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Heine-Preis : Handke lehnt Alternativpreis ab

  • Aktualisiert am

Will auch den Berliner Heine-Preis nicht: Peter Handke Bild: picture-alliance/ dpa

Der Schriftsteller Peter Handke will auch den „Berliner Heinrich Heine Preis“ nicht annehmen. Für ein eventuelles Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro sieht er allerdings in „serbischen Enklaven“ gute Verwendung.

          Der Schriftsteller Peter Handke will auch den ihm alternativ zum Düsseldorfer Preis angebotenen „Berliner Heinrich Heine Preis“ nicht annehmen. Er plädiert aber dafür, ein eventuelles Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro „serbischen Enklaven“ im Kosovo zur Verfügung zu stellen. Das teilten die Initiatoren des Berliner Preises, darunter die Schauspieler Käthe Reichel und Rolf Becker, an diesem Donnerstag im Berliner Ensemble (BE) mit.

          Sie bezeichneten die Vorgänge um die gescheiterte Vergabe des Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preises an Handke und die Haltung des Düsseldorfer Stadtrates dazu als einen „Angriff auf die Freiheit der Kunst“. Handke selbst hatte den Düsseldorfer Heine-Preis nach den politischen Auseinandersetzungen um seine Person inzwischen abgelehnt. Reichel nannte Handke einen „großen Schriftsteller und Sprachschöpfer“, der von Düsseldorf jetzt für unwürdig gehalten werde, den Heine-Preis zu empfangen. „Das ist ein heuchlerisches Fußballspiel, ein Foulen.“

          „Bitte, kein Preis oder Alternativpreis für mich“

          BE-Intendant Claus Peymann unterstützt das Berliner Projekt ebenso wie die Schauspieler Ben und Meret Becker, die Schriftsteller Gerhard Zwerenz und Daniela Dahn, der Kabarettist Dietrich Kittner sowie der Brecht-Schüler und frühere BE-Intendant Manfred Wekwerth. Peymann hat neun Handke-Stücke seit der „Publikumsbeschimpfung“ vor 40 Jahren uraufgeführt.

          Handke zeigte sich in einem Schreiben an die Berliner Initiatoren „berührt von Ihrer Geste“, möchte aber doch „beiseitestehen“ und betonte: „Bitte, kein Preis oder Alternativpreis für mich“. Das eventuelle Preisgeld solle aber den serbischen Enklaven gegeben werden, die, wie die Berliner Initiatoren betonten, „von Stacheldraht umgeben sind und von Panzern geschützt werden müssen“. Sie wollen versuchen, den Vorschlag umzusetzen, wie sie am Donnerstag betonten. Bisher seien schon über 18.700 Euro an Spenden eingangen.

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