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Feminismus-Debatte Dirndl auf Englisch

Der Kapitalismus ist schuld! Sind das die neuen Perspektiven des Feminismus? Hanna Rosin kam in Berlin mit den erfolgreichen Frauen nicht ins Gespräch.

© dpa Für die Frauen in Berlin ist Hanna Rosin von gestern. Sie wollten mit ihr nicht übers Heiraten reden.

„Dirndl“, sagt Hanna Rosin, die Autorin von „Das Ende der Männer“, und sie sagt es auf Englisch, „Dirndl“, das sei unaussprechlich, lächerlich, das klinge doch nach 19. Jahrhundert, das könne nur von einem Dinosaurier kommen. In München wäre das gewagt gewesen, hier in Berlin ist es ein sicherer Lacher. Den nächsten Lacher, ja, das große Publikumsgelächter, bekommt sie aber ganz unerwartet. Da sagt sie bloß: „Let’s talk about marriage.“ Lasst uns über Ehe sprechen. Doch das ist nur der erste Hinweis, dass das Publikum hier nicht die Erwartungen des Podiums erfüllt.

Christina Schildmann von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die diese Veranstaltungsreihe „Towards New Perspectives on Feminism“ bezahlt, lobt das Buch „Top Girls“ der anwesenden Angela McRobbie: Ihr habe die These gefallen, dass Frauen in Führungspositionen sich von ihrem Erfolg korrumpieren lassen und so den Feminismus untergraben. Der Kapitalismus habe nichts zu bieten außer falsches Bewusstsein – nicht mal für bewährt-überholten Marxismus ist das Publikum hier zu erwärmen.

Hanna Rosin: von gestern

Die neue Perspektive auf Feminismus, von der das Publikum reden will, ist wohl als Elitenprojekt zu verstehen: Akademikerinnen wollen in die Chefetagen. Und wer schon dort ist, möchte weniger Stress. Hier weht kein Hauch von Sozialrevolution. Selbst das Geschlechterverhältnis ist nicht mehr so recht Thema, schließlich ist das längst dekonstruiert. Von Gender möchte man reden. Heterosexualität hingegen ist ein Thema von gestern. Und so eben auch Hanna Rosin: von gestern. Hier sitzen ihr die erfolgreichen Frauen gegenüber, die angeblich das Ende der Männer bedeuten. Und die fragen Rosin beflissen nach Implikationen und Konsequenzen ihrer Thesen, aber die lehnt sich nicht aus dem Fenster, schaut nicht mal hinaus. Irgendwann meint man, dieses Buch sei bloß eine griffige Titelseite mit zu viel Anhang. Aber Hanna Rosin scheint zufrieden mit der Irrelevanz. Und erfolgreich.

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 
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