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Fernsehen Uli Wickert geht, kommt und liest

01.08.2006 ·  Am 31. August nimmt Ulrich Wickert seinen Hut bei den „Tagesthemen“, doch Schluß ist für ihn noch lange nicht. Mit „Wickerts Bücher“ konkurriert er genau eine Woche später bereits mit anderen Literatursendungen, ohne diese jedoch kopieren zu wollen.

Von Harald Staun
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Lange wird sie nicht dauern, die Zeit ohne Ulrich Wickert bei der ARD: Am 31. August moderiert er zum letzten Mal die „Tagesthemen“, schon eine Woche später, am 7. September, startet seine neue Sendung: „Wickerts Bücher“ wird sie heißen, womit natürlich nicht nur die Bücher gemeint sind, die der Moderator selbst verfaßt hat.

Noch in diesem Jahr soll es vier Ausgaben der Literatursendung geben, die vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Kooperation mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) und dem Bayerischen Rundfunk (BR) produziert wird, bei positiver Resonanz sind für das kommende Jahr sechs Folgen geplant. Den Auftakt macht ein halbstündiges Interview mit dem Schriftsteller Günter Grass, die nächste Folge soll im Oktober von der Frankfurter Buchmesse gesendet werden, die weiteren dann jeweils am ersten Donnerstag im Monat um 23.15 Uhr, nach „Harald Schmidt“.

„Lustgewinn“ Buch

Wickerts literarische Kompetenz mag bisher wenig aufgefallen sein, weshalb es keine Überraschung ist, daß sich seine Sendung konzeptuell von anderen Büchershows unterscheidet: „Ich bin kein Marcel Reich-Ranicki und keine Elke Heidenreich“, meint Wickert, „ich bin ein Journalist, der sich für Bücher interessiert und auch Bücher schreibt.“ Damit ihm nicht allzu große Literaturferne unterstellt werde, erinnert Wickert an seine Kindheit: Im Elternhaus habe es eine große Bibliothek gegeben, wo er das Lesen früh als Freizeitbeschäftigung entdeckte. „Und ich habe immer weitergelesen.“

Bereits im März lief eine Probesendung von „Wickerts Bücher“ auf der Leipziger Buchmesse; die regelmäßige Fortsetzung war jedoch nicht Wickerts Idee. Ermutigt hat ihn jener Mann, der sich immer mehr zum heimlichen Unterhändler der ARD entwickelt, der NDR-Intendant Jobst Plog. Schon bei der Anwerbung von Günther Jauch als Nachfolger von Sabine Christiansen spielte Plog die entscheidende Rolle. „Ich freue mich, daß Ulrich Wickert den Zuschauern des Ersten auch nach seinem Abschied von den ,Tagesthemen' erhalten bleibt“, kommentierte Plog. „Die Deutschen lieben Bücher - und Ulrich Wickert wird mit seiner neuen Sendung dazu beitragen, daß das so bleibt.“ Für Wickert selbst ist die neue Aufgabe vor allem ein „Lustgewinn“. Es wird sich zeigen, ob das auch für die Zuschauer gilt.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2006, Nr. 30 / Seite 23
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