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Krimibestenliste im April : Hartgekocht mit Überdruck

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Garry Disher und Hideo Yokoyama tauschen die Spitzenplätze, und fünf neue Titel komplettieren die Top Ten.

          1.

          Hideo Yokoyama - 64
          Platzierung im Vormonat: 2

          „Präfektur D“, 1989, 2002. Vor dreizehn Jahren wurde die siebenjährige Shoko ermordet. Kurz vor der Verjährung soll der Fall noch aufgeklärt werden. Polizeipressechef Mikami kämpft eingeklemmt zwischen Mordermittlern und Bürokraten um Wahrheit und Mitleid. Große Klasse. Nobelpreis für Kriminalliteratur!
          Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl. Atrium, 768 Seiten, 28 Euro

          2.

          Garry Disher - Leiser Tod
          Platzierung im Vormonat: 1

          „Waterloo“, Mornington Peninsula. Ein Bankräuber, ein Serienvergewaltiger in Polizeiuniform, zu wenig Leute, keine Mittel: Inspector Challis und Crew im Stress. Polizeiermittlungen plus Story um die famose Einbrecherin Grace verbinden sich zu einem australischen Gesellschaftspanorama vom Feinsten.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 348 Seiten, 22 Euro

          3.

          Wallace Stroby - Fast ein guter Plan
          Platzierung im Vormonat: 5

          Detroit, Florida. Drogendealer um eine halbe Million erleichtern - eigentlich easy für Crissa Stone. Als der Coup - wie meist - am Ehrgeiz der Jugend scheitert, beginnt eine Hetzjagd um die Beute. Mörderischer Cop gegen ehrbare Räuberin. Cops Fehler: Er hat die Frau nicht zuerst erschossen.
          Aus dem Englischen von Alf Mayer.Pendragon, Pendragon, 316 Seiten, 17 Euro

          4.

          Tom Hillenbrand - Hologrammatica
          Platzierung im Vormonat: 10

          2088. Horror für Identitätsfetischisten. Die überhitzte Erde ist holographisch geschönt, man uploadet sein Hirn in Klonkörper. Verschwunden: Spitzenprogrammiererin Juliette samt Knowhow. Quästor Singh hinterher. Prima ausgedacht, schlüssig designt, Zukunft durch Detektivbrille, Philosophie light.
          Kiepenheuer & Witsch, 560 Seiten, 12 Euro

          5.

          Carlo Bonini - ACAB. All Cops Are Bastards

          Platzierung im Vormonat: /

          Rom, Genua, Neapel. Dokumentarischer Roman. Vom Bedürfnis nach Hass, kurz befriedigt in den Ritualen der Polizei, in den Ritualen der Hooligans. Massaker: Genua 2001, Rom 2007. Anlässe: G8-Gipfel, Fußball, Müllboykotts. Verschwimmende Feindbilder: Die andern sind Bastarde. Realität blinder Gewalt.
          Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Folio, 192 Seiten, 18 Euro

          6.

          Katja Bohnet - Kerkerkind
          Platzierung im Vormonat: /

          Berlin, Dänemark. Der Höllentripp beginnt im Grunewald: Türkin samt Fötus erstochen, verbrannt. Seitenwege: VS, rechte Socken, Frau Doktors kopfabhackende Schwester. Im Keller Caliban. Die Ermittler: Saizew nach Hirntumor-OP, Lopez im neunten Monat. Krimi kann alles. Kurz Durchatmen.
          Knaur, 336 Seiten, 14,99 Euro

          7.

          Roland Spranger - Tiefenscharf
          Platzierung im Vormonat: /

          Fränkisch-tschechisches Grenzgebiet. Familienvater Sascha ist ein Einmann-TV-Team in Nöten. Als investigativer Ermittler kommt er nicht weit. Aber er hat sich auch mit einer Crystal dealenden Neonazi-Bohème angelegt, die grenzüberschreitend operiert. Ernüchterungsmittel für Politikoptimisten.
          Polar, 286 Seiten, 18 Euro

          8.

          Declan Burke - Eight Ball Boogie
          Platzierung im Vormonat: /

          Nordwestirland. Hartgekocht mit Überdruck: Burke toppt Raymond Chandler, Elmore Leonard und tutti quanti. Nichts ist real, und alles ist möglich im Hexenkessel Detektivliteratur. Darin planscht Privatermittler und Revolverjournalist Harry rasend schnell, höllisch spannend und völlig unverwüstlich.
          Aus dem Englischen von Robert Brack. Edition Nautilus, 272 Seiten, 18 Euro
           

          9.

          Sarah Schmidt - Seht, was ich getan habe
          Platzierung im Vormonat: )

          River Falls, Massachusetts, 1892. Vier Ich-Stimmen umkreisen erneut den Kriminalmythos der Lizzie Borden. 32 Jahre alt, wirre Gedanken im Kopf: Kann sie Vater und Stiefmutter mit der Axt erschlagen haben? Schmidt lässt die Mordwut aus üblen Miasmen erwachsen. Zivilisation? Tünche, kalte Repression.
          Aus dem Englischen von Pociao. Pendo, 384 Seiten, 20 Euro
           

          10.

          William Boyle - Gravesend
          Platzierung im Vormonat: 4

          Brooklyn. 16 Jahre hat Ray Boy für ein Hate Crime gesessen. Reuig ist er zurück in Gravesend, konfrontiert mit Losern und Träumern. Conway will den Tod seines schwulen Bruders rächen, Alessandra sucht Liebe, Krüppel Eugene will Gangster werden. Eine Generation ohne Glück, voll Schuld und Rache. Eindringlich.
          Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Polar, 294 Seiten, 18 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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