25.11.2005 · Zeitlose Geschichten vom „kleinen Nick“, kühle Präzision von Jan Guillou und die ergreifende Geschichte vom Tigerprinzen: die besten Kinderbücher des Jahres.
Kinder verfügen bekanntlich über einen Energieüberschuß. Die beeindruckendsten Neuerscheinungen in der Kinder- und Jugendliteratur kommen dieser Eigenschaft entgegen, allen voran natürlich die neuen Geschichten vom „Kleinen Nick“.
Schon über vierzig Jahre alt und kürzlich erst wiederentdeckt, beweisen sie, daß veritabler Quatsch zeitlos ist. Mit einem gelangweilten „Naja, trotzdem danke“, wie Nicks Freund Chlodwig, als er ein Buch geschenkt bekommt, wird kein Kind reagieren, sobald es die erste Geschichte gehört hat.
In der Schule spielt sich auch hauptsächlich Eriks Geschichte ab, aber das ist ihre einzige Gemeinsamkeit mit dem „Kleinen Nick“. „Evil - das Böse“ erzählt auf beklemmende, kraftvolle Weise von einem Jungen, der ohne Gewalt leben will, es aber nicht kann. Die kühle Präzision, in der das Thema hier behandelt wird, ist einzigartig.
Chen Jianghongs Bilderbuchgeschichte „Der Tigerprinz“ schließlich erzählt ebenfalls von existentiellen Dingen. Die Tigerin, die den chinesischen Königssohn die Gesetze des Dschungels lehrt, ist kein Kuscheltier. Um so ergreifender sind die Bilder und die Geschichte ihrer Freundschaft mit einem kleinen Menschen.