cholon, Israel. Coby versauert ohne Arbeit; seine Frau Mali, Opfer einer Vergewaltigung, will ihre Gemeinsamkeit retten. Oberinspektor Avi Avraham leitet seine erste Mordermittlung. Auch die Ermordete wurde vergewaltigt. Meisterhaft erzählt: Wie verquickt sind männliche Eifer- und Erkenntnissucht?.
          Aus dem Hebräischen von Markus Lemke.Zsolnay, 288 Seiten, 22 Euro.

          6.

          William Boyle - Gravesend
          Platzierung im Vormonat: /

          Brooklyn. 16 Jahre hat Ray Boy für ein Hate Crime gesessen. Reuig ist er zurück in Gravesend, konfrontiert mit Losern und Träumern. Conway will den Tod seines schwulen Bruders rächen, Alessandra sucht Liebe, Krüppel Eugene will Gangster werden. Eine Generation ohne Glück, voll Schuld und Rache. Stark.
          Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Polar, 294 Seiten, 18 Euro.

          7.

          Gerald Seymour - Vagabond
          Platzierung im Vormonat: /

          Irland, Prag. Irischer Frieden: MI5 provoziert radikale IRA-Reste zum Waffenkauf, Ziel ist deren Auslöschung. Mittel zum Zweck ist Vagabond, ausgebrannter Spitzelführer i. R., der jetzt den Waffendeal der Jungspunde in Tschechien lenken soll. Des Friedens Preis: ungenannte Tote. Seymour is back!
          Aus dem Englischen von Zoë Beck und Andrea O'Brien. Suhrkamp, 498 Seiten, 14,95 Euro.

          8.

          Regina Nössler - Schleierwolken
          Platzierung im Vormonat: /

          Berlin, Wattenscheid. Korrektorin Elisabeth fühlt sich verfolgt. Die einsame Mutter nörgelt, ihr geht jemand nach, sie fällt vor einen Bus. Demütigungen überall. Schlechtes Gewissen: Hat sie alles richtig gemacht? Einmal, als sie jung war. Diese Vergangenheit kehrt wieder. Subtil: Grauen des Alltags.
          Konkursbuch, 316 Seiten, 12 Euro.

          9.

          Tony Parsons - In eisiger Nacht
          Platzierung im Vormonat: /

          London, Flüchtlingslager Grande-Synthe. DC Max Wolfe ist Hundeliebhaber, alleinerziehend, Kenner der Unterwelt, aufopferungsvoll im Dienst. Ein Mann, der auch dem Schrecklichsten gewachsen ist. Zwölf illegale Immigrantinnen im LKW erfroren, Frauenhandel, Asperger, Brandstiftung, Hass.
          Aus dem Englischen von Dietmar Schmidt. Lübbe, 334 Seiten, 15 Euro.

          10.

          Antti Tuomainen - Die letzten Meter bis zum Friedhof
          Platzierung im Vormonat: /

          Hamina, Finnland. „Ich muss am Leben bleiben. Bis ich sterbe.“ Pilzexporteur Jaako, 37, dick, verheiratet, ist vergiftet worden, keine Chance. Er ermittelt vor dem Tode. Verdächtig: Gattin Taina, alle Mitarbeiter, die Konkurrenz. Messer und Äxte fliegen. Jaako stirbt über sich hinaus. Sehr komisch.
          Aus dem Finnischen von Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner. Rowohlt, 320 Seiten, 19,95 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite)  abonnieren.

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