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Britischer Schriftsteller : Literaturnobelpreis geht an Kazuo Ishiguro

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Der Literaturnobelpreisträger 2017: Kazuo Ishiguro. Bild: AP

Der japanischstämmige Brite Kazuo Ishiguro erhält den Nobelpreis für Literatur. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit. Seine Romane besäßen „große emotionale Kraft“.

          Kazuo Ishiguro, der britische Schriftsteller mit japanischen Wurzeln, erhält den diesjährigen Literaturnobelpreis. Das gab das Nobelpreiskomitee in der schwedischen Hauptstadt Stockholm bekannt. Ishiguro, dessen Romane „große emotionale Kraft besäßen“, habe den Abgrund enthüllt, der „unter unserem illusorischen Gefühl gähne, mit der Welt verbunden zu sein.“

          Kazuo Ishiguro wurde am 8. Nov. 1954 in Nagasaki, Japan geboren und ist der Sohn eines Ozeanographen. 1960 kam er mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern nach Großbritannien, wo der Vater eine neue berufliche Aufgabe auf den Ölfeldern in der Nordsee gefunden hatte. Ishiguro wuchs in Guildford in der Grafschaft Surrey, südlich von London, auf. 1989 besuchte er erstmals wieder seine japanische Heimat.

          Von 1974 bis 1978 studierte der Brite an der Universität von Kent Philosophie und Anglistik. Bevor er 1980 an der University of East Anglia seinen Abschluss machte und an der er mit einem Stipendium an Professor Malcom Bradburys mittlerweile berühmt gewordenem „creative-writing“-Kurs teilgenommen hatte. Dort lernte er auch die britische Schriftstellerin Angela Carter kennen, die eine Mentorin für ihn wurde.

          Bereits sein erstes Buch machte I. mit einem Schlag bekannt. Es erzählt von einer Japanerin, die nach dem Tod ihres zweiten Mannes und dem Selbstmord ihrer Tochter aus erster Ehe an jene bedrückenden Monate der Schwangerschaft zurückdenkt, die sie – „Damals in Nagasaki“, so die deutsche Übersetzung – in einem Hochhaus am Rande der verwüsteten Stadt erlebte.

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          Im Überblick : Nobelpreisträger von 1901 bis heute

          Zu Ishiguros bekanntesten Werken zählt „Was vom Tage übrigblieb“. Der 1989 erschienene Roman wurde 1993 unter dem gleichen Titel mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt. In „Alles, was wir geben mussten“ setzte sich der Schriftsteller 2005 mit dem Thema Organspende und der Debatte über menschliche Klone auseinander. Neben weiteren Romanen verfasste Ishiguro Kurzgeschichten sowie Drehbücher für Film und Fernsehen.

          Der Literaturnobelpreis, der aktuell mit umgerechnet rund 943.000 Euro dotiert ist, gilt als der weltweit bedeutendste Preis für Literatur. Die Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, überreicht. Die Zeremonie findet in Stockholm statt; lediglich der Friedensnobelpreis wird im norwegischen Oslo übergeben. Im Jahr 2016 hatte der amerikanische Sänger Bob Dylan den Preis erhalten. Letzte deutschsprachige Preisträgerin war die Schriftstellerin Herta Müller 2009.

          Quelle: dpa/F.A.Z.

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