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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Besuch bei Thomas Harlan Wie es war, als mir Goebbels eine Märklin kaufte

15.01.2007 ·  Er sagt: „Ich habe das Ungeheuerliche angefasst“. Ein Besuch bei dem Filmemacher und Romanautor Thomas Harlan, ein Gespräch über seinen Vater, den Regisseur von „Jud Süß“, über Joseph Goebbels und über sein Leben im Sanatorium.

Von Edo Reents
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In diesen kurzen Tagen steht das Lungensanatorium schon am frühen Nachmittag so sehr im Schatten, den der Grünstein wirft, dass es um drei Uhr nachmittags schon fast dunkel ist, zumal noch immer kein Schnee liegt, der für etwas zusätzliche Helligkeit sorgen könnte. Der Grünstein ist der höchste Berg in der Ortschaft Schönau am Königssee nahe Berchtesgaden, kleiner natürlich als der Watzmann, den man von hier aus auch sieht, aber doch so mächtig, dass er die „Klinik Berchtesgadener Land“ gewissermaßen in Schach hält.

Ich bin hierher gefahren, um mit Thomas Harlan zu sprechen - über sein neues, sehr schwieriges Buch „Heldenfriedhof“ (siehe auch die Rezension: Thomas Harlans monströser SS-Roman „Heldenfriedhof”), über sein Leben und natürlich über seinen Vater, der Veit Harlan war. Ich sage „natürlich“, weil es ohne diesen Vater weder das Buch gäbe noch überhaupt Thomas Harlan selbst. Das ist, natürlich, eine Binsenwahrheit: ohne Vater kein Sohn. Im Falle Thomas Harlans ist der Vater aber doppelt und dreifach wichtig, denn dieser Vater war, als der Sohn noch ein Kind war, ein sehr erfolgreicher Regisseur. Er hat, unter anderem, den Film „Jud Süß“ gemacht.

Dabei wollte ich nicht mit der Tür ins Haus fallen

Während des Nationalsozialismus sind viele Filme gedreht worden, aber nicht alle ihre Regisseure sind im Gedächtnis geblieben. Und obwohl dieser womöglich noch nicht einmal der allerschlimmste ist, blieb Veit Harlan doch als der NS-Regisseur schlechthin im Gedächtnis und ist bis heute nicht wieder daraus verschwunden. Wenn der Name fällt, dann ist die Vorsilbe „Hetz-“ nicht weit: Veit Harlan, Regisseur des antisemitischen Hetzfilms „Jud Süß“. Dazu und was der Sohn zu alledem sagt, später mehr. Man wird jedenfalls zögern, Veit Varlan als großen Regisseur zu bezeichnen. Aber es führt eine Familienlinie zu einem wirklichen Genie: Christiane Kubrick, geborene Harlan, ist die Witwe des Regisseurs Stanley, eine Nichte Veits und damit die Cousine Thomas Harlans. Jan Harlan, der Bruder Christianes, war lange Produzent von Kubricks Filmen.

Der Filmemacher, Theater- und Romanautor Thomas Harlan, geboren 1929 in Berlin und dort auch aufgewachsen, wohnt seit sechs Jahren in der Lungenklinik. Er empfängt mich nachmittags gegen halb vier in seinem Zimmer. Schon beim Eintreten bemerke ich auf der Fensterbank eine DVD: „Anders als du und ich“ (1957, Regie: Veit Harlan). Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.

Damit die Kröte im Leib bleibt

Ein Intellektueller jahrelang in einem Lungensanatorium, fast schon im Hochgebirge - die erste Frage stellt sich wie von selbst. „Fühlen Sie sich hier nicht wie auf dem Zauberberg?“ Thomas Harlan sitzt am Fenster und sagt: „Es gibt so Sachen, die man als junger Mensch lesen muss, damit die Kröte im Leib bleibt.“ Das ist eine dieser starken, originellen Formulierungen, die aus Thomas Harlan immer noch sehr sonor und deutlich herauskommen, obwohl er manchmal Mühe beim Luftholen hat. Dergleichen bleibt haften, im Leib gewissermaßen, weil es zeigt, dass es immer auch um elementare Lebensvorgänge geht, wenn man über Literatur spricht; es zeigt, dass Literatur einen direkt etwas angehen sollte.

Beim „Zauberberg“ war das offenbar weniger der Fall, und das Sanatorium konnte da auch nicht mehr viel ausrichten: „Die Ähnlichkeit der Schicksale ist eigentlich etwas Peinliches. Ich hab' das nicht gerne, auf meines angesprochen zu werden.“ An geistigen Austausch oder gar Freundschaft ist hier nicht zu denken, die meisten Patienten werden nach drei Wochen hinauskomplimentiert und von Dekadenz sowieso keine Spur: „Damit es so sein könnte wie in Davos, wäre ein gewisses soziales Niveau nötig. Es gibt hier nicht irgendwelche interessanten Exemplare. Auch die Reichen sind hier gewöhnlich. Und um ganz ernsthaft krank zu sein, muss man edel sein.“

Unter Glas aufgewachsen - dafür zahlt man später

Das hätte Hans Castorp nicht besser sagen können. Fürs „Zauberberg“-Erlebnis ist es also nicht ganz das Richtige hier, und es war ja auch zu spät. Rilke dagegen hat Thomas Harlan ganz früh gelesen, und zwar „bebend, als Erschütterter, nicht als Ästhetiker“, 1945, mit sechzehn, die Russen waren schon in Danzig. „Malte Laurids Brigge“. Was hatte er mit dem am Hut? „Ich bin auch unter Glas aufgewachsen. Kein Schmutz, von Gouvernanten gehätschelt. Dafür zahlen Sie später. Es war die Abwesenheit von Erfahrung.“

Eine Erfahrung sah so aus: Eines Nachts, irgendwann 1937 oder 1938, ließ Goebbels ihn aus dem Bett holen. Mit dem suchte er dann ein Berliner Spielwarengeschäft auf, das auf Anordnung des Propagandaministers extra aufgeschlossen werden musste, der Junge hier darf sich jetzt eine Eisenbahn aussuchen, Märklin, mit allen Schikanen.

Als Hitler quasi im Alleingang den VW-Käfer entwarf

Stimmt es eigentlich, dass Goebbels auch im kleinen Kreis immer nur herumgebrüllt hat? „Nein, ich kannte ihn nur zahm, weich und lieb.“ Mochte er das Kind Thomas? „Ja, vermutlich. Aber so etwas kostet dich auch nichts. Im Gegenteil, es macht guten Wind für dich, wenn du mit Kindern gut kannst.“ Und Hitler? „Dem bin ich nie begegnet - doch, einmal.“ Das war ungefähr zur gleichen Zeit wie der Eisenbahnkauf, Thomas also acht, neun Jahre alt, Kaffee und Kuchen nachmittags im Berliner Hotel Kaiserhof, der Führer und Ferdinand Porsche, Hitler entwarf bei der Gelegenheit und quasi im Alleingang den VW-Käfer.

Was lösen solche Begegnungen in einem Kind aus? Das schreit doch irgendwann geradezu nach einem Hitler-Goebbels-Roman?! „Nee, was klug wäre: wie ein Kind die sieht. Wie schön die waren! Wenn ich an die Stimmen denke, andere lachten darüber, und ich fand, das war eine Kunst der Diktion, das war einmalig.“

„Jud Süß“ war ein Mordinstrument. Das hätte man wissen müssen

Der Vater bekam mehr Kostproben von der Propagandaministerstimme, als ihm lieb sein konnte. Goebbels soll sehr laut geworden sein, als er merkte, dass der Regisseur mit dem „Jud Süß“-Projekt, vor dem andere sich schon gedrückt hatten, nichts zu tun haben wollte. Veit Harlan hatte es auf eine internationale Karriere abgesehen und fürchtete um seinen künstlerischen Ruf. Wurde er also gezwungen? „Ja und nein“, sagt Thomas Harlan. Der Vater habe ihm während der Dreharbeiten 1940 eine Postkarte geschrieben, „lieber Tommy, du weißt gar nicht, wie die Juden froh sind, dass sie mit mir filmen können.“ Dem Sohn scheint es heute so, dass der Vater damals nicht wusste, was er da sagte; nach Widerstand klinge das jedenfalls nicht. „Ich glaube, der hat seinen Beruf einfach zu gerne gemacht.“ Gibt es denn auch unschuldige Kunst? „Nein, alles, was man machte, war ein Mordinstrument. Das hätte man damals wissen müssen.“

Zwanzig Millionen Menschen haben diesen Film bis zum Kriegsende gesehen. Himmler ordnete an, dass ihn jeder Wachmann in Auschwitz ansehen müsse, andernfalls wurde der Urlaub gestrichen. Hat der Vater jemals mit dem Sohn über den Film gesprochen? „Nein! Er hat zu mir gesprochen, nicht mit mir; das ist ein Unterschied.“

Mehr als zweitausend Anklagen gegen Kriegsverbrecher

Veit Harlan, der nach dem Krieg zweimal freigesprochen wurde und weiter Filme drehte, ist 1964 auf Capri gestorben, fünfundsechzig Jahre alt. Ungefähr sechs Wochen vor seinem Tod rief er seinen Sohn zu sich. Um zu verstehen, was das bedeutete, muss man sich klarmachen, was Thomas Harlan selber seit Ende der fünfziger Jahre gemacht hat: wie besessen recherchiert, vor allem in Polen. Was dabei herauskam, führte zu mehr als zweitausend Anklagen gegen Kriegsverbrecher und belieferte auch den Auschwitz-Prozess. Thomas Harlan war, um es vorsichtig zu sagen, ein zorniger, äußerst linker junger Mann, der gleich nach Kriegsende das, wie er selber sagt, „Küken“ in Pariser Intellektuellen-Kreisen war, mit Gilles Deleuze, Michel Tournier und Pierre Boulez zusammen wohnte und mit Klaus Kinski befreundet war. Wie gesagt, er als Deutscher, gleich nach dem Krieg: „Vergangenheit spielte keine Rolle.“ Auch den alten Jean-Paul Sartre hat er kennengelernt, „eine traurige Erinnerung, ich denke an ein Wrack.“

Und dieser Sohn, sozusagen einer der schärfsten Gegner des Vaters und all dessen, wofür der Vater stand, der erst unlängst in einem Interview von seiner „geliebten Sowjetunion“ gesprochen hat, wird dann gerufen, ein Anruf von der Stiefmutter, der sehr bekannten Schauspielerin Kristina Söderbaum. Thomas Harlan kommt sofort.

Auf dem Totenbett spielt man einem nichts mehr vor

Er war dann jeden Tag da beim Vater, auf Capri. Und es kam dann „etwas in Bewegung“. Was? „Alles. Schuld. Plötzlich stand alles in einem Licht des Zweifels. Er machte sich selbst Vorwürfe.“ War die Zerknirschung echt? „Ja, da spielt man einem nichts mehr vor.“ Begründungen für das Eigentliche, das Furchtbare bekam der Sohn aber nicht zu hören: „Wie will man das begründen?“

Ich möchte gerne wissen, ob dem Sohn da auch etwas leidgetan hat: der ganze Feldzug, den er damals gegen die (ehemalige) Sache des Vaters geführt hat. „Schwer zu sagen. Ich war so betroffen von der Großzügigkeit, mit der er mir das nachgesehen hat. Stellen Sie sich vor: Sein Sohn war sein schärfster Gegner! Ich hätte das wahrscheinlich nicht getan. Dieses Erlebnis hat lange vorgehalten.“

Ein SS-Roman? „Um Gottes willen!“

Thomas Harlan ist heute siebenundsiebzig Jahre alt, deutlich älter, als sein Vater wurde. Aber er ist immer noch der Sohn Veit Harlans. Oder etwa nicht? „Die Sohnschaft hat man doch irgendwann in seinem Leben erledigt.“ Wann genau? „Nie richtig. Ich bin das nie losgeworden. Die Art, in der ich geboren wurde, war eine Katastrophe.“ Aber der Vater wurde doch zweimal freigesprochen. „Ja, unter Umständen, die selber furchtbar waren. Das zweite Mal war der Richter, Walter Tyrolf, selber ein Mörder.“ Aber der eigene Furor hat doch nachgelassen? „Ja. Oder? Ich weiß nicht. Ich glaube, dass es diese Primitivität meines Glücksgefühls, die vom Aufdecken kam, nicht mehr gibt.“

Auf eine sehr merkwürdige Weise ist der Furor nun aber noch im „Heldenfriedhof“ spürbar, dem zweiten Roman von Thomas Harlan. Es ist, sehr verkürzend gesagt, die Geschichte des Enrico Cosulich, der auf der Suche nach seiner wahrscheinlich im Konzentrationslager umgekommenen Mutter auf Ungeheuerliches stößt, mit SS-Offizieren und sozusagen allem Drum und Dran. Also ein richtiger SS-Roman? „Um Gottes willen!“ Cosulich recherchiert wie verrückt, aber er zerfranst schließlich, wird trübsinnig, sein Leben läuft sich tot, er stirbt irgendwie an seelischer Überlastung. Das hätte Thomas Harlan auch passieren können, oder? „Nein, ich bin in der Lage, solche Dinge rasch wieder von mir fernzuhalten.“

„Ich wollte auch das Kleine darstellen, jeden Hausmeister, jede Maus“

Das Buch hat ganz ungeheuere Passagen, Lageralltag, Zeugenvernehmungen, alles ist sehr präzise beschrieben, streckenweise ganz streng protokolliert. Diese Sachlichkeit, diese Abwesenheit von Psychologie, die doch nur auf den Versuch der Einfühlung in die teils wahren, teils erfundenen Figuren hinausliefe, war von Anfang an oberstes Prinzip. Die Beschränkung auf Vorgänge unter Auslassung des Persönlichen lässt keinen Platz mehr für eine Verurteilung. Das klingt fast nach dem guten, alten Humanismus. „Mir wäre es lieber, wenn Sie dieses Wort nicht benutzen würden. Man kommt auch hier weiter mit Hausmannskost.“ Da ist sie wieder: die Kröte im Leib. Thomas Harlan meidet die ungenau-feierlichen Ausdrücke, dabei kommt doch nichts heraus. Die Hauptfrage ist immer: „Wie näherst du dich dem Schauderhaften? Doch nur mit dem Wort - wenn du das Schaudern so verstehst, dass du keinen Schüttelfrost bekommst. Die Absicht, die in der Beschreibung liegt, wegnehmen, das Verdammen herausnehmen. Das Ungeheuerliche wird als ungeheuerlich gebrandmarkt. Ich hab's angefasst, aber nicht begriffen. Niemand, der gerettet wird.“

Wir kommen plötzlich auf Kleist zu sprechen, ein ganz großes Vorbild, wenn es um Fragen des Darstellbaren geht. Auch bei Harlan stößt man laufend auf absatz-, ja, seitenlange Sätze, die so schön und diszipliniert sind, dass man das Ungeheuerliche, das in ihnen mitgeteilt wird, fast schon sachlich nimmt, während andererseits die Präzision den Schrecken noch steigert - ein merkwürdig paradoxer, Harlan vielleicht nicht unwillkommener Effekt. Aber er hätte doch auch einen Historienschinken schreiben können, nach Art der Breloers oder Eichingers. Solche Filme findet er „unanständig“. Trotzdem, gibt er zu, hatte er selber diese Sehnsucht, eine Art Hollywood-Schinken zu machen. Er wäre dann, wie er sich ausdrückt, in den „Genuss der Wirksamkeit“ gekommen, aber das wollte er nicht. Warum eigentlich nicht, was ist der Grund dafür? „Es ist die Tücke, mit der ich will, dass man mich versteht.“ Verstehen gibt es für ihn aber nicht und auch keine Versöhnung zwischen Tätern und Opfern. „Das einzige, was hilft, ist Wissen. Die großen Vorgänge waren ja mehr oder weniger bekannt. Ich wollte auch das Kleine darstellen, jeden Hausmeister, jede Maus.“

„Ich decke das Land auf“

Wird man nicht doch trübsinnig über solcher Arbeit? Thomas Harlan ist ein kranker Mann, der bei besserem Gesundheitszustand, anstatt Romane zu schreiben, lieber noch den einen oder anderen Film gemacht hätte. Dann sagt er: „Trübsinn? Ich mache mich sehr rasch frei davon. Ich habe ja nicht für mich diese Arbeit gemacht. Ich decke das Land auf.“ Denn das begreift er nach wie vor nicht an Deutschland: „ein Land, das es aushält, diese Leute bei sich zu haben, und nichts dagegen tut“.

Es ist spät. Eine Krankenschwester kommt vorsichtig mit dem Abendessen herein, und ich sollte wohl besser jetzt gehen. Ich verabschiede mich. Eine Frage noch: Was hat es mit der DVD auf sich, Veit Harlan, „Anders als du und ich“? Warum liegt die da? Das sei Zufall, die habe ihm erst gestern ein Produzent zugeschickt. Ich könne sie gerne ausleihen. Das tue ich. Es ist eine vermutlich in guter Absicht gedrehte Homosexuellensache mit dem blutjungen Christian Wolff und dem wunderbaren Paul Dahlke, die dann aber nach hinten losging, Skandal machte - wie so vieles, das den Namen Harlan trägt - und zwischenzeitlich auch verboten war („fast wie bei Goebbels“). Um ehrlich zu sein: Es ist kein schlechter Film.

Veit Harlan

- geboren am 22. September 1899 in Berlin
- Schauspielunterricht am Seminar von Max Reinhardt
- 1939 heiratet er die Schauspielerin Kristina Söderbaum
- nach 1945 mehrmals wegen seiner nationalsozialistischen Verstrickungen verhaftet und angeklagt, aber als entlastet eingestuft
- gestorben am 13. April 1964 auf Capri

Wichtigste Filme:

- „Der Herrscher“ (1937, ausgezeichnet mit dem Staatsfilmpreis)
- „Kreutzersonate“ (1937)
- „Jud Süß“ (1940)
- „Immensee“ (1943)
- „Opfergang“ (1944)
- „Kolberg“ (1945)
- „Unsterbliche Geliebte“ (1950)
- „Verrat an Deutschland (Der Fall Dr. Sorge)“ (1955)

Thomas Harlan

- geboren am 19. Februar 1929 in Berlin
- machte als Kind Bekanntschaft mit Hitler und Goebbels
- 1941 Führer der Marine-Hitlerjugend
- 1948 Umzug nach Paris, dort Studium der Philosophie und Mathematik, wohnte unter anderem zusammen mit Gilles Deleuze, Michel Tournier und Pierre Boulez
- Freundschaft mit Klaus Kinski
- 1959 bis 1964 Recherchen in Polen, aus denen mehr als 2000 Anklagen gegen deutsche Kriegsverbrecher resultierten. Ein Verfahren wegen Landesverrats wird gegen ihn angestrengt.
- 1964 Umzug nach Italien, wo er sich der linken Gruppierung „Lotta Continua“ anschloss; Harlan reist immer wieder an die Schauplätze linker und antikolonialer Befreiungskämpfe und war Mitglied im portugiesischen Revolutionsausschuss während der Nelkenrevolution

Wichtigste Filme:

- „Torre Bela“ (1975)
- „Wundkanal. Hinrichtung für vier Stimmen“ (1984)
- „Unser Nazi“ (1984)
- „Souvenance“ (1991)

Hörspiel:

- „Die Akte Rosa Peham“ (2001, Hörspiel des Monats April)

Romane:

- „Rosa“ (2000)
- „Heldenfriedhof“ (2006)

Quelle: F.A.Z., 15.01.2007, Nr. 12 / Seite 31
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