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Montag, 13. Februar 2012
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Tony Blairs Memoiren Offen, aber geheim

01.09.2010 ·  Eine Vorbereitung wie bei „Harry Potter“: Tony Blair hat an diesem Montag seine Memoiren vorgestellt. Der Rummel im Vereinigten Königreich ist beträchtlich. Aber gleich am Tag ihres Erscheinens gab es das Buch zum halben Preis.

Von Gina Thomas, London
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Seit langem ist kein politisches Buch mit solcher Spannung erwartet worden. Der Rummel um die Memoiren von Margaret Thatcher wirkt zahm, gemessen an dem Auftrieb um Tony Blairs Erinnerungsband „A Journey“, der am Mittwoch zusammen mit einer vom Autor selbst gesprochenen Hörbuchausgabe in England erschienen ist und unter dem Titel „Mein Weg“ am 6. September in die deutschen Buchhandlungen kommt.

Offiziell sollte das Werk erst um acht Uhr morgens zum Verkauf stehen. Rezensionsexemplare konnten von dem Zeitpunkt an beim Londoner Verlagsgebäude der Random House Gruppe abgeholt werden. In der Buchhandlung am Bahnhof Paddington aber waren Blairs Erinnerungen bereits um halb sieben zu kaufen, zum skontierten Preis von 12,50 statt 25 Pfund. Die Versandbuchhandlung Amazon, die die Auslieferung vorbestellter Exemplare zunächst für den 6. September avisiert hatte, verschickte das Buch des ehemaligen Premierministers bereits am Vorabend des Erscheinungstages. Am Mittwochmorgen waren die als „offen“ und „ehrlich“ angepriesenen Erinnerungen dort über Nacht vom elften auf den ersten Platz der meistverkauften Bücher geschossen.

Gordon Brown hüllt sich in Schweigen

Davon abgesehen, aber verlief das so stramm wie bei den „Harry Potter“-Romane inszenierte Erscheinen des Buches nach Plan, trotz des brisanten Inhalts, was den politischen Korrespondenten der BBC veranlasste, sich am Mittwochmorgen bei den Zuhörern für seine Berichterstattung des komplizierten Verhältnisses zwischen Blair und Gordon Brown zu entschuldigen: Es sei alles noch viel schlimmer gewesen. Die BBC und der „Guardian“ waren zu Interviewpartnern auserkoren, hielten sich aber an die Sperrfrist. Andrew Marr, der den sich zurzeit in New York aufhaltenden Blair für eine am Mittwochabend ausgestrahlte Sendung befragte, durfte das Buch 48 Stunden im Voraus lesen, musste sich aber verpflichten, nichts über den Inhalt zu verraten.

Der „Daily Telegraph“ rühmte sich, die einzige Zeitung zu sein, die ein „vollständiges, ausländisches Exemplar“ ergattert habe. In welcher Sprache, verriet das Blatt nicht. Die Berichterstattung wirkte allerdings nicht ausführlicher als die der anderen Medien, die auf die am Abend vom Verlag zur Verfügung gestellten Auszüge angewiesen waren, aus denen nur einige hundert Worte zitiert werden durften. Aus dem spärlichen Material sponnen dann sämtliche Blätter mehrere Seiten. Sobald sie das Buch in die Hand bekamen, waren politische Kommentatoren auf der Suche nach Enthüllungen insbesondere über den Irakkrieg und das gespannte Verhältnis Blairs zu Brown. Reporter stellten Gordon Brown zu Hause im schottischen Fife nach. Er aber hüllt sich in Schweigen.

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