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Autor Peter Mayle gestorben : Licht und Lavendel

Wahl-Franzose: Peter Mayle (1939 - 2018). Bild: ddp Images

Er ließ sich in Südfrankreich nieder und wollte einen Roman schreiben. Sein Buch „Mein Jahr in der Provence“ wurde zum Bestseller und sorgte für einen Brexit in umgekehrter Richtung: Zum Tod des Autors Peter Mayle.

          Peter Mayle muss man nicht gelesen haben. Aber man könnte von ihm und dem Effekt gehört haben, den er mit einem Buch ausgelöst hat: In „Mein Jahr in der Provence“ beschrieb Mayle, wie er in Südfrankreich sein Gelobtes Land fand, die Heimat des Savoir-vivre, um das die Briten die Franzosen bei allem ironisch verpackten Überlegenheitsgefühl dann doch beneiden.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Peter Mayle war ein Aussteiger. Geboren in Brighton, arbeitete er als Kellner, Busfahrer, fünfzehn Jahre lang in der Werbebranche und schrieb Lehrbücher, bevor er sich 1987 in die Provence absetzte, wo er ein altes Bauernhaus renovierte. 1989 erschien „Mein Jahr in der Provence“, zwei Jahre später „Toujours Provence“. Mit einer Auflage von dreitausend Exemplaren ging sein Erstling in Druck, am Ende wurde das Buch in mehr als vierzig Sprachen übersetzt, mehr als sechs Millionen mal verkauft und Vorlage einer Fernsehserie.

          Einen Roman hatte Mayle schreiben wollen, doch er verfasste eine Selbstauskunft, um die ihn in seiner Heimat so viele beneideten, dass sie ihm nacheiferten. Daraus wurde ein regelrechter Exodus, eine Pensionärseinwanderung und Tour de France anglais, ein Brexit in umgekehrter Richtung. Mayle besang die Provence in dem ihm eigenen sonnig-ironischen Ton als Harmonie von Land und Leuten, Licht, Lavendelduft, Wein und vorzüglicher Küche (über die er gar nicht genug schreiben konnte). Reiseveranstalter konnten es sich nicht besser wünschen.

          So wurde Mayle zum Propheten eines guten Lebens und zur Attraktion. Reisende sollten ruhig einmal bei ihm vorbeischauen, schrieb eine britische Zeitung, ihn in seinem zweihundert Jahre alten Landhaus mit dem Weinberg und den drei Brunnen besuchen und – anklopfen. Daraufhin pilgerten Touristen aus der ganzen Welt zu Mayles Domizil, gelegen im Luberon-

          Gebirge, zwischen den Bergdörfern Ménerbes und Bonnieux. Als schließlich Wildfremde in seinen Swimmingpool hopsten und Paparazzi in seinem Garten Posten bezogen, nahm Mayle vor dem Ansturm Reißaus. Er ging mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten, wohnte auf Long Island, Barbados, den Bahamas und zog wieder nach London. Dabei hatte er seinen Sehnsuchtslandschaft, die Provence, niemals wieder verlassen wollen. In diese kehrte er schließlich auch zurück. Seine Adresse hielt er dieses Mal geheim.

          Man weiß nur so viel: Der Regisseur Ridley Scott, der 2006 Mayles Roman „Hotel Pastis“ mit Russell Crowe und Marion Cotillard in den Hauptrollen verfilmte, war sein Freund und Nachbar. Brillant und witzig wie kein Zweiter, sagte Scott, habe Mayle die Rivalität zwischen Engländern und Franzosen beschrieben. Am Donnerstag ist Peter Mayle im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Südfrankreich gestorben.

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