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Türkischer Schriftsteller : Friedenspreis-Träger Yasar Kemal ist tot

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Über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt: der türkische Schriftsteller Yasar Kemal Bild: dpa

Yasar Kemal, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, ist am Samstag nach längerer schwerer Krankheit gestorben. Kemal wird zu den wichtigsten Romanautoren der Türkei gezählt.

          Der türkische Schriftsteller Yasar Kemal ist tot. Er wurde 91 Jahre alt. Mit seinem 1955 veröffentlichten Roman „Mehmed mein Falke“ wurde er zum meistgelesenen Schriftsteller seines Landes. Der Kampf für Freiheit und Menschenrechte zieht sich als roter Faden durch sein Werk, zu dem 20 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten gehören.

          Seine Romane und Erzählungen waren mehrheitlich im Taurus und in der Kilikischen Ebene angesiedelt und wurden teilweise zu Welterfolgen. Sie sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Im Jahr 1997 hatte Kemal den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.

          Den Herrschenden lästig

          Kemal wurde mit vielen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet und 1972 als erster türkischer Schriftsteller für den Literaturnobelpreis nominiert. Günter Grass sagte 1997 in seiner Laudatio zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Kemal: „In Yasar Kemals Büchern ist die Darstellung des Rassenwahns als Ausdruck offizieller Regierungspolitik kenntlich. Deshalb ist der Autor den Herrschenden lästig.“

          Dieser Linie blieb Kemal treu. Die Gezi-Proteste im Sommer 2013 unterstützte er und schrieb in der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“: „Der Hass der gegen Meinungsfreiheit und Demokratie geschaffen wird, ist eine große Katastrophe in unserer Generation und kann nie verziehen werden. Was wir heute benötigen, ist ein demokratisches Regime.“

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