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Krimibestenliste im November : Die lahmen Gäule machen das Rennen

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Ein Brite übernimmt die Spitze, und fünf Neuzugänge erzählen von Morden zwischen Plowdiw, Tokio und Montreal.

          1.

          Mick Herron - Slow Horses. Ein Fall für Jackson Lamb
          Platzierung im Vormonat: 2

          London. Versager, „Slow Horses“ im Geheimdienstjargon, landen im Slough House, um Sinnloses zu tun, bis sie freiwillig kündigen. Als rechte Dumpfbacken einen Hassan entführen, um ihn öffentlich zu köpfen, schlägt die Stunde der lahmen Gäule. Der Feind lauert im Innern – des Geheimdienstes. Feiner Start.
          Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer. Diogenes, 480 Seiten, 24 Euro

          2.

          Fred Vargas - Der Zorn der Einsiedlerin
          Platzierung im Vormonat: /

          Paris, Südfrankreich. Blaps gegen Recluse, Totenkäfer gegen Einsiedlerspinne. Beide Gliederfüßler können nicht töten, verbreiten nur Angst. Kommissar Adamsberg wittert noch hinter nichts einen Fall. Dieser - Neunte - sprengt fast die Brigade, ist verborgen unter Verborgenem, monströses Rachespiel.
          Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze. Limes, 512 Seiten, 23 Euro

          3.

          Louise Penny - Hinter den drei Kiefern
          Platzierung im Vormonat: /

          Montreal, „Three Pines“. Vor Gericht: Armand Gamache, Chef der Sûreté, im Clinch mit dem Staatsanwalt, anstatt Dealer und Mörder zu überführen. Alles beginnt und endet im Grenzdorf Three Pines. Dort stanzt eine schwarze Gestalt ein Loch in die Postkartenidylle. Tolles Comeback der kanadischen Autorin.
          Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Kampa, 496 Seiten, 16,90 Euro

          4.

          Simone Buchholz - Mexikoring
          Platzierung im Vormonat: 5

          Hamburg, Bremen. Versicherungsvertreter Nouri Saroukhan erstickt in einem angezündeten Auto. Chastity Riley und Kollegen prallen gegen die Mauer der Clans, die Nouri und die junge Azila verstoßen haben. Staats-Ohnmacht. Autos brennen überall. „Links von uns ist ein Riss im Himmel.
          Suhrkamp, 248 Seiten, 14,95 Euro

          5.

          Tom Franklin -  Krumme Type, krumme Type
          Platzierung im Vormonat: 1

          „Chabot“, Mississippi. Alle nennen ihn „Scary Larry“. Hat er wieder, wie vor 25 Jahren, ein Mädchen umgebracht? Constable Silas, einst eine schwarze Baseballhoffnung, zweifelt. Einen Sommer lang waren die beiden Außenseiter Freunde. Schweigen, Angst, Rassismus – gelähmte Gesellschaft, tolles Buch.
          Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Pulp Master, 416 Seiten, 15,80 Euro

          6.

          Jérôme Leroy - Die Verdunkelten
          Platzierung im Vormonat: 7

          Frankreich, nahe Zukunft. Attentate, Militärdiktatur, Chaos. Immer mehr Leute verlieren die Lust an dem Scheiß, verschwinden einfach, verdunkeln. Gefahr für die öffentliche Sicherheit! Schriftsteller Trimbert reflektiert seinen Weg ins Dunkle. Geheimagentin Agnès jagt ihn, fasziniert.
          Aus dem Französischen von Cornelia Wend.Edition Nautilus, 224 Seiten, 18 Euro

          7.

          Bill Beverley - Dodgers
          Platzierung im Vormonat: /

          Los Angeles, Wisconsin. Vier Jungs auf dem Weg nach Osten. Dort ist es kalt, dort sollen sie killen. Vier schwarze Getto-Jungs, camoufliert als Dodgers-Fans, dringen vor ins weiße Amerika. Auf dem blutigen Weg zeigt sich, was einer in der Fremde taugt. Und welchem Stern er folgt. Starkes Debüt.
          Aus dem Englischen von Hans M. Herzog. Diogenes, 400 Seiten, 24 Euro

          8.

          Ryan Gattis - Safe
          Platzierung im Vormonat: 8

          South Los Angeles. Safespezialist Ghost reagiert auf die Lehman-Pleite. Er knackt die Tresore lokaler Drogenbarone und verteilt das Bare an die Armen. Im aussichtlosen Fight mit Boss Rooster hat Ghost zwei Verbündete: seinen Tumor und die Skrupel eines Gangsters. Romantische Ghettoballade.
          Aus dem Englischen von Ingo Herzke und Michael Kellner. Rowohlt, 412 Seiten, 20 Euro

          9.

          Christoph Peters - Das Jahr der Katze
          PLatzierung im Vormonat: /

          Berlin, Tokio. Flucht nach Fernost: Schwertmeister und Yakuza Onishi lässt mit Gefährtin Nikola Berlin hinter sich, dort liegt die vietnamesische Konkurrenz im Blut. Heimat ist anders: In Japan herrscht Krieg um die Reviere. Bushido-Werte sind out. Da hilft nur die Klinge. Ganz Japan noir.
          Luchterhand, 352 Seiten, 22 Euro

          .

          10.

          Susanne Saygin _ Feinde
          Platzierung im Vormonat: /

          Köln, Plowdiw. Zwei „Arbeitsstricher“ hingerichtet, Roma aus Bulgarien.  Kommissar Can Arat verstünde die Kollegen der Toten, redeten sie denn. Noch eine Leiche, der Staatsanwalt klüngelt mit Bauherren. Can sucht in Plowdiw nach Ursachen. Und kommt beinahe nicht mehr lebend raus. Raues Debüt.
          Heyne, 352 Seiten, 12,99 Euro

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite abonnieren.

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