01.03.2009 · In drei bis fünf Jahren sollen auf der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels eingerichteten Internetseite „libreka!“ alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher als Dateien für Computer und die gängigen E-Books-Lesegeräte zu beziehen sein. Gestartet wird am 12. März auf der Leipziger Buchmesse.
Die deutsche Buchbranche steigt auf ihrer Online-Plattform „libreka!“ (www.libreka.de) in den E-Book-Verkauf ein. Der Startschuss fällt am 12.März auf der Leipziger Buchmesse. Dann können die knapp 100 000 Titel, die derzeit schon auf der Seite zu finden sind, gekauft werden: zu Preisen, die von den Verlagen bestimmt werden.
„Unser Ziel ist es, in drei bis fünf Jahren alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher anzubieten“, sagte Ronald Schild, Geschäftsführer des Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB), am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handle es sich um 500 000 bis 700 000 Titel. Derzeit ermöglicht die Internetseite die Volltextsuche in Büchern von etwa 1000 Verlagen.
Etwas billiger als die gedruckten Bücher
„libreka!“ war vor eineinhalb Jahren vom Börsenverband des Deutschen Buchhandels eingerichtet worden. Momentan kann in 30 Millionen Buchseiten recherchiert werden. „Unser Ziel ist es, die Internetseite zur ersten Adresse für E-Books auszubauen“, sagte Schild. Die Literatur aus dem Online-Verkauf kann auf den Computer oder auf die gängigen E-Book-Lesegeräte wie „Kindle“ oder „Reader“ heruntergeladen werden.
„Der Preis kann sich von dem der gedruckten Bücher unterscheiden. Das E-Book wird etwas billiger sein“, sagte der Geschäftsführer. Allerdings werde ein Teil der gesparten Produktionskosten für die Verlage von der höheren Mehrwertsteuer kompensiert. Sie beträgt für E-Books 19 Prozent und für gedruckte Bücher 7 Prozent.
Die Verlage können auch entscheiden, wie viele Seiten kostenlos elektronisch gelesen werden dürfen. In der Regel liege dieser Anteil bei 20 Prozent, sagte Schild. Über den typischen E-Book-Nutzer wisse man noch relativ wenig. Der Börsenverein gehe aber davon aus, dass die digitale Literatur von älteren Menschen mit Sehschwäche ebenso gerne genutzt wird wie von Studenten oder mobilen Viellesern.
Erst recherchieren, dann schreiben
Matthias Spielkamp (immateriblog.de)
- 01.03.2009, 18:19 Uhr