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„Finis Germania“ von Sieferle : Warum der „Spiegel“ das Skandal-Buch aus seiner Liste streicht

  • Aktualisiert am

Das umstrittene Buch Finis Germania Bild: FAZ.NET

Vergangene Woche tauchte das umstrittene Buch „Finis Germania“ auf der „Spiegel“-Bestsellerliste auf, diese Woche ist es verschwunden. Nun begründet das Magazin seine Entscheidung.

          Das Magazin „Der Spiegel“ verteidigt seine Entscheidung, Rolf Peter Sieferles umstrittenes Buch „Finis Germania“ in seiner Bestsellerliste nicht zu berücksichtigen. Die stellvertretende „Spiegel“-Chefredakteurin Susanne Beyer verwies in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme auf ihre schon früher geäußerte Bewertung des Buchs als „rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch“. „Der „Spiegel“, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern“, betonte Beyer.

          In der aktuellen Bestsellerliste des Magazins (Ausgabe 30) ist das Buch, dem Kritiker rechtslastige Verschwörungstheorien vorwerfen, nicht mehr erwähnt. In der Liste eine Woche davor stand der Titel bei den Sachbüchern noch auf Platz 6.

          Eine Verlagssprecherin erklärte: „Der Titel war nur einmal in der Liste zu finden, in der Ausgabe, die am 15. Juli erschienen ist.“ Danach habe die Chefredaktion entschieden, das umstrittene Buch des Historikers Sieferle (1949-2016) nicht mehr zu berücksichtigen. Im aktuellen Heft sind in der Bestsellerliste 20 Sachbücher aufgeführt - es gibt also keine Lücke.

          Statt „Finis Germania“ ist der Titel auf dem Platz dahinter einfach eine Stelle nach vorne gerückt. Um das Buch hatte es schon im Juni einigen Wirbel gegeben, nachdem der „Spiegel“-Redakteur Johannes Saltzwedel, Mitglied in der unabhängigen Jury „Sachbücher des Monats“, Sieferles Werk dafür empfohlen hatte. Nach heftiger Kritik war Saltzwedel als Jurymitglied zurückgetreten.

          Rolf Peter Sieferle
          Rolf Peter Sieferle : Bild: Wikipedia/ Regina Sieferle/privat

          Quelle: dpa

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