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Noch’n Gedicht Wo wäre Günter Grass ohne Griechenland?

 ·  Ein paar Schlagwörter zu Griechenland, der Antike und Europa, verschrobene Sätze, unsinnige Genitivkonstruktionen - das Satiremagazin „Titanic“ hätte die Persiflage eines Grass-Gedichts auch nicht besser hinbekommen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (45)

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Claus Ernst
Claus Ernst (V_Brevis) - 29.05.2012 16:05 Uhr

@P. Ikonomou

Mein Nachbar, ein Landwirt, der Jahrzehnte gut von EU-Subventionen lebte, hat bei meiner Bank (Raiffeisen) einen 400.000 Euro-Kredit für sein fürstliches Eigenheim aufgenommen. Darin steckt auch mein Erspartes, für das ich einen kleinen Zins erhalte.

Nun kann der verschwenderische Hausbauer seinen Kredit nicht mehr bedienen. Er wurde depressiv.

Und ich habe Angst um meine Ersparnisse.

Ich werde dem leicht aufbrausenden Mann Ihren, Petros Ikonomous Artikel, zum lesen geben. Dann schmeisst der Nachbar morgen - als Antifaretter des gr. Vaterlands verkleidet - Molotowcocktails in die Bank, die soviel an seinem Leid verdient. Später wird man sagen, der Ouzo oder die EU oder der Gottseibeiuns sei schuld. Übrigens, das Selbstmitleid und die Unfähigkeit zur Selbstkritik und Einsicht in Realitäten scheinen Sie mit vielen Raki-Trinkern gemein zu haben.

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Paula Pilcher

Danke!

Wunderbarer Text. Da gibt es nichts klarzustellen, geschweige denn zu entschuldigen. Hoffentlich bleiben Sie bei Ihrer Linie.

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Stefan Pohl

Ich verstehe nicht, wie die SZ auf eine solch offensichtliche Fälschung hereinfallen konnte …

…denn da Grass ja seinen letzten Propagandatext — pardon, sein letztes Gedicht — schon »mit letzter Tinte« geschrieben hatte, konnte alle künftigen Gedichte ja nur noch Fälschungen sein. Es sei denn, man wolle unterstellen, daß sich jemand gefunden habe, der dem Manne nochmals Tinte verkauft hätte. Aber warum sollte das jemand tun, wo doch jedem klar ist, welche Folgen das haben kann. Oder hat die SZ Grass etwa unterstellt, daß er sich wie ein Dreijähriger verhält, der sich nicht ins Bett bringen lassen will und nach dem letzten Vorwande noch einen alllerletzten, einen allerallerletzten und dann immer noch fünf weitere findet? Das wäre von der SZ ja ziemlich cynisch und mnschenverachtend.

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Jörg Beckmann

Keine Jugendsünde

Die lustige Satire der FAZ geschenkt, doch dass die FAZ wiedermal darauf abhebt, dass Grass in jungen Jahren (Mit 17 !) für ganz kurze Zeit - am Ende des Krieges Mitglied der Waffen SS war, dass hier also eine Jugend-Dummheit ihm immer noch vorgeworfen wird, spricht eher für die Jugend des Autors Weidermann, kaum jedoch für seinen historischen Sinn. Vielleicht sollte sich der sonst so scharfsinnige Weidermann nur mal vorstellen, wie das ist, unter einer "Nazi-Käseglocke" (ohne jegliche Information von Außen!) aufzuwachsen...Als einer, der damals nur 11 Jahre alt war, bekenne ich hier freimütig, dass wir dummen Jungs damals "Waffen SS" für eine tolle militärisch hoch effiziente Truppe hielten....natürlich war das ein Irrtum...natürlich waren wir, war auch Grass damals dumm, doch eine "Jugendsünde" war es eben gerade nicht! Wenn schon, dann eine Sünde der Erwachsenen, von denen uns niemand aufklärte...so weit dergleichen damals überhaupt möglich war.

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Petros Ikonomou

Gedicht Grass und Arroganz.

Hallo zusamen und besonders den Herrn Brinkman einen Freundlichen Gruß.
Ich bin kein Dichter und auch kein Intelektueller aber ich fühle mich persönlich angegriffen von solch einen unbeschreiblichen Hass der mir als (Griehen) Hellenen entgengebracht wird.
Es ist beschämend.
Was haben wir Hellenen euch so schlimes angetan das ihr uns haßt?
Vielleicht liegt es am Ouzo oder?
Warren es nicht die Deutschen die uns überfallen haben und 600000 Griechen das Leben Kostete.
Zu lang her nicht?
Nach dem Krieg haben die Siegermächte wozu Griechenland auch zählt Entschieden die Reparationsleistungen zu Auszusetzen weil die Deutschen am ende Waren.und obwohl Griechenland Ausgeplündert wurde ,und die Menschen zu Tausenden auf den strassen an Hunger Starben, Besassen meine Vorfahren die Grösse und das Mitgefühl für das Deutsche Volk zu Stimmen.Nein Herr Brinkmann wir bekommen kein Geld von euch im gegenteil wir retten gerage eure Banken. 40 miliarden habt ihr schon an unser Leid Verdient .Es Reicht

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.05.2012 11:02 Uhr
Anke Reindl
Anke Reindl (Susilein) - 29.05.2012 11:02 Uhr

@Petros Ikonomou

Wie kommen Sie darauf, dass die Deutschen die Griechen hasen? Umgekehrt wird doch eher ein Schuh draus. Viele der Einschnitte im Leben, die auf die Griechen zukommen sollen, sind für uns schon lange normal (z.B. erst mit 67 in Rente gehen). Wir werden an Steuern ausgepresst ohne Ende, und wohin geht die Kohle? Nach Griechenland. Und was ist der Dank? Unverhohlener Hass auf uns. Wir müssen uns von euch als Nazis beschimpfen lassen, deutsche Fahnen werden verbrannt oder mit Hakenkreuzen "verziert" etc. Neulich wurde ein Niederländer zusammengeschlagen, weil man ihn für einen Deutschen hielt. Wer hasst hier also wen?
Abgesehen davon wurden Zahlungen (ich glaube in den 60ern) an Griechenland in Millionenhöhe geleistet.

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Benjamin Sourlier

Hier gehts nicht um Literatur

Es geht hier nicht um Grass' literarisches Talent, welches ihm nun plötzlich angeblich fehlen soll. Sondern nur darum, dass er es in seinem vorherigen Gedicht gewagt hat, Israel zu kritisieren, was ihm offenbar viele noch nicht verziehen haben. Dies ist der einzige Grund, warum der bis vor kurzem noch allgemein hochgejubelte Grass jetzt -o Wunder- auf einmal nur noch "unsinnige aneinadergereihte Genitivkonstruktionen" schreiben soll...

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Burkhardt Brinkmann

Günther Grass - im Kern seit Nazi-Zeiten unverändert!

Günther Grass ist geblieben, was er schon als Jugendlicher zu Nazi-Zeiten gewesen sein muss:
Nein, nein, nicht ein Nazi.
Sondern ein - Pimpf, der eine vermeintlich leuchtende Fahne sucht, welcher er dann ohne weiteres Nachdenken hinterherläuft!

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Johann Horn
Johann Horn (Annaeus) - 28.05.2012 17:07 Uhr

Und wann kommt endlich das nächste?

Du großer Günter wirst uns doch auch künftig
Mit deiner Dichtkraft und Gedankentiefe
Das dunkle Labyrinth der Welt beleuchten
Und so bewahren vor des Irrtums Schande?
Oh zögre nicht auf deinem hohen Sitze
Und lass den zwei Gedichten viele folgen.
Du bist berufen ja seit Jahr und Tagen
Als ein Gemaniae Praeceptor fort
Zu wirken, nicht dein Donnerwort zu schonen.
Begierig harret hoffend die Gemeinde
Des wortgewaltgen Trommlers schon des nächsten
Der Dichtung Werke: Lass es uns vernehmen!

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Burkhardt Brinkmann

Günthers bitter Bitterfelder Weg ...

... hat zumindest bei mir angeschlagen:

Über seinem Rotweinbecher
Sinnend sitzt der Dichterzecher

Persien ist schon abgehandelt
Mit Griechenland wird jetzt angebandelt

Das vor dem Schierlingsbecher erbebt
Hat dank Kreditbetrug lange lustig gelebt

Gespenster sollen es jetzt beschützen
Um blöde Barbaren kräftig zu "schwitzen"

Von Sklaven ließen einst sich seine Dichter bedienen
Lass' uns're Armen nur schuften: Die Kreditbetrüger grienen

Million und Milliarde kann der Greis nicht unterscheiden
Seine eigenen Landsleute soll’n drunter leiden

Füll' die Amphoren, Günther, mit deinen eigenen Kohlen,
Schlepp' gen Süden sie um dir als dank einen - Arschtritt zu holen!

Im Übrigen: Köstlich, im Internet zu lesen, wie viele die Satire verkannt haben! Und was Volker Weidermann der dpa sagte:
"Fiktion und Wahrheit sind ja nicht mehr wirklich zu unterscheiden ... . Ob sich das jetzt die "Titanic“ oder Günter Grass ausdenkt, ist für mich kein großer Unterschied.“

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Wilhelm Friedrich

Grass hat weiteres Gedicht veröffentlicht, diesmal in der Titanic ;-)

"Frühstücks Schande
(Garantiert ohne Reim & Versmaß!)

Dem Chaos nah, weil dem Mund nicht gerecht,
bist fern Du dem Gericht, das Aroma dir lieh.

Was so hungrig gesucht, finde ich nicht,
der ganze Morgen ist Schrott und ruiniert.

Ungenutzt in den Kühlschrank gestellt, leidet ein Schmaus,
dessen Ursprung zu suchen uns Redensart war.

Göttlicher Gaumenkitzel, dessen Reste
stets wohlduftend meinen Schnauzbart schmücken: Wo ist es heute?

Rechtlose Speise, durch deren Entbehrung
mein Gürtel sich enger und enger schmiegt.

Sauf endlich, sauf! schreit mir mein Altenpfleger,
doch zornig gebe ich den O-Saft randvoll zurück.

Verflucht seien Toast, Marmelade und Götter-
speise, auch Schwarzbrot kann ich nicht leiden.

Geschmacklich verkümmern wirst du ohne das Ei,
dessen Geschmack dich, Frühstück, ausmachte."

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Gerd Weghorn
Gerd Weghorn (weghorn) - 28.05.2012 11:07 Uhr

Christlich-jüdisches Erbe: nicht vergeben können?!

Sie schreiben: "Dieser Gestus des Moralmeisters ist in der Folge seines langen Schweigens hohl, unglaubwürdig, peinlich und - im besten Falle - lächerlich geworden." Worauf sich das "lange Schweigen" bezieht, ist jedem bekannt, doch in seiner Beurteilung darf man unterschiedlicher Meinung sein. Ich argumentiere deshalb hier prinzipiell (!) gegen die Entwertung der Ansichten - besser gesagt: der Interessen - eines Menschen einzig aus dem Grund, dass er im Laufe seines exponierten Lebens auch einmal einen Fehler gemacht hat (bzw. haben soll), halte ich eine solche Haltung doch für den Ausdruck von Herrenmenschentum (oder Arroganz).

Was Grass aus Feigheit oder Berechnung verschwiegen haben mag: es ist objektiv nicht geeignet, ihm das Maul zu verbieten, sondern im Gegenteil: es ist undemokratisch.

Grass hat sein Schweigen gebrochen, und das war für ihn bestimmt nicht einfach gewesen. Gegen seine Interessen kann man Einwände haben, doch die Moralkeule zu schwingen ist hier fehl am Platze.

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Gerd Halfpap
Gerd Halfpap (Halfpap) - 28.05.2012 06:11 Uhr

Heinrich Heine über G.G. et.al.

In Jan-Christoh Hauschilds mehr oder weniger gut gelungener Sammlung "Heinrich Heine. Mit scharfer Zunge" findet sich folgendes Bonmot zu G.G.: "Die wahrhaft grossen Dichter haben immer die grossen Interessen ihrer Zeit anders aufgefasst als in gereimten Zeitungartikeln." Right !!!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 09:57 Uhr
Harald Schmidt
Harald Schmidt (Harry67) - 28.05.2012 09:57 Uhr

... und heute?

Woher wollen Sie wissen, welchen medialen Verbreitungsweg Heine heutzutage gewählt hätte - und aus welchen Gründen? Gerade Heine, der immer wieder mit erheblchen zensorischen Beschränkungen und Anfeindungen zu tun hatte.
Über ein unbequemes Kaliber wie Heinrich Heine, würde er heute leben, wären schon längst sämtliche Vertreter der politischen Kaste, Politiker wie Journalisten hergefallen. Es gibt nichts, was eine Gesellschaft mehr aufheulen lässt, als jemand, der ein wenig in den blinden Flecken stöbert - man merkt es schlicht an den fehlenden Argumenten und dem geäußerten Drang denjenigen zum Schweigen bringen zu wollen.

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Gerhard Dünnhaupt

Gelernt ist gelernt

Zeugt es nicht von Talent, ein Gedicht so schlecht zu schreiben, dass jeder sofort denkt, es sei eine Fälschung?

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 27.05.2012 23:15 Uhr

Getroffen - betroffen?

In gewisser Weise erinnert ein Großteil der medialen Resonanz mit ihrer auffallend martialischen Affektfärbung an neurotische Abwehrmechanismen. Sollte dem so sein, dann wäre es schon lehrreich, welche Unsicherheiten in der jeweiligen Haltung zur aktuellen gesellschaftlichen Situation dafür zeichnen.
Wie dem auch sei, Günter Grass bietet sich derzeit ein weites Feld, aus dem Blickwinkel seiner Lebenserfahrungen verklemmt erscheinende Weltanschauungen zu attackieren.

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Ute A. Niemz

Si tacuisses....

Die gute Nachricht zuerst: niemand ist gezwungen, diese neuen merkwürdigen Gedichte von Grass zu lesen
Die schlechte: keiner kann's ihm verbieten....

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Karl Wilhelm Goebel

Noch'n Gedicht: Pfingsten 2012

Drachmen? Euro? Chaos im Frühland europäischer Kultur?
Wiege oder nur Waage?
Offenbar haben die Helenen uns, den designierten Nachfahren ihrer Heloten, den Krieg zumindest symbolisch erklärt, damit wir, die gemeinen Völker, den edlen von Inseln Gesegneten mit bei uns erzwungenen Steuergeldern den Olymp vergolden und weiterhin von Anstrengung, Investition, intelligenter, legaler Staatsbürokratienutzung und sonstigem, anstrengenden Einsatz befreit bleiben, während sie ihre silbrigen Münzen und europäischen Buntpapiere in andere Länder transferieren, um mittel- und langfristig von den Zinsen und Subventionen dem Krösus gleich, hochmütig weiterhin auf musealen Kostbarkeiten zu thronen und keine oder wenig Steuern im eigenen und für ihr eigenes Land zu leisten.

Dazu bekennen sich - höret ihr Völker - nur dumme Kultur - Europäer, die selbst keine realen Reichtümer anhäufen, weil es hier weder eine Gold- noch eine Silberwährung gibt.
Sorry:
Den Becher mag der vom eigenen Volk besch

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gerhard monsees
gerhard monsees (germon) - 27.05.2012 13:41 Uhr

Seine Schande ist ein Gedicht

Aber darum geht es doch gerade in Grass' Gedicht:

"
Es geht bei der Beurteilung von Werk und Wirkung von Günter Grass seit 2006 doch vor allem darum, ob ein Mann, der einen guten Teil seines Lebens damit verbracht hat, mit unerschütterlicher Selbstgewissheit anderen Menschen moralische Noten zu geben, in der Folge seines Geständnisses, sechzig Jahre lang einen wesentlichen Teil seiner Biographie bewusst verschwiegen zu haben, vielleicht ein kleines bisschen leiser sein sollte".

Nein, "leiser" sein kann eine dichterische Eitelkeit, die ihre Vergangenheit los werden möchte, eben gerade deshalb nicht

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Leo Deibler

Lob der Dichtkunst

Gäbe es analog zum Eurovision Song Contest einen europäischen Dichterwettbewerb, so könnten wir bedenkenlos Günter Grass als deutschen Teilnehmer nominieren. Allemagne: Douze points.

Beim Deutschlandfunk gab es übrigens vor Jahren mal einen Sportjournalisten, der nach jedem Bundesliga-Spieltag das aktuelle Geschehen in Versform kommentierte. Seine Gedichte reimten sich aber.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.05.2012 17:51 Uhr
Karl Wilhelm Goebel

Gedicht Contest

Ich tue mich schwer mit 2 (?) Punkten für diesen Kulturbeitrag. Reicht es nicht, wenn Europa kommentieren würde, wie schön es ist, dass sich aus DE auch jemand beteiligt habe...?

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Frank Linnhoff
Frank Linnhoff (wulewuu) - 27.05.2012 12:03 Uhr

Ehre dem Dichter

Wer von uns schnöden Prosaikern kann ermessen, welch harte Arbeit hinter jedem Gedicht steckt. Der schlesische Schwan konnte davon dieses Lied singen:

Willst gelangen Du zum Ziele,
Wohlverdienten Preis gewinnen,
Muß der Schweiß herunter rinnen
Von der Decke bis zur Diele!

Schon Edison hatte es auf den Punkt gebracht: "10% Inspiration, 90% Transpiration".

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Christoph Kuhlmann

Das Paradoxon des Günther Grass

Was ist ein Gedicht? Günther Grass wagt es in seinem jüngsten Werk den Namen Hölderlin in einem uninspiriertem Text zu verwenden, der sich angesichts der von ihm praktizierten Schändung Euterpes im Grabe rotieren würde. Wie kann man uns nur die kulturellen Leistungen des alten Griechenlands vorhalten und sie dabei gleichzeitig so mit Füßen treten? Was hat das eigentlich mit der Schuldenkrise zu tun? Wer im alten Griechenland pleite war, wurde in die Sklaverei verkauft. Wer dem benachbarten Stadtstaat unterlag, dem erging es auch nicht besser. Diese Geschichtsklitterei geht mir langsam auf den Geist. Es hindert auch den ärmsten Griechen niemand daran, sich in einem Fass an den Strand zu legen und die Sonne zu legen, wie einst Diogenes. Es ist doch nicht so, dass in Griechenland keiner mehr Zeit zum dichten und denken hat. Im Gegenteil. Schließlich verachtet der Geist, der sich über die materielle Welt erhebt den schnöden Mammon und das gierige Streben nach Gold und Geld.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.05.2012 22:10 Uhr
Helga Zießler

Kompliment Herr Kuhlmann!

Sie haben Grass genau erkannt.

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Stephanie Reyntjes

Selbstbegnadung!

Jetzt soll (oder was...?) Euterpe geschändet sein?
Mit dem blödesten Begriff "sich im Grabe rotieren" (so tief kuckt ein CHRISTO ins Glas!). Da wälzt sich niemand, auch eine angebliche Göttin nicht.)
Da "geht" ihm "langsam" (jawoll: Herr Grabpediger!) "auf den Geist"; den er nachzuweisen sich begnadet fühlt...

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Jahrgang 1969, verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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