25.11.2005 · Biologisches und Philosophisches: Die Freiheit des Denkens bei Hegel, eine grundlegende Analyse der Biologie und eine Diskursgeschichte des Opferbegriffs.
Mit den biopolitischen Debatten, wie zum Beispiel über die Stammzellenforschung, ist die Biologie als Wissenschaft mit einem Mal wieder stark ins öffentliche Bewußtsein gerückt. Auch dieser Wissenschaft kann man analytisch auf den Grund zu gehen versuchen.
Die junge Philosophie der Biologie, das zeigt ein ungemein instruktiver Sammelband von Ulrich Krohs und Georg Toepfer, klärt deren Begriffe und Methoden sowie die Struktur ihrer Erklärungen. Daß dabei die traditionelle idealistische Philosophie des Geistes nicht ganz ins Schweigen fallen muß, macht Thomas Sören Hoffmann in seiner großen und verständlichen Einleitung in Hegels Denken deutlich, die vor allem zeigt, daß Hegels Denken nicht in einem Systemzwang steckenbleibt, wie Hegel-Gegner dem Philosophen gerne vorhalten, sondern gerade umgekehrt zur Freiheit des Denkens führt. Das Denken wird bei Hegel eben nicht zum Opfer des Systems einer sich überschätzenden Vernunft.
Der Sorge des Souveräns um das Opfer geht Burkhardt Wolf in seiner ideenreichen Studie nach, indem er die reiche Diskursgeschichte dieses schillernden Begriffs in den letzten drei Jahrhunderten sondiert, die bei den Versicherungssystemen landet.