08.10.2002 · Das neue Buch von Daniel Goldhagen, „Die katholische Kirche und der Holocaust“, darf vorerst nicht weiter verkauft werden.
Das neue Buch des umstrittenen Historikers Daniel Goldhagen „Die katholische Kirche und der Holocaust“ darf nach einer Gerichtsentscheidung vorerst nicht weiter verkauft werden.
Das Landgericht München habe einer Einstweiligen Verfügung des Erzbischöflichen Ordinariats statt gegeben, teilte der Vorsitzende Richter Christian Ottmann am Dienstag mit. Das Ordinariat erklärte in München, in dem Buch sei eine falsche Bildunterschrift zu einem umstrittenen Foto zu sehen. Das Bild zeige nach Darstellung des Berliner Wolf Jobst Siedler Verlages den früheren Münchner Kardinal Michael Faulhaber, wie er durch ein Spalier von SA-Mannschaften marschiere.
Der falsche Kardinal
Es handele sich aber eindeutig um eine andere Person und nicht um den Kardinal, teilte das Ordinariat mit. Die Kirche habe dazu eidesstattliche Versicherungen und Fotografien zum Vergleich vorgelegt. Der Verlag, der am Abend zu keiner Stellungnahme zu erreichen war, habe es aber abgelehnt, die Bildunterschrift abzuändern. Der Siedler Verlag kann nach Angaben des Gerichts gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen. Dann käme es zu einer mündlichen Verhandlung.
Goldhagen kritisiert in seinem neuen Buch die Rolle der katholischen Kirche in der Hitler-Zeit. Er wirft ihr vor, den Massenmord an den Juden unterstützt zu haben. Der Autor sorgte bereits mit seinem Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ für Aufsehen, in dem er den Deutschen vorwirft, Hitler nicht verhindert zu haben.