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E-Book-Piraterie : Es kommt die Generation kostenlos

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Fluch oder Segen? Die Akzeptanz von E-Books steigt, doch mit ihr auch die Zahl der illegalen Downloads. Bild: dpa

Dunkelziffer unbekannt: Der illegale Download von E-Books macht Verlagen und Autoren zunehmend Sorgen. Gegenmaßnahmen sind teuer und kompliziert. Ein Bericht vom Kampf gegen die Piraten.

          Sie wiegen nichts, verstopfen nicht das Bücherregal, und man kann von überall auf sie zugreifen: Immer mehr Deutsche sind papierlos glücklich und begeistern sich für E-Books. Allein im vergangenen Jahr wurden 1,2 Millionen E-Reader verkauft, ein Viertel der Bevölkerung liest elektronische Bücher, und ein Drittel der E-Book-Leser liest sogar ausschließlich digital. Zwar hat sich das Wachstum des Marktes im letzten Jahr etwas abgeflacht. Eine Studie von PriceWaterhouseCoopers erwartet für 2017 einen Anteil von siebzehn Prozent am belletristischen Markt in Deutschland.

          Mit wachsender Beliebtheit des elektronisch übertragbaren Formats wächst aber auch die Gefahr des Missbrauchs. Ein Blick auf die Zugriffszahlen der E-Book-Hehlerseiten dürfte Verlagen einen Schreck einjagen: Die zwei beliebtesten werden im Monat 1,4 bis 1,6 Millionen Mal aufgerufen. Dazu kommen noch Downloadportale, auf denen zusätzlich Musik, Filme und Software angeboten wird. Auf der größten deutschsprachigen Plattform sticht vor allem die Zahl der registrierten Nutzer ins Auge: Mehr als 2,6 Millionen „Piraten“ tummeln sich auf der Seite, in dessen E-Book-Archiv sich etwa die Bestseller Dan Browns, Paulo Coelhos oder Daniel Kehlmanns ebenso finden lassen wie die Titel der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

          Bestimmte Genres sind besonders betroffen

          Andreas Kaspar, Kopf des Anti-Piraterie-Dienstleisters Counterfights, schätzt, dass sich ungefähr 60.000 belletristische Titel im Netz finden lassen, monatlich kämen etwa 1000 bis 2500 hinzu. Allerdings müsse man differenzieren: Am stärksten betroffen sei die leichte Unterhaltung, Fantasy, Romantik und Erotik – hier liege die Piraterie-Quote bei fast neunzig Prozent, dasselbe gelte für den Fachbuchbereich. In der übrigen Belletristik seien es immerhin dreißig bis fünfzig Prozent. Alles, was sich gut verkaufe, finde sich umgehend auch im Netz. Zusammen ergeben Seitenaufrufe und Titelanzahl also ein erschreckendes Bild. Dennoch gilt: Nichts Genaues weiß man nicht.

          Denn ob mit den illegalen Downloadern wirklich scharenweise Kunden verlorengehen, ist nicht geklärt. Viele laden aus Prinzip herunter und kaufen ohnehin nichts. Es sei unsicher, so Thomas Schierack, Vorstandsvorsitzender vom Verlag Bastei-Lübbe, wie viel Umsatz man am Ende einbüße. „Wir glauben, nicht allzu viel, aber da muss man sich aufs Bauchgefühl verlassen.“ Marco Verhülsdonk, beim Verlag Kiepenheuer & Witsch zuständig für E-Books, stimmt zu: „Wir kennen die Dunkelziffer nicht.“ Trotzdem könne man allein aus grundsätzlichen Erwägungen Verletzungen des Urheberrechts nicht einfach ignorieren. Letztlich gehe es darum, ein Geschäftsmodell zu schützen, nichts zu tun sei keine Option.

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