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Veröffentlicht: 22.09.2014, 17:40 Uhr

Peter Handke Eklat beim Ibsen-Preis in Oslo

In Oslo, wo Peter Handke den hochdotierten Ibsen-Preis entgegennehmen sollte, wurde der Dichter mit Buhrufen empfangen und als Faschist beschimpft. Jetzt hat er seine Pläne mit dem Preisgeld geändert.

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© AFP Was für ein Empfang: Peter Handke auf dem Weg zur Preisverleihung im Nationaltheater in Oslo

Unter den vielen Auszeichnungen, die Peter Handke in seinem Leben erhalten hat, sind einige, die dem Preisträger Kummer bereitet haben. Den Büchner-Preis, der ihm 1973 verliehen wurde, hat er 1999 zurückgegeben und im selben Atemzug, irgendwie war’s wohl ein Aufwasch, seinen Austritt aus der katholischen Kirche verkündet. Kann sich noch jemand an Handkes damalige Begründung erinnern? In beiden Fällen ging es um den Kosovo-Konflikt, um Serbien und die Nato-Angriffe auf Belgrad, deren Verurteilung Handke vom Papst und von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung erwartet hatte.

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Sieben Jahre später geriet der Dichter schuldlos in ein unwürdiges Spektakel um den Düsseldorfer Heine-Preis. Wiederum war sein Eintreten für Serbien und dessen ehemaligen Präsidenten Milošević einer der Auslöser des Konflikts. Handke tat damals in verfahrener Situation das einzig Richtige und lehnte den Preis ab. Jetzt wurde er in Oslo, wo der Schriftsteller den mit umgerechnet 306.000 Euro dotierten Ibsen-Preis erhalten sollte, von Demonstranten mit Buhrufen empfangen und seiner pro-serbischen Haltung wegen als Faschist beschimpft.

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Handke hat in der Vergangenheit abstruse und skandalöse Ansichten vertreten, aber einen solchen Vorwurf hat er zweifellos nicht verdient. Wie eine Sprecherin des Ibsen-Preises mitteilte, will der Schriftsteller, der sich sehr betroffen über den Vorfall gezeigt haben soll, das Preisgeld nach diesem Eklat nicht behalten. Einen Teil der Summe wolle er für den Bau eines Kinderschwimmbads im Kosovo stiften, den Rest an den norwegischen Staat zurückgeben.

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