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Veröffentlicht: 01.01.2009, 13:25 Uhr

John Maddox Roberts im Interview Zeitgenosse Caesar

Eine Polizei gab es nicht, und Mord war nicht so verwerflich wie Brandstiftung: Der amerikanische Schriftsteller John Maddox Roberts über seine Krimis aus dem alten Rom und über die Parallelen zwischen Antike und Moderne.

© Goldmann Einer der Rom-Krimis von John Maddox Roberts

Eine Polizei gab es nicht, und Mord war nicht so verwerflich wie Brandstiftung: Der amerikanische Schriftsteller John Maddox Roberts über seine Krimis aus dem alten Rom und über die Parallelen zwischen Antike und Moderne (siehe auch: John Maddox Roberts und seine Krimis aus dem alten Rom)

Mr. Roberts, Sie haben, bevor Sie mit der SPQR-Serie begannen, Science-fiction-Romane geschrieben. Wie sind Sie da ausgerechnet auf einen Krimi gekommen, der im alten Rom spielt?

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In den späten achtziger Jahren war Science Fiction mal wieder in einer Krise, und meine Agentin rief mich an und fragte, ob ich nicht „etwas ganz anderes“ hätte. Ich wühlte in meinen Schubladen und stieß auf ein Fragment, das ich Jahre zuvor geschrieben und dann vergessen hatte. Es waren sechzig Seiten über einen Mordfall, der im alten Rom spielt. Ich hatte sie damals beiseite gelegt, um an dringlicheren Dingen zu arbeiten. Ich überarbeitete das Manuskript, fügte ein wenig Material hinzu, schickte etwa hundert Seiten und eine Skizze der weiteren Handlung los, mit nicht allzu großen Hoffnungen. Zu meiner Überraschung war John Douglas von Avon Books interessiert und wollte eine Serie. Der erste Band wurde gleich für den Krimipreis „Edgar“ nominiert und in Deutschland und anderswo ein Bestseller.

Hatten Sie sich denn schon früher für alte Geschichte interessiert? Oder sogar Latein im College gelernt?

Mein Interesse an der Antike reicht bis in die Kindheit zurück. Vermutlich hat das mit den Schwert- und Sandalenfilmen der fünfziger Jahre zu tun. Ich war von der Architektur, den Kostümen und der Action begeistert. Die ersten Bücher, die ich als Kind gelesen habe, handelten von alter Geschichte. Eines der allerersten Bücher, die ich aus der Bibliothek in Beaumont, Texas, auslieh, war ein Kinderbuch über Alexander den Großen. Ich kann mich noch heute an die Illustrationen erinnern. Latein habe ich nie gelernt. Aber meine Mutter war Lateinlehrerin an einer High School, und ich bin in einem Haushalt voller lateinischer Bücher aufgewachsen. Wahrscheinlich habe ich da durch Osmose einiges aufgenommen.

Wie haben Sie denn für die Geschichten recherchiert? Gibt es Bücher oder Historiker, die besonders inspirierend oder hilfreich waren? Sind Sie nach Rom gereist, um ein Gefühl für den Schauplatz zu bekommen?

Ich war 1966 das erste Mal in Rom und dann noch einmal 1971, hatte also ein Gefühl für die Stadt, für die Entfernungen, das Licht, die Anlage des Forums. Aber die Stadt von heute ist nicht sonderlich hilfreich, um sich das Rom meiner Bücher vorzustellen, weil ja fast alle Ruinen aus nachaugusteischer Zeit stammen. Die wichtigsten Tempel sind zwar noch an ihrem ursprünglichen Platz, doch die Gebäude stammen aus späterer Zeit. Ich glaube, das einzige Bauwerk, welches noch weitgehend unverändert ist seit Decius' Zeiten, ist die Cloaca Maxima, die stammt aus der Zeit der römischen Könige. Dann waren die Bücher des französischen Althistorikers Jerome Carcopino über den römischen Alltag von unschätzbarem Wert, und das „Oxford Dictionary of Antiquity“ ist eine wahre Fundgrube für Kleinigkeiten aus dem antiken Leben.

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