19.02.2001 · Übelkeit und Empörung gehören zu den ersten Publikumsreaktionen auf „Hannibal“ in Europa.
Von @pthsDen einen wird es schlecht, die anderen sind fasziniert: An „Hannibal“ mit Anthony Hopkins als menschenfressendem Dr. Lecter scheiden sich die Geister. In Italien wurden vier geschockte Kinobesucher im Krankenhaus behandelt, in Bochum lief der Film versehentlich im Kinderprogramm.
Gruseln wollten sie sich ja. Aber bei diesem Film wurde den vier Kinogängern schwarz vor Augen: Mit Ohnmachtsanfällen und starker Übelkeit endete für zwei Männer und zwei Frauen aus dem norditalienischen Legnano der Besuch von Ridley Scotts Horrorfilm „Hannibal“. Selbst die Erste Hilfe im Lichtspieltheater nützte nicht viel: Drei der 20 bis 25 Jahre alten Filmfans mussten ins Krankenhaus gebracht werden - so stark war der Schock durch die Schluss-Szene des Films, in der Dr. Lecter genüsslich ein rohes Menschenhirn löffelt. Die Gabe von Beruhigungsmitteln stabilisierte die Nerven der Kinogänger aber wieder, berichtet der Mailänder „Corriere della Sera“.
Noch härter, weil unvorbereitet, traf der Schock das Publikum in Bochum: Im ausverkauften UCI-Kino saßen kleine Kinder, die einen Film mit 102 putzigen Dalmatinern sehen wollten. Statt dessen flimmerten aber die ersten Minuten von „Hannibal“ über die Leinwand, mit Vorschauen auf „Der Exorzist“ und „Das Experiment“ als Einstimmung. Erst lautstarke Proteste der erbosten Eltern machten die Kinoleitung auf ihren Fehler aufmerksam und sorgte dafür, dass der Film gestoppt wurde. Ausgelöst habe die Verwechslung der besonders starke Ansturm auf die Kinos an diesem Wochenende, erklärten die Betreiber des Lichtspielhauses den „Ruhr Nachrichten“: Weil für die Vorführung noch kurzfristig die Säle gewechselt werden mussten, seien die Filme vertauscht worden. In Deutschland ist „Hannibal“ wegen der gewalttätigen Szenen erst ab 18 Jahren freigegeben.