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Planeta-Literaturpreis : Alles für dich

Alles für mich! König Felipe VI überreicht den Planeta-Preis an Dolores Redondo. Bild: AFP

Viel Geld für den „Bob Dylan des spanischen Krimis“: Dolores Redondo erhält den Planeta-Preis. Gerüchte um Gemauschel gibt es wie immer auch.

          Jetzt haben wir den Salat. Der Literaturnobelpreis an Bob Dylan muss als Rechtfertigung für die Popularisierung des ohnehin schon Populären herhalten. Als wären Dylans Songs nicht auch als Text die wirkmächtigste Lyrik der letzten Jahrhunderthälfte. Dolores Redondo, Gewinnerin des mit 601.000 Euro dotierten Planeta-Preises, sei der „Bob Dylan des spanischen Krimis“, schreibt das Online-Medium „El Confidencial“ zu der Juryentscheidung, die am Samstagabend in Barcelona bekanntgegeben wurde. Die baskische Schriftstellerin, Jahrgang 1969, wurde in Spanien mit ihrer „Baztán-Trilogie“ bekannt, deren erste Bände („Das Echo dunkler Tage“ und „Die vergessenen Kinder“) bei Bastei-Lübbe auch auf deutsch vorliegen.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Vielleicht sollte man den Planeta-Preis unter festlichen Gesichtspunkten betrachten. Niemand macht sich Illusionen darüber, die höchstdotierte literarische Auszeichnung nach dem Nobelpreis würdige Spitzenleistungen. Vielmehr handelt es sich bei der enormen Preissumme um eine Investition in einen unveröffentlichten, angeblich anonym eingereichten Roman, der schon allein durch seine Publizität einen Teil des Preisgelds wieder einspielt. Blättert man in den Annalen des seit 65 Jahren vergebenen Planeta, stößt man auf weithin vergessene Namen und dazwischen – in den vergangenen Jahrzehnten gehäuft – auf feste literarische Größen wie Jorge Semprún, Mario Vargas Llosa oder Antonio Muñoz Molina, die ihre Karriere solcherart auf eine solide finanzielle Grundlage stellten. Plausible Gerüchte über abgesprochene, ja in Auftrag gegebene Siegerromane begleiten den Preis seit langem.

          Dem feierlichen Charakter der Inszenierung tut das keinen Abbruch. Am großen Dinner für tausend geladene Gäste in Barcelonas Kongresspalast nahmen auch das Königspaar und der katalanische Ministerpräsident teil. Der Siegerroman heißt passenderweise „All das werde ich dir geben“ und spielt in der Region Navarra, wo auch die Erfolgsromane der Autorin angesiedelt sind. So viel zur Anonymität. Finalist wurde Marcos Chicot mit seinem Roman „Die Ermordung des Sokrates“, wofür es immerhin auch noch 150.000 Euro gibt. Vor vier Jahren hatte sich Chicot schon einmal beworben. Titel: „Die Ermordung des Pythagoras“.

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