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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

David Graebers Kapitalismuskritik Sklaven sind wir alle!

 ·  Im Naturzustand hatte man noch etwas füreinander übrig, dann kamen Geld, Gewalt und Sklaverei: In seinem von der Occupy-Bewegung gefeierten Werk „Schulden“ erzählt David Graeber die Geschichte vom bösen Kapitalismus.

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Reinhard Wolf

"Was kommt ist nicht klar"? Doch ist es: Mehr (Schuld)-Geld! Bis zum bitteren Ende!

Warum soll man auch auf ein so wirksames Versklavungsinstrument verzichten? Effektiver als mit Geld lassen sich die Massen nicht in die frei gewählte Sklaverei treiben!
Das Grundproblem: Alles Geld = Kredit = Schulden! A priori! Die Schuld(en) entsteht mit der Entgegennahme der von der Zentralbank (echtes Geld = offizielles Zahlungsmittel) und den Geschäftsbanken (Giralgeld = Buchgeld = fiktives Geld) herausgegebenen Schuldscheinen/Kredite! Je mehr Geld in Umlauf kommt, desto mehr Schuldscheine, desto mehr Schulden, desto mehr Sklaven! Die Protagonisten sitzen von Anfang an in der Schuldenfalle und sind wegen der Rückzahlungsverpflichtung nebst Zins und Zinseszins willig ihr eigenes Grab zu schaufeln: Für die Auslösung ihrer Schuldscheine sind sie bereit die begrenzten Rohstoffe immer schneller auszubeuten und durch das Verbrennen der Energieressourcen ihre Lebensbedingungen immer schneller nachhaltig zu zerstören.
Nur "schuldfreies" Geld macht frei! Geld muss schuldfrei werden!

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Sonja Obert

Schizophrenie bei der FAZ?

Noch im November letzten Jahres schrieb der Herausgeber(!) der FAZ zum Buch:

"Dies ist ein herrliches und hilfreiches Buch." und bezeichnete es als "Befreiung".

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eurokrise-und-vergib-uns-unsere-schulden-11527296.html

Kaum erscheint es in der deutschen Sprache, schon kommt ein Quasi-Verriss daher...Heute hü, morgen hott? Im Nov11 war Occupy für die FAZ noch hip & trendy - ein halbes Jahr später schon wieder out & nervig...also ebenso die Theorien? o_0

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Frank Linnhoff
Frank Linnhoff (wulewuu) - 18.05.2012 13:00 Uhr

Ein großes Werk

Am 13. November vergangenen Jahres las ich hier in FAZ-Net einen Artikel von Frank Schirrmacher mit dem Titel "Vergib uns unsere Schuld" zu demselben Buch von David Graeber. Ich hatte es hierauf im englischen Original gekauft. Und tatsächlich war ich nach Lesen des Buches derselben Meinung wie Herr Schirrmacher, dass es sich um ein "großes Werk" handle.

Es geht in diesem Buch eben nicht um eine Kapitalismuskritik. Die Verbindung von Geld und Schuld ist sehr viel älter als der Kapitalismus. Die Verbindung von Schuld und Gewalt, von Geld und Krieg seit historischen Zeiten der Staatenbildung belegt und keine anarchistische Theorie.

Es ist ein Buch, welches diejenigen, die nicht sogleich in Abwerhaltung gehen, zum Denken anregt.

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Paul Rabe

Vorbei, vorbei...endlich vorbei

"jetzt ist er endlich vorbei" singt Peter Licht in seinem Lied vom Ende des Kapitalismus und zeigt damit dann auch sehr schön wie brutal das "aufwachen" wäre, wenn es wirklich so passieren würde.
Niemand von Occupy hätte noch die Zeit in Frankfurt zu campieren, wenn es keinen Kapitalismus mehr gäbe. Man wäre wohl zu sehr damit beschäftigt das tägliche Überleben zu organisieren.
Aber trotzdem hat Occupy natürlich in vielem Recht, denn der Kapitalismus bedroht sich grade SELBER !
Wir brauchen aber den Kapitalismus und dürfen deshalb nicht zulassen, daß ihn kurzfristig denkende Bankmanager zu Grunde richten.

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Thomas Gaugen

Blöde Mischung aus empiriefremde Idealismus und Proudhonismus

Klar, vor der Erfindung des Geldes haben sich die Stämme nicht gegenseitig bekriegt. Und klar im Mittelalter herrschte der Frieden. Und klar im Mittelalter haben die Araber keinen heiligen Krieg gefürt und sie sind nicht bis zum Frankreich gelangt und klar. Und die Leibeinigen waren es auch natürlich freiwillig. Es ist auch so, dass die Spanier und später ihre englische Bezwinger waren einfach so erfolgreich weil sie so grausam waren. ----
Selten so einen Schwafel gelesen. Konkret zu Spanien, England oder jeder dominanten Macht der Vergangenheit: ihre Macht berühte in der Regel nicht auf Brutalität (die Gegner waren genau so brutal), sondern darauf, dass zu bestimmten Zeitpunkten klüger und stärker waren und besser geführt wurden. Dazu kommen die natürlichen Prozessen der Dekadenz, wenn der Erfolg zu groß ist und zu lange dauert. Der Zufall spielt auch eine Rolle. Z.B. wir wissen alle, dass naturereignisse den Untergang von bestimmten Großmachten eingeleitet haben -siehe Chaostheorie-.

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Daniel Grün

Leider zu spät!

Die Folgen der Zinsherrschaft werden wir in den nächsten Jahren zu spüren bekommen. Außerdem ist es zu spät der Überfall ist schon passiert. Es wurden schon Billionen von Dollar/Euro geraubt und in wahre Werte investiert. Oder glaubt jemand das die Diebe auf Bergen von Geld sitzen und warten bis es entwertet wird? Die wahren Werte sind Edelmetalle,Agrarland,Patente,Firmenbeteiligungen,Medien,selten Kunst,Rohstoffe,Politiker(lol) usw.

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Ochsenkarren

Wenn es nach Graeber gehen würde, dann würden wir schon längst mit mit Ochsenkarren mit Holzrädern durch die Gegend fahren. Viereckige Räder natürlich.

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Gute Kritik

David Graeber schwimmt mit dem Zeitgeist und auch der ist nicht neu, sondern wandelt sich nur zyklisch.
Nebenbei bemerkt, warum reden wir alle von einer Finanzkrise? Wir haben eine Krise der europäischen Währungsunion, sprich ein fehlerhaftes Konstrukt offenbart seine immanenten Mängel. Das Finanzsystem steckt in keiner Krise. Im Gegenteil die Allokation des Kapitals funktioniert weiterhin.
Werne Plumpe bringt es auf den Punkt:
"Dass Ökonomie immer auch Problemlösung ist, dass Menschen die ökonomischen Verhältnisse nach diesem Gesichtspunkt beurteilen, davon mag Graeber nicht reden. Denn dann müsste er zugestehen, dass die Geldverwendung eben auch Vorteile besaß, dass sie Arbeitsteilung und Handel wahrscheinlicher machte, dass gerade der liberale Kapitalismus die größte Wohlstandsvermehrung der Weltgeschichte ausgelöst hat."

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.05.2012 16:18 Uhr
Pantelis Liatos

Blauäugig

Ja mann kann alles im Leben von 2 verschiedenen Seiten betrachten. Die Darlehen für Griechenland wurden mit einen Zinssatz von mindesten 6% gegeben. Nach ein paar Monaten haben die Europäischen Banken Kredite von der EZB unter 1% erhalten. Natürlich ist es gerecht und wir alle helfen unserem Partnerland Griechenland indem wir alle Zinsen von der Hilfe schlagen. Wir alle ( untere Schicht der Menschheit die Lohnsteuer zahlt, arbeiten uns tot, um dieses Zinseszins system aufrecht zu erhalten. Oder wo kommen diese Mehrwerte auf einmal her?
Sogar die Tiere helfen untereinander ohne Zinsen zu verlangen. Nur wir nicht, wir intelligente Spezies.

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Franz Höhne

Freiheit und Wohlstand

Dass heute sieben Milliarden Menschen leben können, verdankt sich auch den großen Produktivitätssteigerungen der letzten zweihundertfünfzig Jahre - und die wären ohne eine entsprechende Organisation von Arbeitsteilung und Markt, von Handel, Geld- und Kreditwirtschaft kaum möglich gewesen.

----

Für mich ist das eher die Freiheit, die dem Einzelnen zugestanden wurde. Dessen geringere Unterdrückung durch Mächtigere.
Denn erst kam die Freiheit des Individuums, dann suchte sich dieses die Arbeit, die es am Besten verrichten kann und es kam zu Arbeitsteilung.

Was ich bei gesellschaftlichen Betrachtungen nicht verstehe: Wir haben das Meter aus physikalischen Gegebenheiten abgeleitet.
Warum versuchen wir das nicht auch bei der Gesellschaft?
Also warum 50 oder 500 oder 5000 oder 50000 Jahre zurückgehen um daraus Rückschlüsse zu ziehen?

Gehen wir an den Punkt wo die Sonne war und das Leben noch nicht. Das war Physik.
Ein ständiges geben von Energie.

Gut und Böse beantwortet?

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Dr. Christian Jäger

Wenn materielle Werte heute auch all zu stark....

...in einigen Bereichen betont und gelebt werden - wie z.B. im familiären Bereich und in der Frau/Mannbeziehung - so sind die Thesen Graebers nicht nur naiv, sonderen auch gefährlich. Pol Pot hat mit dem Versuch der Wiederherstelling eines Urzustandes materieller Gleichheit und dem Versuch Indivdualität und ihre Grundlagen (Bildung und der Wille dazu) zu zerstören (sog. Steinzeitkommunismus) unermessliches Leid über Menschen gebracht. Und zudem sollte sich Graeber fragen, welcher Mensch mit der Praxis begonnen hat, ein Stück Ackerland abzuteilen, damit die anderen nicht immer über seine Beete laufen oder alles wegfressen bevor es richtig reif war - und warum das dann andere (damals ohne Not) nachgemachrt haben? Eigentum und seine Tauschmittel bedeutete immer, Eigenverantwortung zu übernehmen, sein eigenes Glück zu suchen, statt zu hoffen, dass dies der andere (ob nun der Staat oder der Gegenüber beim Tauschhandel oder im öffentlichen Raum) für einen selbst übernimmt.

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Ralf Becker (mfoe) - 18.05.2012 10:45 Uhr

Auf diesen Unsinn eine Antwort: Ayn Rand.

Da kann man noch so ein linker, gefühlsbeduselter Realitätsverweigerer sein, aber wenn man diese albernen, unbelegten, konfusen Thesen von Graeber liest, und dann daneben die glasklaren, rationalen Worte Ayn Rands, dann sollte eigentlich jedem klar denkenen Menschen auffallen, was für ein Unsinn Graeber von sich gibt.

Und es ist sehr schade, dass wir leider nie diese ach so tollen Kapitalismuskritiken ausprobieren können werden, wie sie die Welt veränderten und die Gesellschaft beeinflussten: denn das würde höchstwahrscheinlich in Mord und Anarchie enden. Aber das hat die linken Träumer und totalitären Revoluzzer ja noch nie abgehalten.

Randnotiz: die indianischen Völker Nordamerikas lebten die Traumvorstellung vieler Kapitalismuskritiker. Und was haben die gemacht? Sich pausenlos gegenseitig umgebracht. Ja, vielen Dank auch. Da müssen wir wieder hin.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.05.2012 14:46 Uhr
Andreas Neubert

@Steve Lutzmann

"Die kapitalistische Gesellschaft hat kein Interesse an Krieg."
 
Sie meinen tatsächlich, das Interesse an Geld, Absatzmärkten und Rohstoffen spielte in den Kriegen der letzten ca. 200 Jahre keine Rolle? Da mag man noch so ein großer Anhänger der marktwirtschaftlichen Idee sein, so große ideologische Scheuklappen kann man doch wohl nicht wirklich aufhaben!?

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Andreas Neubert

@Ralf Becker

"Randnotiz: die indianischen Völker Nordamerikas lebten die Traumvorstellung vieler Kapitalismuskritiker. Und was haben die gemacht? Sich pausenlos gegenseitig umgebracht. Ja, vielen Dank auch. Da müssen wir wieder hin."
 
Und seit der Kapitalismus seinen Siegeszug auf diesem Planeten angetreten hat, sind Kriege bekanntlich ausgestorben. Für wahr glasklar und rational beobachtet!" ;-)

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