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Harry Potter Besorgte Muggles

 ·  Im letzten Harry-Potter-Band gibt es zwei Tote zu beklagen. Auch Englands Buchhändler haben keinen Grund zum Strahlen: Sie rechnen mit einem Riesenverlust - trotz großer Nachfrage. Claudia Bröll berichtet aus London.

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Johannes Schwenke
Johannes Schwenke (jby) - 06.07.2007 11:36 Uhr

Bildungsroman

Ein Phänomen, das man nicht versteht ("Ich habe den Hype [...] nie verstanden"), wegen des eigenen Unverständnisses abzuwerten ("Witzfigur", "hoffentlich hält die Autorin ihr Versprechen, ...") ist zwar gängig, aber ziemlich dumm.

Speziell bei einem weitgespannten Bildungsroman reicht es auch nicht, irgendeinen Teil, d.h. hier "Einen Band [...] sogar gelesen" zu haben, "um mitreden zu können". Wer etwa nur den ersten oder zweiten Band kennt, könnte auf die Idee kommen, es handele sich um eine Kinderabenteuergeschichte, wer nur den fünften gelesen hat, glaubt vielleicht, er könne die ganze Geschichte unter "Irrungen und Wirrungen pubertierender Jungendlicher" einsortieren.

Ein Baustein des Erfolges liegt in der Erzähltechnik, die dem Helden auf seiner Reise keinen allwissender Erzähler zur Seite stellt und auch den Blickwinkel nicht wie bei vielen Kinderbüchern oder Fantasyromanen andauernd wechseln läßt, sondern den Leser konsequent im Inneren der Hauptfigur und in ihrem jeweilgen Entwicklungs- und Verstehensstadium beläßt.

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Stefan Finke
Stefan Finke (rabbi) - 05.07.2007 19:56 Uhr

Herr der Ringe

Ich war ja auch mal Fan von HdR. Aber deshalb gleich alles andere abwerten ... Ist nicht mal im Sinne von Tolkien! Aber gut.
Was ist eigentlich der HdR, wenn man genauer hinsieht? Schon das Auenland - so eine Art zur Landschaftsgröße aufgeblasener Golfplatz für Großspießer in Zwergengröße: Vormoderne Phantasien von heiler Welt! Und am Ende schlagen irgendwelche Verrückten "in schimmernder Wehr" aufeinander ein, dass es kracht. Na, tolles Buch. Was müssen wir Fans naiv gewesen sein damals.

Da hat, ganz ehrlich, Potter mit seinen wunderbarden Anspielungen, der Verknüpfung von gegenwärtiger Welt und Zauber-Ebene, seinem Humor und seiner "Botschaft" - ja, auch die hat die Potter-Serie - doch einiges mehr zu bieten.

Also, Vorsicht mit Vergleichen! Mir hat damals der HdR viel gebracht. Heute nicht mehr so. Dafür Potter umso mehr.
Alles klar?

Gruß, Rabbi

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Thomas Schmitt
Thomas Schmitt (redfish) - 05.07.2007 18:58 Uhr

@ Hr Büsing

Hallo Herr Büsing,

oh je... da hab´ ich ja was angestellt...

SOOO bitterernst hab´ ich´s eigentlich gar nicht gemeint, aber nach nochmaligem lesen meines eigenen Beitrages muss ich sagen: Sie haben nicht so unrecht, klingt ´n bischen aggressiv.

Einen Band habe ich sogar gelesen, um mitreden zu können. Ich mag halt weder die Figur noch die Story, und schon gar nicht den hysterischen Rummel, der da um eine meiner Meinung nach schriftstellerisch ziemlich schwache Buchserie gemacht wird.

Zum HdR: Gerade die Detailverliebtheit und die außerordentlich lebendige Sprache, mit der Tolkien seinen HdR geschrieben hat, ist im Fantasy-Genre meiner Meinung nach einzigartig und unerreicht. Vielleicht auch für alle Zeiten unerreichbar, aber auch das ist wieder nur meine Meinung.

Also nix für ungut - wie gesagt, sooo bitterernst nehme ich es echt nicht. Es sind Bücher, und Bücher sind Geschmackssache.

P.S.: DSA und Co. ist nochmal ein ganz anderes Thema... ich bin kein Rollenspieler, hab´ mich aber mal mit ´ner Freundin in so eine Runde reingemogelt... der "Meister" ist schier verzweifelt an uns und unseren ständigen Widerreden, am Schluß wurden wir rausgeworfen... war ein Riesenspaß, jedenfalls für mich und meine Freundin.

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Jürgen Lummerich

Harry Potter

Meine logische Schlußfolgerung aus dem letzten Band heißt somit das der Held sterben muß. Warum schreibt keiner direkt Harry Potter stirb ?

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Bastian Hoffmann

HdR als Maßstab?

Netter Vergleich, nur meiner Ansicht nach völlig unpassend! Harry Potter ist im Grunde genommen ein Kinderbuch, auch wenn viele Erwachsene, ich eingeschlossen, der "Faszination" dieser zweifelsohne gut geschriebenen Geschichte "erlegen" sind.
Mir war es bisher nicht bekannt dass Tolkien den Herrn der Ringe für Kinder geschrieben hätte! Alleinschon der sich sehr langziehende Anfang und manch eine sehr detailverliebte Darstellung im weiteren Verlauf sind meines Erachtens für Kinder eher ungeeignet und nehmen etwas Lesemotivation.

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Thomas Schmitt
Thomas Schmitt (redfish) - 05.07.2007 11:57 Uhr

Witzfigur

Ich habe den Hype um diese Witzfigur nie verstanden - hoffentlich hält die Autorin ihr Versprechen, dass Nr. 7 endgültig der letzte Potter ist.

Gute Fantasy-Literatur misst sich nach wie vor und immer noch am "Herr der Ringe" - keinesfalls am Potter.

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