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Nach Veröffentlichungsverbot Chinesischer Autor Liao nach Deutschland ausgereist

08.07.2011 ·  Nach einem Abkommen mit chinesischen Behörden ist der Schriftsteller Liao Yiwu Medienberichten zufolge nach Deutschland ausgereist. Liao war in den letzten Jahren immer wieder mit einem Ausreiseverbot belegt worden. Sein neues Buch soll im Juli bei S. Fischer erscheinen.

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Der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu ist Medienberichten zufolge nach Deutschland ausgereist. In einem Interview mit „Spiegel Online“ machte der 1958 geborene Autor deutlich, dass er nicht damit rechnet, unter der gegenwärtigen Führung wieder nach China gelassen zu werden. Um ausreisen zu dürfen, habe er sich zum Schein auf ein Publikationsverbot eingelassen. Liao Yiwu war zuvor über Jahre hinweg immer wieder die Ausreise verweigert worden (siehe Ai Weiwei verklagt Ministerium).

„Ich habe vor meiner Ausreise den Behörden zusagen müssen, mein Buch 'Für ein Lied und hundert Lieder' nicht im Ausland zu publizieren“, berichtete Liao Yiwu. „Ich bin aber nicht mehr bereit, mich in China wie eine Geisel halten zu lassen.“ Er habe die Zusage nur gegeben, um die Ausreiseerlaubnis zu erhalten. Eine derartige Abmachung sei aber eine „unfassbare Beleidigung“ für einen Schriftsteller. „Das Wichtigste für mich ist die Freiheit, zu veröffentlichen, und die Freiheit, zu schreiben.“

Stipendium in Berlin

Der S.Fischer-Verlag berichtete, dass das Buch am 21. Juli in Deutschland erscheinen werde. Danach will Liao Yiwu in die Vereinigten Staaten reisen und später nach Australien, wie er „Spiegel Online“ weiter sagte. Von 2012 an hat der Autor ein einjähriges Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Dann werde er in Berlin sein. „Aber ich hoffe, dass ich, wenn dereinst die Regierung wechselt, sicher nach China zurückkehren kann“, sagte Liao Yiwu.

Der Autor ist in Deutschland mit dem Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ bekannt geworden (siehe Rezension: Liao Yiwus „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“). Nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 hatte Liao Yiwu wegen eines Gedichts „Massaker“ vier Jahre in Haft gesessen. Seine Werke sind in China verboten, doch kursieren viele Raubkopien.

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