08.02.2006 · Mit Hilfe einer Lampe wird aus dem Toren und Draufgänger ein Liebhaber von Juwelen, Edelsteinen und Gold und eine Art Star-Architekt: „Aladin und die Wunderlampe“.
Aladin ist der Sohn eines armen Schneiders und ein solcher Taugenichts und Herumtreiber, daß der Vater vor Kummer stirbt. Selbst dieser Tod bringt den Jungen aber nicht auf die rechte Bahn, denn er vertut seine Zeit aus lauter Dummheit weiterhin mit dem Herumtreiben, bis ihm das Schicksal eine Wunderlampe in die Hand spielt, mit deren Hilfe er sich allen Reichtum der Welt leisten kann.
Leicht hätte die Lampe nun aus ihm einen reichen, selbstzufriedenen Schnösel machen können, aber in diesem Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“ macht sie aus ihm zunächst einen einfältigen Toren, der für die Mutter und sich nichts anderes wünscht als ein paar Leckerbissen, dann aber wird er zum tollkühnen Draufgänger, der aufs Ganze geht und den hilfreichen Lampengeist bemüht, um das Schönste auf der Welt überhaupt zu bekommen.
Eine Art Star-Architekt
Das Schönste auf der Welt überhaupt ist natürlich die Tochter des Sultans, doch das Schönste an diesem Märchen ist, daß Aladin mit Hilfe der Lampe und im Blick auf die große Aufgabe wächst, so daß aus dem Toren und Draufgänger ein Liebhaber von Juwelen, Edelsteinen und Gold, ein Regisseur von festlichen, pompösen Aufzügen und eine Art Star-Architekt wird, der für die Auserwählte in einer einzigen Nacht einen noch nie dagewesenen Märchenpalast in genau die richtige Baulücke setzt.
So entsteht in Aladin im Zuge all dieser Planungen und im Kampf gegen so manche Neider ein Empfinden für Sprache, Schönheit und Kunst, aus dem gelangweilten Herumtreiber wird ein hellwacher Ästhet und schließlich sogar ein gefeierter Herrscher, womit endlich einmal bewiesen wäre, daß plötzlicher Reichtum nicht in jedem Fall blöd, sondern auch so klug und weltgewandt machen kann, daß am Ende vor lauter Glück nichts, aber auch gar nichts mehr zu wünschen übrigbleibt.
1001 Nacht
Erni Bär (Kuwitter)
- 08.02.2006, 17:48 Uhr