08.03.2012 · Gespenstische Weltfremdheit bei der Premiere in Zürich: Fast tonlos liest Christian Kracht erstmals aus dem skandalisierten Roman „Imperium“. Höfliche Aufmerksamkeit im Publikum. Fragen waren keine erlaubt.
Von Jürg AltweggRichtlinien für Lesermeinungen
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Feindbild des deutschen Feuilletons
Ich denke es wird Zeit, dass sich das deutsche Feuilleton fuer die unhaltbaren und beleidigenden Unterstellungen bei Herrn Kracht entschuldigt. Auch dieser Artikel versucht in verdruckster Weise, ihn in unter ein dubioses Licht zu stellen. Kein Wunder, dass Kracht in Deutschland nicht auftritt.
Bisher scheint noch keinem angereisten Journalisten aufgefallen zu sein, dass sich Kracht sehrwohl zur Debatte geäussert hat. Während der Lesung – an einer Stelle, die Marc Buhl kürzlich unter Plagiatsverdacht gestellt hatte – parodierte Kracht seinen pikierten Vorredner, indem er von einer "buhlschen Kokosmilch" las, die während einer rituellen Zeremonie "über dem Haupt der Vegetarier ausgegossen" werde. Natürlich steht das so nicht im Roman – und tatsächlich haben nur wenige Hörer den "Versprecher" bemerkt und mit ihrem Kichern Beifall gezollt. Kracht hat also sehr wohl parodistisch Stellung bezogen – allerdings so, dass die, die für das Heraushören dieser Nuancen bezahlt werden, es nicht mitbekamen. Auf diesen Umstand ist übrigens auch diese ganze "Debatte" zurückzuführen. Kracht hat also nicht nur Buhl parodiert, sondern alle seine unfreiwilligen Werbeträger direkt mit. Gut gemacht, Christian.
...nach Sturm in der Kokosnussschale. Und was löst den mehr Neugierde und Interesse aus als zelebrierte Heimlichtuerei?