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„Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ Elefantengedächtnis

04.09.2007 ·  Mit den „Artisten“ gewann Alexander Kluge 1968 in Venedig den Goldenen Löwen - und folgte damit Rosi, Antonioni, Visconti, Pontecorvo und Buñuel nach, deren Filme sich im Vergleich wie der reinste Mainstream ausnehmen.

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Mit diesem Film hat Kluge den Artisten eingebrockt, dass ihre Ratlosigkeit sprichwörtlich wurde, obwohl ihnen in Wahrheit wahrscheinlich kaum ein Gefühl fremder ist. Noch frappierender ist allerdings der Umstand, dass Kluge mit den „Artisten“ 1968 in Venedig den Goldenen Löwen gewann und damit Rosi, Antonioni, Visconti, Pontecorvo und Buñuel nachfolgte, deren Filme sich im Vergleich wie der reinste Mainstream ausnehmen. Der Film beginnt mit Wochenschaubildern vom „Tag der Deutschen Kunst 1939“, einer Art Rosenmontagszug des Monumentalkitsches, und fortan lässt sich so ziemlich alles im Bezug darauf lesen.

Die Heldin (Hannelore Hoger) versucht, einen alternativen Zirkus aufzumachen, aber ihre Pläne sind etwas unausgegoren und ihre Mittel beschränkt. Ein besonders dankbares Motiv im Lichte der deutschen Geschichte sind natürlich die Elefanten, die kein Vergessen kennen. Wobei im beigefügten Kurzfilm „Hinrichtung eines Elefanten“ ein Pfleger erzählt, dass Elefanten sehr wohl vergessen könnten, wenn ein Tier aus der Herde verschwindet, dass sie sich aber eben nach Jahren noch erinnern würden, wenn es wiederauftaucht. Irgendwie so funktioniert auch der Film.

Quelle: malt, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.09.2007, Seite 37
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