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Andreas Maier Potsdam in der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte

25.11.2004 ·  Aus dem Leben eines jungen deutschen Schriftstellers: In der Freitagsausgabe der F.A.Z. erzählt Andreas Maier, wie er um ein Haar der erste Stadtschreiber von Potsdam geworden wäre.

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Aus dem Leben eines jungen deutschen Schriftstellers: In der Frankfurter Allgemeinen schildert Andreas Maier an diesem Freitag, wie er um ein Haar der erste Stadtschreiber von Potsdam geworden wäre.

Zu Anfang stand der Autor der Romane „Wäldchestag“ und „Klausen“ der Sache durchaus positiv gegenüber: „Mitte September dieses Jahres bekomme ich einen Anruf aus Potsdam. Mir wird mitgeteilt, die Stadt habe sich eben dazu entschieden, mir das erstmals ausgeschriebene Potsdamer Literaturstipendium zu geben. Nicht schlecht, denke ich. Im Sommer hatte ich mich um das Stipendium beworben. Vier Monate Aufenthalt, dazu eintausendfünfhundert Euro monatlich. Kann man mal die Stadt kennenlernen. Kann man auch drüber schreiben.“

Das Stipendium soll, heißt es in der Ausschreibung, dazu dienen, „die Stellung Potsdams im Kontext der europäischen Kultur-, Kunst- und Geistesgeschichte“ zu beleuchten.

Frau Spatz, sinngemäß: O je, o je, Herr Maier

Andreas Maier erzählt, wie er es zunächst und immer wieder mit einer Frau Rosemarie Spatz aus dem Büro der Potsdamer Kulturdezernentin, später mit einer ortsansässigen Zeitung, einer überregionalen Presseagentur und einem auflagenstarken Boulevardblatt zu tun bekommt. Wie zwei Wohnungsgenossenschaften, die dem Autor Unterkunft in Plattenbauten am Potsdamer Stadtrand stellen wollen, in Pressemitteilungen nahelegen, Andreas Maier gebe sich mit einer solchen Unterkunft nicht zufrieden und fordere die Unterbringung in einem Schloß. Von sogenannten Mißverständnissen und Potsdamer Verschwiegenheit. Wie er in seinem Vertrag, den er nach Willen des Potsdamer Kulturamts erst nach dem Einzug zu sehen bekommen hätte, zu seinem Erstaunen liest, er solle sich während seines Aufenthalts mit dem Alltag der Menschen in den Randgebieten auseinandersetzen und ihre „Visionen eines ... humanen und kulturvollen Lebens künstlerisch aufgreifen“, außerdem „einzelne Veranstaltungen mit den Fördermittelgebern“ - den beiden Wohnungsgenossenschaften - honorarfrei durchführen.

„Liebes Potsdamer Kulturamt“, schließt Andreas Maier seine Ausführungen, „ich habe doch die Auflagen schon längst erfüllt! Eine ganze Erzählung über Frau Spatz, die doch bestimmt nie das Glück geahnt hätte, mal in einer Erzählung wie dieser hier vorzukommen ... einer Erzählung, die darüber hinaus auch noch die Stellung Potsdams in der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte gleich mitreflektiert. Vielleicht sollte die Stadt ihr Stipendium in Zukunft mit einem Warnhinweis versehen. Und ihre Bewerbung um die Kulturhauptstadt Europas lieber gleich auch.“

Andreas Maiers Schilderung der Potsdamer Ereignisse lesen Sie in der Freitagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen vom 26.11.2004.

Quelle: @kue
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