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Veröffentlicht: 08.01.2017, 14:01 Uhr

Die Krimibestenliste im Januar Diese Krimis sollten Sie gelesen haben

F.A.S. und Deutschlandradio Kultur präsentieren die besten Krimis. Im Januar wird es blutig.

© Illustration Kat Menschik

1.


Patrick McGinley – Bogmail

Glenkeel, Donegal. Von Sinn und Nutzen des Mordens handelt dieser Roman von 1978. Roarty hat seinen Barkeeper erschlagen und im Moor versenkt. Jetzt drohen anonyme Briefe mit Enthüllung. Vergnüglich: Whiskey-gestärkte Männer im englisch-irischen Gesprächskampf. Sex und Feinsinn: eine Wonne.
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Steidl, 344 Seiten, 24 Euro

2.


Liza Cody – Miss Terry

London. Als im Müllcontainer die Leiche eines farbigen Neugeborenen gefunden wird, bekommt Lehrerin Nita Tehri den weißen britischen Überlegenheitsdünkel zu spüren: Sie hat dunkle Haut und muss die Mörderin sein. Nitas Glaube an Integration durch Anpassung bröselt. Sie lernt sich zu wehren. Famos
Aus dem Englischen von Grundmann & Laudan. Ariadne, 320 Seite, 17 Euro

3.


Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht

München. Fallner ist Ex-Bulle, Ex-Ehemann, Ex-Bahnfahrer. Bruder Hansen schickt ihn als Privatdetektiv zu einer Schmuddelfilm-Darstellerin, die einen Stalker an der Backe hat. DJ Dobler hat tarantinomäßig gemixt: Filmzitate, Blondie-Tracks, Alltagssprache. Viel Prügel, wenig Blut. Spezial-Dobler-Sound.
Tropen, 366 Seiten, 19,95 Euro

4.


Tana French – Gefrorener Schrei

Dublin. Steve Moran und Antoinette Conway, Ich-Erzählerin dieses Dialog-Wunderwerks, sollen nur noch schnell den Fall der erschlagenen Aislinn aufklären, ein Verdächtiger ist ratzfatz gefunden. Doch Conway, Außenseiterinnen-skeptisch, traut den Kollegen nicht, die vorgeben, alles im Griff zu haben.
Aus dem Englischen von Ute Wasel und Klaus Timmermann. Fischer Scherz, 656 Seite, 16,99 Euro

5.


Malla Nunn – Zeit der Finsternis

Johannesburg 1953. Ein Lehrerpaar, das schwarze Jugendliche gefördert hat, wird überfallen, eine Prostituierte gekidnappt. Drei Polizisten-Väter – weiß, schwarz, „als weiß durchgehend“ – kämpfen für ihre Familien: voller List und Gewalt. Band 4 der Emmanuel-Cooper-Reihe. Ungelogen großartig.
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski. Ariadne, 304 Seiten, 13 Euro

6.


Joe Ide – IQ

Los Angeles. Isaiah Quintabe ist ein Genie, aber ein Guter. Als privater Detektiv schlichtet er Nachbarschaftsstreitigkeiten. Manchmal übernimmt er große Fälle. Dann wird es bizarr und wild: Rapper Black Knife sieht sein Leben bedroht - von Weibern, Agenten, Gangsta-Rappern. Herrlich schlanker Spaß.
Aus dem Englischen von Conny Lösch. Suhrkamp, 387 Seiten, 14,95 Euro

7.


Peter Temple – Die Schuld vergangener Tage

Melbourne und Umgebung. Der alte Ned wurde erhängt. Mac Faraday, nach einem Undercover-Leben als Drogenfahnder Schmied und Gartengestalter, bohrt nach, wühlt Schmutz auf: Verbrecher verankert unter Politikern, Polizisten, den oberen Zehntausend. Anständige gegen fiese Kerle, mitreißend erzählt. Australiens Meister.
Aus dem Englischen von Hans M. Herzog. Penguin, 336 Seiten, 10 Euro

8.


Rosamund Lupton – Lautlose Nacht

Alaska. Bei Schneesturm und bis zu 50 Grad minus übernimmt eine Mutter samt gehörloser Tochter einen 40-Tonner mit Holzhausladung, um den nach einem Brand verschollenen und für tot erklärten Mann und Vater zu finden. Tragischer Triumph der Liebe über Fracking, Inuit-Diskriminierung und Gier..
Aus dem Englischen von Christine Blum. dtv, 384 Seiten, 14,90 Euro

9.


Nicola Lagioia – Eiskalter Süden

Bari, Apulien. Ein Psychiater würde die Familie dysfunktional nennen, aber die Salveminis funktionieren passgenau im patriarchalen Kosmos ihres Bauimperiums. Bis Tochter Clara, der schöne, glühende Stern, nackt und blutbesudelt von einem LKW angefahren wird. Eine Naturkunde des Verbrechens.
Aus dem Italienischen von Monika Lustig. Secession, 525 Seiten, 28 Euro

10.


Volker Kutscher – Lunapark

Berlin 1934. In den Wochen vor dem „Röhm-Putsch“ prügelt jemand SA-Schläger tot. Kommunistischer Widerstand, Rache oder verkappte Gangsterfehde? Kommissar Gereon Rath und Familie in den moralischen Fallen des erstarkenden NS-Staats: Anständig bleibt nicht einer, unschuldig schon gar nicht.
Kiepenheuer & Witsch, 560 Seiten, 22,99 Euro

Die Jury

Tobias Gohlis, Kolumnist der „Zeit“, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, DLF, BR | Gunter Blank, „Sonntagszeitung“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Nordwestradio“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandradio Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“, „Krimi-Welt“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

Glosse

Wer hat Angst?

Von Andreas Platthaus

Ein schwarzer Schauspieler als Nick in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“? Der Nachlassverwalter des Dramatikers Edward Albee hat das einem Theater in Oregon verboten. Mehr 1 1

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