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Freitag, 17. Februar 2012
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Fragen Sie Reich-Ranicki Die Bleistiftmine lieb ich am meisten

27.03.2007 ·  Wer glaubt, die Gedichte Günter Eichs seien völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden, irrt. Wer bei der Lektüre der „Frankfurter Anthologie“ auch seinen Spaß hat, findet indes die Zustimmung Marcel Reich-Ranickis.

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Warum sind die Gedichte von Günter Eich völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden?
Jörg Palitzsch, Ingersheim

Marcel Reich-Ranicki: Sie sind es nicht. Noch einmal: Die Gedichte von Günter Eich sind keinesfalls aus der Öffentlichkeit verschwunden. Im Gegenteil: Des hundertsten Geburtstags von Eich, der unlängst, am 1. Februar 2007, fällig war, wurde in den Feuilletons aller größeren Zeitungen ausführlich gedacht.

Ist Ihnen bekannt ob die „Frankfurter Anthologie“ im Unterricht von Oberstufen genutzt wird? Als unsere Tochter auf der Oberstufe war (Abitur 1985), haben Mutter und Tochter diese Reihe regelmäßig für Vorbereitungen zum Deutschunterricht genutzt. Es war nicht nur hilfreich, es hat auch Spaß gemacht.
Günther Kretschmeier, Wuppertal

Marcel Reich-Ranicki: Von wem die „Frankfurter Anthologie“ gelesen und für den Unterricht verwendet wird, weiß ich nicht, leider nicht. Sollten die Schulen von ihr tatsächlich Gebrauch machen, würde mich dies sehr freuen. Während der Arbeit an der „Anthologie“ habe ich oft eben an Deutschlehrer und an Schüler gedacht. Aber man muss manche Lehrer daran erinnern, dass ein gutes Gedicht unterschiedlich verstanden werden kann. Die „Anthologie“ bietet keine Rezepte, sondern Vorschläge. Die einzelnen Beiträge sollten natürlich belehren und aufklären, doch auch, wie es in der Frage aus Wuppertal heißt, Spaß machen.

Mich würde interessieren, warum Mascha Kaléko in Israel so wenig Beachtung fand.
Ute Rieg, Maintal

Marcel Reich-Ranicki: Mich auch. Vielleicht liegt das an den Übersetzungen?

Ihre Fragen schicken Sie an Sonntagsfrage@faz.de oder Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Stichwort „Sonntagsfrage“, Mittelstraße 2-4, 10117 Berlin.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.03.2007, Nr. 12 / Seite 29
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