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Bücher Der sechste Harry Potter ist schon ein Bestseller

28.12.2004 ·  Schwer zu sagen, wessen Freude größer war, die der Leser oder der Buchhändler, als Joanne K. Rowling verkündete, sie habe Band sechs abgeschlossen.

Von Felicitas von Lovenberg
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Die Adventskalender sind weggeräumt, doch ein anderer Countdown hat gerade erst begonnen: Am 16. Juli 2005 erscheint der neue „Harry Potter“. Schwer zu sagen, wessen Freude größer war, die der Leser oder der Buchhändler, als Joanne K. Rowling am vergangenen Dienstag auf ihrer Website verkündete, sie habe Band sechs abgeschlossen.

Der Roman wird im englischen Original zugleich in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika erscheinen (F.A.Z. vom 22. Dezember). Man rechnet damit, daß Rowling mit dem neuen Buch ihren eigenen Rekord brechen wird: Von Band fünf wurden allein in Großbritannien am ersten Tag mehr als 1,7 Millionen Exemplare verkauft.

Auf Platz eins bei Amazon

Schon sind, etwa bei der amerikanischen Buchhandelskette Barnes and Noble, „Harry Potter“-Parties für den Abend des 15. Juli geplant; viele Buchläden werden eine Minute nach Mitternacht mit dem Verkauf beginnen. Der Erscheinungstermin der deutschen Übersetzung steht beim Carlsen Verlag noch nicht fest, dürfte aber früh genug liegen, um das Weihnachtsgeschäft des nächsten Jahres zu monopolisieren. Der Berlin Verlag, Tochter des englischen Bloomsbury-Verlags, wird den Direktvertrieb der Originalausgabe in Deutschland exklusiv übernehmen.

Der Roman erscheint auch diesmal an einem Samstag, damit nicht Horden von Kindern die Schule schwänzen müssen, um die ersten Kapitel zu verschlingen. Allein die Ankündigung hatte magische Konsequenzen: Bereits am nächsten Tag belegte „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ dank mehrerer hunderttausend Vorbestellungen beim Internet-Buchhändler Amazon den ersten Platz und verdrängte damit sogar den ubiquitären Dan Brown. Die Aktie des Bloomsbury-Verlags schoß ebenso in die Höhe wie die von Scholastic, der das Buch in den Vereinigten Staaten verlegt. Die Autorin hat in gewohnt enigmatischer Manier auch über den Inhalt von „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ einige Andeutungen gemacht.

Deutlich dünner als Band fünf

Wieder soll eine Hauptperson das Buch nicht überleben; die britischen Buchmacher tippen auf den liebenswerten Chaoten und monsterliebenden Hünen Hagrid als Todesopfer. Harry selbst mag zwar erneut im Kampf gegen Voldemort sein Leben riskieren, schwebt jedoch nicht ernstlich in Lebensgefahr; Rowling hat längst versichert, der junge Zauberer werde auf jeden Fall bis zum siebten und letzten Buch der Reihe durchhalten. Harry, der im fünften Band seinen ersten Kuß bekam, dürfte allerdings wieder wenig Zeit für die Liebe haben, und Ron und Hermione werden wohl auch diesmal übers Händchenhalten nicht hinauskommen.

Zwar war bisher jeder neue Band umfangreicher als der vorhergehende, doch wird Band sechs deutlich dünner ausfallen als „Harry Potter und der Orden des Phönix“, der im englischen Original 766 Seiten hat. Wem das an Potterei nicht genügt, der kann sich ins Kino begeben, wo am 18. November „Harry Potter und der Feuerkelch“ anläuft. Regie führt nach dem Amerikaner Chris Columbus und dem Spanier Alfonso Cuarón diesmal mit Mike Newell ein britischer Regisseur. Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint bleiben als Harry, Hermione und Ron ebenso erhalten wie Maggie Smith als Minerva McGonagall, Robbie Coltrane als Hagrid und Alan Rickman in der Rolle des Professor Snape. Als Kulisse für das Zauberinternat Hogwarts dient erneut Alnwick Castle in Northumberland. Erst einmal jedoch heißt es warten: Bis zum 16. Juli sind es noch zweihundert Tage.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2004, Nr. 304 / Seite 38
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Jahrgang 1974, verantwortliche Redakteurin für Literatur und Literarisches Leben.

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