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Laudatio auf Michael Lentz Das alphabetisierende Alpha-Tier

25.06.2005 ·  Sprache, Gedanken und Gefühle in Höchstform. Für Michael Lentz ist die Literatur in erster Linie eine Übersprunghandlung angesichts der Verlegenheit, am Leben zu sein: Eine Laudatio auf den Schriftsteller aus Anlass des Preises der Literaturhäuser.

Von Felicitas von Lovenberg
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Was, wenn zur Abwechslung einmal alles rückwärts laufen würde statt unerbittlich vorwärts? Nehmen wir doch einmal an, nur als Gedankenspiel, man könnte zuallererst sterben, womit diese mißliche Erfahrung aus dem Weg wäre. Anschließend lebte man in einem Altersheim, bis man als zu jung entlassen würde. Danch arbeitete man vierzig bis fünfzig Jahre lang, das Gedächtnis würde immer besser, die Haut immer straffer, und eines Tages wäre man jung genug, um seine Freizeit auch zu genießen. Nun bräche die Zeit an für ausgelassene Feste, Alkoholkonsum und wilde Liebe. Mit dem Schuleintritt endlich würde man zum Kind und fände es herrlich, nach all den Anstrengungen keine Verantwortung mehr zu haben. Als Säugling käme man zurück in die mütterliche Ursuppe, in der man neun Monate schwimmen könnte - und würde sein Leben als Orgasmus beenden.

Statt dessen tickt die Uhr die Jahre tot. Wir werden des Sterbens nicht müde. Tag für Tag beginnt mit der hartnäckigen Angewohnheit, die Augen aufzuschlagen. Zwanghaft wiederholen wir uns, vom Zähneputzen bis hin zu den Sätzen, die wir einander an den Kopf werfen oder ins Ohr flüstern. Weil wir im Leben der ständigen Wiederkehr des Immergleichen ausgesetzt sind, erwarten wir von der Kunst Originalität, Einmaligkeit, den entschiedenen Ausbruch aus der Wiederholung. Der Schriftsteller gilt uns als Meister des Einfalls, der Einzigartigkeit, während wir selbst uns als hilflose Routiniers empfinden.

Doch da ist einer, der die Wiederholung zur größten und schwierigsten Kunst erklärt hat: Michael Lentz. Sein literarischer Weg führt immer aufs neue „vom Stöckchen aufs Hölzchen und zurück zum Stamm“. Im Bergwerk der Zeit baut er Sätze ab, Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe. Was dabei herauskommt, ist eine Literatur, so eigenwillig wie brillant, intensiv, hochreflexiv, überreizt, kurz vorm Durchdrehen. Michael Lentz schreibt Sätze, die andere nicht einmal zu denken wagen. Bei seinen Auftritten verschmilzt Unerhörtes mit Ungehörtem. Alles ist in seinem Werk gesteigert: Sprache, Aussage, Emotion. Mit diesem Autor ist es wie mit den Pfefferminzbonbons „Fisherman's Friend“: Ist er zu stark, bist du zu schwach. Man könnte, ihn selbst abwandelnd, auch sagen: Wer über deutschsprachige Gegenwartsliteratur verhandelt und den Namen Michael Lentz außer acht läßt, hat Stromausfall.

Bahnfahrer und Biertrinker

Wobei durchaus die Gefahr besteht, daß bei den Lesern und Zuhörern von Lentz Sicherungen durchknallen und Kurzschlußreaktionen erfolgen. Manch einer soll schon sein ganzes Leben nach der Lektüre auf den Kopf gestellt haben. Das ist Teil des Wunders, das Michael Lentz ganz beiläufig bewirkt: In seinen Texten wird die Einheit von Sprache, Stimme und Welt nicht nur behauptet, sondern gelebt - und so ist es nicht nur ihre leuchtende Intellektualität, sondern auch die Herzwärme seiner Literatur, nicht nur ihr stilistischer Anspruch, sondern die pulsierende Unbedingtheit, mit der sie ihn einzulösen vermag, die Michael Lentz von anderen Autoren abhebt.

Allerdings ist Lentz mit dem Titel Schriftsteller nur unzureichend bezeichnet. Ebenso sehr wie Schriftsteller ist er Musiker. Gibt er als Autor eine unnachahmliche Mischung ab aus Romantiker, Existentialist und Jeans-Lyriker, könnte man ihn in musikalischer Hinsicht als Brückenbauer zwischen Mahler und Eminem bezeichnen. Musik macht er mit dem Saxophon, vor allem jedoch mit seiner Stimme und unserer Sprache. Der Krach hat System: Seine Sprechakrobatik im Wortwechsel mit seinen Mitstreitern ist in der Nachfolge von Dada und konkreter Poesie allerhöchste Kunst der Fuge. Seine Doktorarbeit, eine zweibändige Studie über Lautpoesie nach 1945, gilt denn auch als Standardwerk. Außerdem ist Michael Lentz Fußballer, Kickboxer, Bahnfahrer und Biertrinker. Der Einundvierzigjährige unterrichtet am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und ist Präsident der dortigen Freien Akademie der Künste, lebt aber in Berlin. Kürzlich hat er zusammen mit Kathrin Röggla, Norbert Niemann, Georg M. Oswald und Norbert Kron die Internetplattform „richtige-literatur.de“ gegründet. Soeben ist ein von Niemann und ihm betreutes „Akzente“-Heft zum Thema Schönheit erschienen, und kürzlich war im Bayerischen Rundfunk sein Hörspiel „Exit“ zu vernehmen.

Vom Stöckchen aufs Hölzchen und zurück zum Stamm

Doch um wirklich Näheres über Michael Lentz zu erfahren, müßte man ebenfalls vom Stöckchen aufs Hölzchen und zurück zum Stamm. Aber wie so oft ist die rückwärtsgewandte Bewegung schwieriger und heikler als die nach vorn.

Zeig mir deine Freunde, und ich sag' dir, wer du bist: Michael Lentz, darin Verfechter des romantischen Ideals der geistigen Assoziation, setzt sich unermüdlich für Kollegen ein, die ihm nahestehen. Zu den Lebenden gehören Uwe Dick, Franz Mon, Helga M. Novak oder Valeri Scherstjanoi, zu den Toten Rolf Dieter Brinkmann, Jesse Thoor und leider seit kurzem auch Thomas Kling. Sein Hausheiliger ist Sören Kierkegaard, insbesondere dessen unter dem Namen Constantin Constantinus veröffentlichtes Werk „Die Wiederholung“. In der Nachfolge des dänischen Philosophen huldigt Lentz dem Moment, der immer schon vergangen ist, wenn wir ihn bemerken.

Die weitverbreitete Neigung, sich zu wiederholen, in Handlungs- und Denkmustern, ist für ihn keine Katastrophe, sondern eine Chance. Denn wo Einmaliges bestenfalls passiv erinnert werden kann, verspricht das, was sich aktiv wiederholen läßt, von einer gewissen Dauer zu sein. Das lehrt auch der Extremfall: Der Tod ist eine singuläre Erfahrung. Wo alle Gegenwart gleich auf dem Müllhaufen der Vergangenheit landet, wird die in der Zukunft gelebte Vergangenheit zum großen Thema der Kunst.

„Wer nichts als hoffen will, ist feige; wer nichts als sich erinnern will, ist wollüstig; wer aber die Wiederholung will, der ist ein Mann“, stellt Kierkegaard fest. Ingeborg Bachmann, die im Kontext des Lentzschen Werks schon deshalb wichtig ist, weil dieser vor genau drei Jahren den nach ihr benannten Klagenfurter Wettbewerb gewann, gab dem Dänen recht, als sie schrieb, ihre gescheiterte Beziehung zu Max Frisch vor Augen: „Der Mann wechselt nur die Partnerin, verändert nie sein Verhalten, denn sein krankes System ist unfehlbar, er wiederholt sich, er hat sich wiederholt, er wird sich wiederholen.“

Um so einen Mann geht es in „Liebeserklärung“, dem neben zahlreichen Gedicht- und Prosabänden bisher einzigen Roman von Michael Lentz. Schilderte er zuvor den Tod der Mutter als „Modellfall“ von Sterben, vollzieht er im Roman einen anderen exemplarischen Abschied: Denn was ist eine Scheidung, wenn nicht der Tod der Liebe? „Liebeserklärung“ schildert ein Drama, so alltäglich wie jede Liebesgeschichte, die man nicht selbst erlebt: Der Ich-Erzähler, ein verheirateter Mann, verliebt sich in eine andere. Er trennt sich von seiner Frau und stürzt sich Kopf über Herz und mit vollem Körpereinsatz in die neue Beziehung. Zunächst herrscht Zuversicht: „Ich frage dich, ,liebst du mich eigentlich', und du sagst, ,ja', ich meine, was soll da noch schiefgehen.“ Alles, natürlich.

Frau verloren, sich selbst wiedergefunden

„Liebeserklärung“ ist das Dokument einer Krise und das Protokoll einer Trennung, verpackt in eine Suada, die gnadenlose, ungerechte, egomanische, lamentierende und reflektierende Schilderung einer exzessiven, kaputten Liebe. Im Zentrum steht das Nicht-wahrhaben-Wollen, daß der andere unverrückbar, unwiderruflich ein anderer ist, jemand, den man nicht immer versteht, geschweige denn mag, und den man doch zu lieben beschlossen hat. Doch womöglich läßt sich Liebe ebensowenig beschließen wie Poesie. Schließlich beweist gerade Dichtung, daß die ideale Liebe immer nur in der Sehnsucht und der Vorstellung existiert, keinesfalls in der Erfüllung: Sonst gäbe es ja nichts zu berichten.

„Das Schlimmste, was man haben kann, ist Hoffnung“: Selbst die gemeinsame Ekstase führt nicht zur Wiedergewinnung der Sensibilität für den anderen. Am Ende entdeckt auch der Erzähler der „Liebeserklärung“ die tiefere Wahrheit Kierkegaards: „Ich kann mich selbst umsegeln, aber ich kann nicht über mich herauskommen.“ Frau verloren, sich selbst wiedergefunden.

„Das Ende haben wir nicht gut bestanden, beide nicht.“ Dieses Resümee Max Frischs gilt auch für den Erzähler und seine Geliebte. Es scheint, als könnten beide kaum das tun, was man mit der Liebe tun soll, nämlich sie genießen. Wovon kaum die Rede ist in diesem Roman, das ist der Grund, der Sinn dieser Liebe. Probleme, ja. Massenhaft sogar. Lebensfreude, gar Glück jedoch ist nicht in Sicht. Höchstens Sex. Was ja auch Glück sein kann. Was aber bei Lentz eher als letzte Attacke auf engstem Raum erscheint. Schon Frisch und Bachmann wurden krank an ihrem kurzen Zusammenleben. Frisch notierte später: „Eine Woche in Zürich und aus klarer Erkenntnis der erste Abschied.“ Rückblickend bilanziert auch der Protagonist von Lentz' Roman: „Ein baldiges, fremdes Zusammenleben, das unsere Geschichte ist. Ein Auslandsein. Und in diesem Auslandsein haust von Anfang an der Abschied.“

Nun ist Michael Lentz von den Literaturhäusern nicht allein als Romancier, Lyriker und Prosaautor, sondern vor allem als Vortragender ausgezeichnet worden. Das wiederum heißt nicht, daß dieser Sprechkünstler besonders gesprächig wäre. Nach eigenem Bekunden hält er sich lieber im „stinkenden Ballsaal eines Boxtempels“ auf als in der „gewichsten Gesellschaft von Poesieparasiten“. Aber auch Worte können einen unvermutet in den Magen boxen. Die ständige Anspannung, die sich mitteilt, wenn man Michael Lentz zuhört, weicht mit der gesprochenen, geschrienen, geflüsterten Sprache von ihm. Bei seinen Auftritten als alphabetisierendes Alpha-Tier läuft er zur Höchstform auf.

Nach diesem weltraum alles raus

Lentz spielt virtuos mit Redewendungen, Floskeln, Allgemeinplätzen und Jargon, ohne je die Themen aus dem Blick zu verlieren, die selbst noch seinen Anagrammen unvermittelt Tiefe verleihen: Zeit, Identität, Einsamkeit, Liebe und Abschied. Tod. Dabei geht es nicht darum, andere zu verstehen und zu trösten, sondern einzig sich selbst. Die egomanische Nahperspektive ist seine liebste. Er bohrt nach, bis es weh tut. Angesichts dieser dauernden Überprüfung des eigenen Gefühlshaushalts erübrigt sich die Frage, ob bestimmte Reaktionen oder Entgegnungen angemessen sind. Was ist schon normal? Ist es der Griff zum Comic-Heft, nachdem man soeben eine Todesnachricht erhalten hat? Ist es der Vorwurf, der andere, der einen gerade verlassen hat, sei der Liebe sowieso nie wert gewesen? Erst wenn der ganz alltägliche Wahnsinn nicht als Phantasie, sondern als Tätigkeit erlebt wird, schimmert er hell. Lentz' Figuren sind ganz und gar bei sich, weil sie vollständig außer sich sind. Dabei stehen sie meisten's neben sich. In „Muttersterben“ beobachtet der Erzähler seine Reaktion auf den Tod der Mutter: „Pfingsten war Mutter so erbärmlich, daß mein ganzer körper wie ausgegossen neben ihr saß mit so etwas wie gefühlstaubheit.“ Und weiter: „ein weltraum des weinens. Und ob es danach einen moment der ruhe gibt. Ob nach diesem weltraum alles raus ist ... Man lernt und weint ein leben lang.“

Die Rebellion jedoch, wenn es denn eine ist, kennt nur einen Gegner: sich selbst. Die Wiederholung dient als Hilfe zum Wiedererkennen des eigenen Ich: Erst in der Abnutzung zeigt sich, daß man nicht allein ist mit seinen Entgleisungen. „Über sich selbst schreibt man ja immer, indem man an einen anderen denkt, damit man sich selbst sich selbst besser vorstellen kann.“ So sagt der russische Dichter Sergej Jessenin, ein weiterer wichtiger Stichwortgeber im Lentzschen Universum, der darauf entgegnet: „Poesie ist ja Selbstvernichtung, ein zur Ausführung gelangter Selbstentwurf, nicht wahr, das ist die Poesie.“ Beim Versuch, zwischen Poesie und Leben zu unterscheiden, kann einem da schon mal schwindelig werden: „Ein einziges Wort, die sogenannte Welt bricht auseinander, liegt in Trümmern.“ Bei aller Aggression, die aus seinen Texten spricht, schreibt Lentz vor allem über das Verwüstlichsein, lehnt sich auf gegen die Seßhaftigkeit der Herzen. Zumal in seinen Gedichten scheint immer wieder eine Zartheit auf und eine Sehnsucht, die grausame Frage, ob gewisse Gefühle wohl nur einmal zu haben, einmal zu leben und zu beschreiben sind. Denn schließlich ist es mit der Literatur wie mit der Liebe: „Und immer will man im anderen sich selbst erkennen, den verschütteten Grund.“

Als Lentz mit seinem Vortrag der markerschütternden Erzählung „Muttersterben“ 2001 den Bachmann-Preis gewann, lautete einer der meistzitierten Sätze: „Bitte alle Düren schließen.“ Doch auch, wenn er seiner Heimatstadt den Wortrücken gewandt hat, bleibt er seiner Herkunft mit rheinischem Zungenschlag treu. Diesen Tonfall wird jeder, der ihn einmal vernommen hat, beim Lesen künftig mithören.

Nur wer spricht, kann gehört werden

Daß die vielen Bezüge und Verweise, die Abschweifungen und Ausflüchte die Unmittelbarkeit seiner Prosa nicht hemmen, sondern steigern, daß sie die Empfindungen nicht bremsen, sondern brennend und lebendig machen, verdankt sich nicht nur der stilistischen Brillanz. Es hängt vielmehr damit zusammen, daß dahinter eine Erfahrung steht, der nichts mehr hilft, keine Philosophie, keine Literatur, kein Liebeslied und keine Reflexion, die als letztes Mittel den eigenen Redefluß hat, um die drohende Zerstörung zu bannen. Das Beschwören großer Vorbilder fällt zusammen mit dem niemals vorbildlichen eigenen Leben und Erleben. Indem er radikal seinen eigenen Voraussetzungen folgt, mutet er sich uns zu. Das destruktive Potential ist so ungeheuer wie ernst gemeint, pädagogische Verharmlosung sinnlos. Systemtheorie ist da keine Rettung. In „Liebeserklärung“ versagen Brinkmann, Kleist, Jessenin und Barthes ebenso wie der Ich-Erzähler selbst, der am Ende auch nicht mehr genau zu wissen scheint, was er eigentlich meint, wenn er von Liebe redet. Doch gerade in solchen Kippmomenten wird er zum Leidensmann, der den eigenen Verrat ebenso büßt wie unsere kollektive Illusion der Liebe.

Der Blick von Lentz gilt einer Gegenwart, die im Moment ihrer Betrachtung schon wieder vergeht, und damit einer Vergangenheit, die einmal eine Gegenwart mit Zukunft war. „Bleibt alles anders“, titelte Herbert Grönemeyer. Was für den bewunderten Rolf Dieter Brinkmann die „Rolling Stones“ waren, ist für Lentz der deutsche Sänger, dem er schon mehrfach den literarischen Puls gefühlt hat, ob in einem Gespräch auf der DVD „Mensch“ oder in seinem Vorwort zu Grönemeyers gesammelten Liedtexten.

Zu leben ist nur eine komplexere Art, tot zu sein. Insofern ist auch die Literatur in erster Linie eine Übersprunghandlung angesichts der Verlegenheit, am Leben zu sein. Michael Lentz bestreicht die dünne Scheibe Leben mit Worten, trägt dick auf, bis es nach einem beängstigend großen Bissen aussieht. Aber nur wer spricht, kann gehört werden. Rückwärts und vorwärts zugleich drängt es diesen Autor. Wer ihm aber folgt, dem widerfährt Außerordentliches: Er kann an neuen Eindrücken älter werden, und jung bleiben an uralten Gedanken.

Ingeborg Bachmann stellte fest: „Was aber möglich ist, in der Tat, ist Veränderung. Und die verändernde Wirkung, die von neuen Werken ausgeht, erzieht zu neuer Wahrnehmung , neuem Gefühl, neuem Bewußtsein.“ Ob in Form von Lyrik, Kurzprosa, in Hörspielen, Sprechakten, Essays oder als Roman: Das Lentzsche Werk hat als Ziel und als Wirkung, „die Menschen dorthin zu bringen oder mitzureißen, in die Erfahrungen, die die Schriftsteller machen“. Und wenn wir ihm dorthin gefolgt sind und betreten vor den Trümmern unserer Erinnerung, unserer Gefühle und unserer Erkenntnisse stehen, gibt es nur eines, das wir diesem Dichter zurufen möchten: Nicht der Tod, sondern das Leben kennt keine Grenzen.

Der Preis der Literaturhäuser besteht in einer Lesereise, die den Autor - nach Stationen in Leipzig, Stuttgart, Köln, Berlin, München und Hamburg, wo die hier abgedruckte Laudatio gehalten wurde - noch nach Salzburg (27. Juni) und ins Frankfurter Literaturhaus (28. Juni) führen wird. Aus Anlaß der Preisverleihung hat Michael Lentz gemeinsam mit dem Künstler Uli Winters eine neue Performance zusammengestellt.

Quelle: F.A.Z., 25.6.2005
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Jahrgang 1974, verantwortliche Redakteurin für Literatur und Literarisches Leben.

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