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Frankfurter Buchmesse Gastland Arabien: Wer zur Buchmesse kommt

 ·  Die von Geldproblemen und Streitereien geplagten Planer des arabischen Gastauftritts bei der Frankfurter Buchmesse haben sich geeinigt, wer offiziell eingeladen wird. Einige Regimekritiker fehlen.

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Die von finanziellen Problemen und internen Streitereien geplagten Planer des arabischen Gastauftritts bei der Frankfurter Buchmesse haben sich drei Monate vor Messebeginn geeinigt, wer offiziell nach Frankfurt eingeladen wird.

Unter den 212 eingeladenen Autoren, Künstlern und Politikern sind auch zahlreiche Exil-Schriftsteller wie die Libanesin Hanan el Sheikh, die in ihrem Buch „Only in London“ die Untiefen des Lebens der arabischen Gemeinde in der britischen Hauptstadt beschreibt. Auch eine ganze Reihe von Arabern, die in französischer, englischer oder deutscher Sprache schreiben, wie der Marokkaner Tahar Ben Jelloun, die Algerierin Assia Djebar (Friedenspreisträgerin von 2000) oder die Ägypterin Ahdaf Soueif, werden vom 6. bis 10. Oktober auf der Messe vertreten sein.

Bekannte Namen fehlen

Auf der Liste der Essayisten und Experten fehlen allerdings die Namen einiger bekannter arabischer Intellektueller, die für ihre regimekritische Haltung bekannt sind. Dafür nehmen an den Veranstaltungen mehrere Minister teil, und auch die streitfreudige palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi soll nach Frankfurt kommen.

Erwartet werden zudem einige Künstler und Autoren aus Marokko, Kuwait, Libyen, Algerien und dem Irak. Diese Staaten beteiligen sich offiziell nicht an dem von der Liga organisierten Auftritt in Frankfurt. Vor allem Marokko kritisierte die Planungen der Liga. Diese hatte Verleger und andere Branchenexperten mit der Organisation beauftragt und auch Unterstützung von deutscher Seite erhalten.

Schlechte Zahlungsmoral

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, hatte aus Frustration über die schlechte Zahlungsmoral der 22 Mitgliedstaaten der Liga sogar ein Preisgeld von 60.000 Dollar, das er persönlich gewonnen hatte, für den arabischen Gastauftritt gespendet. „Wenn einige sich nicht beteiligen wollen, dann sollen sie doch bleiben, wo sie wollen“, erklärte Mussa genervt. „Wir werden trotzdem Erfolg haben“.

Libanons Kulturminister Ghasi el Aridi sagte in Kairo: „Der Mangel an Engagement bei einer großen Zahl von Staaten schmerzt mich sehr“. Die meisten finanziellen Probleme seien aber inzwischen gelöst. Die Messe sei „eine hervorragende Gelegenheit, um unsere Anliegen zu verteidigen und unsere zivilisierte Seite ins rechte Licht zu rücken“, fügte er hinzu.

Der Auftritt der arabischen Welt in Frankfurt wird mit rund 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche der bisher größte eines Gastlandes auf der Buchmesse sein. Zu den Diskussionsrunden, bei denen sicher hitzige Diskussionen zu erwarten sind, gehören eine Veranstaltung mit dem Titel „Unterstützt die arabische Welt den Terrorismus? Saudi- Arabien als Modell“ und „Gegenseitige Mißverständnisse zwischen der Arabischen Welt und Europa“. Gespannt sein darf man auch auf eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierte Runde, bei der unter anderem Günter Grass, Tahar Ben Jelloun und der bekannte libanesische Autor Amin Malouf aufeinandertreffen sollen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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