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Preis der Leipziger Buchmesse : Helene Hegemann nominiert

  • Aktualisiert am

Umstrittene Nominierung: Helene Hegemann Bild: dpa

Trotz der Plagiatsvorwürfe gegen ihren Roman „Axolotl Roadkill“ ist die siebzehn Jahre alte Bestseller-Autorin Helene Hegemann für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden. Die Jury blieb bei der Entscheidung, die sie Ende Januar getroffen hatte.

          Trotz der Plagiatsvorwürfe ist die siebzehn Jahre alte Bestseller-Autorin Helene Hegemann für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden. Die Jury tagte bereits Ende Januar, noch bevor bekannt wurde, dass die Autorin teile ihres Romans „Axolotl Roadkill“ im Internet abgeschrieben hat. Sie blieb aber bei ihrer Entscheidung. „Diese junge Frau ist unserer Auffassung nach extrem begabt“, sagte die Jury-Vorsitzende Verena Auffermann am Donnerstag. Ihr Verlag habe der Jury bestätigt, dass im Urheberrechtsstreit „alles einen ordentlichen Weg geht“ (siehe auch: Germany’s Next Autoren-Topmodel).

          Hegemanns Roman ist mit Jan Faktors „Georgs Sorgen um die Vergangenheit“, dem „Roman unserer Kindheit“ von Georg Klein, Lutz Seilers „Die Zeitwaage“ und Anne Webers „Luft und Liebe“ in der Buchmessepreis-Kategorie „Belletristik“ nominiert.

          In der Kategorie Sachbuch und Essayistik wurden die Werke „Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück“ von Michael Hampe, „Die Brüder Grimm“ von Steffen Martus, „Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben“ von Ulrich Raulff (siehe auch: Rezension: Ulrich Raulffs „Kreis ohne Meister“), „Payback“ von Frank Schirrmacher und „Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen“ von Wolfgang Ullrich (siehe auch: Rezension: Wolfgang Ullrichs „Übung vor Reproduktionen“) auf die Nominiertenliste gesetzt.

          Nominiert in der Kategorie Übersetzung sind Ulrich Blumenbach für seine Übertragung von David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ (siehe auch: Ausweitung der Literatursprache: zur Übersetzung von David Foster Wallaces' „Unendlicher Spaß“), Christian Hansen für seine Übertragung von Roberto Bolaños „2666“ (siehe auch: Rezension: Roberto Bolaños „2666“), Grete Osterwald für ihre Übertragung von Hédi Kaddours „Waltenberg“ (siehe auch: Rezension: Hédi Kaddours „Waltenberg“), Rosemarie Tietze für ihre Übertragung von Lew Tolstois „Anna Karenina“ und Hubert Witt für seine Übertragung von Abraham Sutzkevers „Wilner Getto 1941-1944 - Gesänge vom Meer des Todes“ (siehe auch: Rezension: Abraham Sutzkevers Werke).

          In diesem Jahr waren für die Auszeichnung 760 Bücher und damit eben so viele wie im vergangenen Jahr eingereicht worden. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird 2010 zum sechsten Mal verliehen. Die Auszeichnung ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Dotiert ist sie mit insgesamt 45.000 Euro. Der Preis wird am 18. März öffentlich während der Leipziger Buchmesse verliehen. Die Bücherschau findet vom 18. bis 21. März statt.

          Neuer Plagiatsvorwurf: Filmstoff abgeschrieben?

          Unterdessen sind neue Plagiatsvorwürfe gegen Helene Hegemann laut geworden. Wie das Szene-Magazin „Vice“ auf seiner Internetseite berichtet, hat der junge deutsche Regisseur Benjamin Teske „frappierende Ähnlichkeiten“ zwischen seinem Kurzfilm „Try a Little Tenderness“ und einer in „Vice“ abgedruckten Geschichte von Hegemann festgestellt. Zwar hatte Hegemann die Literaturausgabe des Magazins vor der Veröffentlichung gebeten, den Text Benjamin Teske zu widmen. „Da uns damals die Tragweite dieser Widmung nicht bewusst war (...), haben wir diese nicht abgedruckt“, räumt das Magazin ein. Man habe den Regisseur jetzt nachträglich über die Zueignung informiert.

          Teskes Film lief im vergangenen Jahr beim Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken, an dem auch Hegemann teilnahm. Das Drehbuch basiert seinerseits auf der Kurzgeschichte „Un peu de tendresse“ des französischen Schriftstellers Martin Page, der Teske allerdings die Filmrechte gegeben hatte und im Abspann ausdrücklich genannt wird.

          „Mein Text war eine Auseinandersetzung mit dem Film und sollte eine Hommage an Teske enthalten. Das Magazin hat diesen Hinweis einfach nicht mit abgedruckt, geschweige denn das Abdruckrecht für den Text bei mir eingeholt“, sagte Hegemann dazu, „da versucht jemand, auf den Zug aufzuspringen und von der Hetze gegen mich zu profitieren.“

          Quelle: FAZ.NET

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